Auto zerlegt und im Oberharzer Wald entsorgt: Polizei sucht Zeugen
Wer hat sein Auto, einen Audi, im Wildemanner Wald entsorgt? Die Polizei sucht nach Zeugen. Foto: Polizei
So etwas findet man nicht jeden Tag im Wald: Ein Unbekannter hat die Reste eines Audi im Wildemanner Wald entsorgt. Die Polizei sucht Zeugen. Das Problem ist kein Einzelfall.
Wildemann. Illegale Müllentsorgung im Wald kommt immer wieder vor: Alte Möbel, Bauschutt oder sonstiger Unrat werden von Unbekannten an abgelegenen Stellen abgeladen. Doch der Fund, den das Forstrevier Wildemann jetzt an der Unteren Innerste oberhalb des Rabensteiner Waldhauses gemacht hat, nimmt eine neue Dimension an: Dort hat ein Unbekannter die Reste eines Autos an einem Hang entsorgt.
Feuerwehr Clausthal-Zellerfeld
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Nach Angaben der Polizei handelt es sich um die Überreste eines Audi A3 aus dem Jahr 2002. Auffällig ist die Karosserie in der seltenen Lackierung „Merlin Perleffekt“, einem lila-violetten Metallic-Ton. Zudem war an dem Wagen eine nachträglich angebrachte schwarze Heckschürze montiert. An dem Auto befand sich außerdem eine Kennzeichenhalterung mit der Aufschrift „SiebrECHt“.
Polizei sucht nach Zeugen für die Tat
Die Polizei im Oberharz hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Angaben zu dem Fahrzeug oder zu verdächtigen Beobachtungen in dem Bereich machen kann, soll sich bei der Polizeidienststelle in Clausthal-Zellerfeld melden. Das ist telefonisch unter der Nummer (05323)95310 möglich.

Illegale Müllentsorgung im Wald gibt es immer wieder, obwohl die Polizei ein Auto auch nicht jeden Tag findet. Foto: Polizei
Für die Niedersächsischen Landesforsten sind solche Funde ein wachsendes Problem. Besonders betroffen sind laut Forstsprecher Michael Rudolph abgelegene Stellen, die dennoch gut mit dem Auto erreichbar sind. Schon vor einem Jahr hatte er im Gespräch mit der GZ berichtet, dass illegale Müllentsorgungen in den Oberharzer Wäldern zunehmen. Dort laden Unbekannte immer wieder Sperrmüll oder anderen Abfall ab, meist in den Abendstunden im Schutz der Dunkelheit. Warum Menschen ihren Müll nicht regulär entsorgen, kann Rudolph nur schwer nachvollziehen. In einigen Fällen gelingt es jedoch, die Verursacher zu ermitteln, manchmal sogar anhand von Hinweisen im eigenen Müll.
Landkreis Goslar: Problem verschärft sich
Auch der Landkreis Goslar bestätigte seinerzeit, dass sich das Problem verschärft habe. Während bei der Fachgruppe Bodenschutz und Abfallüberwachung im Jahr 2008 noch 146 Fälle von illegaler Müllentsorgung registriert wurden, waren es im Jahr 2024 bereits 246. Bleiben die Täter unbekannt, müssen Kreisverwaltung und Kreiswirtschaftsbetriebe den Müll auf Kosten der Allgemeinheit beseitigen.

An dem Auto befindet sich eine Kennzeichenhalterung mit der Aufschrift „SiebrECHT“. Foto: Polizei
Neben dem finanziellen Aufwand hat der Abfall auch Folgen für die Natur. Möbel sind häufig mit Polituren oder Lacken behandelt, die für Tiere gefährlich sein können. Nägel, Schrauben oder scharfe Metallteile bergen zusätzliche Verletzungsrisiken. In einigen Fällen seien Tiere daran sogar schon qualvoll verendet, berichtete Rudolph. Problematisch seien allen voran Schadstoffe und die Elektronik, wie sie etwa auch in Autos vorkommt. Diese Entsorgung sei noch einmal deutlich aufwendiger und kostspieliger. Bei größeren Müllfunden wie den jetzt entdeckten Autoteilen hoffen Forst und Polizei deshalb vor allem auf Hinweise aus der Bevölkerung.
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