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Museumsfest

GZ Plus IconNach dem Beinahe-Aus: Volles Haus im Oberharzer Bergwerksmuseum

Viele Menschen auf dem Außengelände des Museums.

Viele Menschen nutzen das gute Wetter für einem Besuch des Museumsfest. Foto: Neuendorf

Nachdem es jahrelang viel Ärger um das Oberharzer Bergwerksmuseum gegeben hatte, ist es nun in ruhigerem Fahrwasser. Beim Museumsfest liegt Aufbruchstimmung in der Luft.

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Von Sören Skuza
Montag, 18.05.2026, 16:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Das hat Tradition: Zum Internationalen Museumstag öffnen viele Einrichtungen deutschlandweit ihre Türen, so auch das Oberharzer Bergwerksmuseum, wo die Stimmung in diesem Jahr von Aufbruch und Zuversicht geprägt war.

Sicher, manch einer wird die lange Vorgeschichte im Ringen um den Fortbestand des Bergwerksmuseums nicht mehr hören können. Die Kurzfassung: Im Dezember 2024 hat der Rat der Stadt beschlossen, dass die Stiftung Welterbe im Harz künftig nicht mehr der Betreiber der Einrichtung sein solle. Nachdem einige Optionen ausgelotet worden waren, zeichnete sich im September dieses Jahres ab, der Oberharzer Geschichts- und Museumsverein (OGMV) werde in die Bresche springen, indem die Mitglieder eigens eine Gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) gründen, die den Betrieb aufrechterhalten soll. Nach wenigen Wochen Schließzeit öffnete das Museum Mitte Januar dieses Jahres wieder für Besucher.

Viele Kinder versammeln sich, um mit der Taschenlampe ins Schaubergwerk zu gehen.

Auf geht es zur Taschenlampenführung. Foto: Neuendorf

„Erfolg gibt ihnen Recht“

Dass sich die Beteiligten aus Vereinskreisen „mutig getraut“ hatten, eine gGmbH zu gründen und sich fortan selbst um das Geschehen im Bergwerksmuseum kümmerten, würdigte auch Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch (SPD) in ihrer Ansprache beim Museumsfest. Immerhin sei es diesem Engagement zu verdanken, die Einrichtung kurzfristig vor der Schließung zu retten. „Der Erfolg gibt ihnen Recht“, meinte die Rathauschefin. Denn nicht nur der normale Museumsbetrieb gehe weiter, es würden auch neue Formate entwickelt. „Das ist mehr, als man erwarten kann“, lobte Emmerich-Kopatsch.

Geschäftsführer Axel Funke, OGMV-Vorsitzende Barbara Diederich und Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch.

Geschäftsführer (v.l.) Axel Funke, OGMV-Vorsitzende Barbara Diederich und Bürgermeisterin Petra Emmerich-Kopatsch eröffnen das Museumsfest. Foto: Skuza

Barbara Diederich, Vorsitzende des OGMV, hob insbesondere die Leistung von Justus Teicke und Axel Funke hervor. „Dank des Mutes“ der beiden Geschäftsführer der neu gegründeten Gesellschaft sei im Bergwerksmuseum nicht das Licht ausgegangen. „Sie tun alles dafür, dass alles noch erfolgreicher wird“, so Diederich.

Mehrere Führungen durch das Museum sind im Angebot.

Mehrere Führungen durch das Museum sind im Angebot. Foto: Neuendorf

„Zeigen, wie man gelebt hat“

„Museen verbinden eine gespaltene Gesellschaft“, lautet in diesem Jahr das offizielle Motto des Internationalen Museumstages. „Das ist sehr dringend erforderlich“, stellte Axel Funke fest. Museen würden zeigen, „wie man lebt und wie man gelebt hat“, man könne dadurch verstehen, warum eine Bevölkerung so geworden ist, wie sie ist. Doch auch Museen müssten „an aktuelle Befindlichkeiten und Begebenheiten angepasst werden“. Als positives Beispiel nannte er das Welterbe-Infozentrum nebenan, in dem auf moderne Weise Wissen vermittelt werde.

Der Rotary-Club backt Waffeln für den guten Zweck.

Der Rotary-Club backt Waffeln für den guten Zweck. Foto: Neuendorf

Beim Museumsfest im vergangenen Jahr, erinnerte der jetzige Geschäftsführer, sei noch „vollkommen unklar“ gewesen, wie es weitergehen würde. Dann schließlich sei der OGMV mit Gründung der gGmbH „in Vorleistung gegangen“. Am 15. Januar habe man den Betrieb aufgenommen, „ohne dass wir auf sicheren Füßen standen“. Aber auch dank „vieler Hilfe aus dem Oberharz“ und darüber hinaus sei man nun bestens vernetzt, der Führungsbetrieb laufe wie zuvor schon gut und es gebe zusätzliche Angebote gerade für Jugendliche. „Wir werden sehen, wohin es dieses Jahr noch geht“, meinte Funke.

Am Museumstag jedenfalls nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das Innen- und Außengelände des Bergwerksmuseums zu erkunden, ob bei einer der Sonderführungen oder auf eigene Faust. Und auch die Tagesförderbahn ist am Wochenende wieder fleißig zwischen Ottiliae-Schacht und Altem Bahnhof unterwegs gewesen.

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