Überraschende Funde beim Dreck-weg-Tag im Oberharz
Einer der größten Funde des Tages: Am Altenauer Glockenberg entdecken die Kinder nicht weit von ihrer Kita entfernt einen Autoreifen am Wegesrand. Foto: Knoke
„Weil der Müll keine Füße hat“: Mehr als 260 Kita-Kinder beteiligten sich im Oberharz am Dreck-weg-Tag. Dabei kam so einiges an Unrat zusammen, teils Überraschendes.
Altenau. „Wer hat Lust, heute Müll zu sammeln?“ Bei dieser Frage schnellten im Kindergarten am Altenauer Glockenberg ganz viele Kinderarme in die Höhe. Die Vaupel-Kita-Stiftung Oberharz hatte erneut zu ihrem jährlichen Dreck-weg-Tag eingeladen. Aber nicht nur in Altenau wurde Müll gesammelt: Alle zehn Kitas der Berg- und Universitätsstadt beteiligten sich, mehr als 260 Kinder waren angemeldet.
Eine Flasche gehört nicht in die Natur, das wissen die Kindergartenkinder in Altenau und entsorgen sie. Foto: Knoke
Zur Vorbereitung hörten die Mädchen und Jungen in der Kita Altenau das Müll-Lied der Gruppe Lichterkinder. Darin geht es darum, dass beispielsweise Getränkedosen und Plastikflaschen nicht in die Natur gehören, weil sie nicht von allein verschwinden. Warum das so ist, wussten die Kinder genau. „Weil der Müll keine Füße hat“, erklärte ein Mädchen. Umso wichtiger sei es, Abfälle in die Tonne zu werfen und nicht einfach liegen zu lassen. Im Lied erfuhren sie außerdem, dass Müll Tiere vergiften und Pflanzen schaden kann.
Besseres Umweltbewusstsein als Erwachsene
Dass sie schon ein besseres Umweltbewusstsein haben als so mancher Erwachsener, zeigten die Kinder auch bei einer weiteren Frage: „Was macht ihr, wenn ihr im Wald unterwegs seid und es dort keinen Mülleimer gibt?“ Die Antwort kam prompt: „Wir nehmen den Müll mit nach Hause.“

Dank der Mini-Zangen und Handschuhe der Vaupel-Stiftung machen die Kindergartenkinder ihre Hände nicht schmutzig. Foto: Knoke
Wegen des ungemütlichen Wetters am Freitagmorgen packten sich die Kinder mit ihren dicken Jacken, Matschhosen sowie Schal und Mützen warm ein. Damit sie sicher und erfolgreich dem Müll den Kampf ansagen können, hat die Oberharzer Vaupel-Stiftung sie mit praktischen Mini-Müllzangen, Handschuhen und Warnwesten ausgestattet. Vorstandsvorsitzende Celine Krause berichtet, dass Dr. Horst Vaupel kurzfristig weiteres Material organisiert habe, sodass die Aktion in diesem Jahr erstmals zeitgleich an allen Kitas stattfinden konnte.
Ärger über Zigarettenstummel in der Natur
Eigentlich wollten die Altenauer Kinder den Spielplatz am Glockenberg säubern, doch so weit kamen sie gar nicht. Schon wenige Meter von der Kita entfernt entdeckten sie die ersten Zigarettenstummel und Plastikteile in der Gosse. Der größte Fund ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten: ein Autoreifen am Wegesrand. Auch im angrenzenden Ferienpark sammelten sie zahlreichen Müll, darunter viele Reste vom Silvesterfeuerwerk.

„Ich habe was gefunden“: Akribisch suchen die Kinder in Altenau auch nach den kleinsten Müllstücken. Foto: Knoke
Insgesamt zeigte sich jedoch: Altenau und die übrige Berg- und Universitätsstadt sind vergleichsweise sauber, was ein Zeichen dafür ist, dass unter anderem der Baubetriebshof gute Arbeit leistet. Die Kinder freuten sich trotzdem über jedes noch so kleine Stück, das im Müllsack landete. Am Ende wollten viele gar nicht aufhören, sodass die Erzieherinnen sie nur mit Mühe zurück in die Kita lotsen konnten.
Als Belohnung gab es im Anschluss frisches Bio-Obst und -Gemüse von „Lotta Karotta“. Die Kreiswirtschaftsbetriebe holten den gesammelten Müll noch am selben Tag ab. Die von der Stiftung bereitgestellte Ausrüstung kann übrigens auch außerhalb der jährlichen Aktion genutzt werden: Im vergangenen Jahr machte die Grundschule Zellerfeld davon Gebrauch und zog ebenfalls zum Müllsammeln los.
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