Campingplatz Prahljust: Oberharzer Touristiker „sorgenvoll“
Eigentlich steigen die Übernachtungszahlen auf den Campingplätzen, aber die Zukunft von Prahljust ist ungewiss. Foto: Neuendorf
Eigentlich zeigt die Oberharzer Tourismus-Bilanz für 2025 kaum Veränderungen zum Vorjahr. Aber der Campingplatz Prahljust und die Bramkebrücke sorgen für Anspannung.
Oberharz. In den fünf Oberharzer Orten Clausthal-Zellerfeld, Buntenbock, Altenau mit Torfhaus, Schulenberg und Wildemann konnten im Jahr 2025 laut einer Pressemitteilung insgesamt 217.581 Anreisen in allen gewerblichen und nicht gewerblichen Unterkünften gezählt werden. Dies entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum Vorjahr. Bei den Übernachtungen liegt die Zahl bei 873.626, was ein Minus von 0,9 Prozent darstellt. Die Aufenthaltsdauer in den Oberharzer Orten hat sich mit vier Tagen leicht verkürzt.
Kurbetriebsgesellschaft sucht
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Eine Differenz zwischen den verschiedenen Orten ergibt sich bei den Übernachtungen: Spitzenreiter bei den Zuwächsen an Ankünften und Übernachtungen ist Clausthal-Zellerfeld mit einem Plus von 8,4 Prozent an Übernachtungen und 4,8 Prozent an Ankünften. Verlierer in beiden Kategorien ist Torfhaus, was umfangreichen Renovierungsarbeiten in einem Objekt zuzuschreiben ist.
Unklare Zukunft bei Prahljust
Eine deutliche Steigerung der Übernachtungen im Bereich der Campingplätze und Wohnmobilstellplätze, mit jeweils zweistelligen Zuwachszahlen, verzeichnen alle Ortschaften und Ortsteile bis auf Schulenberg. „Wir merken leider trotz aller Bemühungen deutlich, dass Bauarbeiten an der Infrastruktur in Schulenberg einen großen Einfluss haben und hoffen sehr, dass diese bald beendet sind“, sagt Bettina Beimel, Geschäftsführerin der Kurbetriebsgesellschaft.
„Im Hinblick auf den Camping- und Wohnmobiltrend stimmt uns die aktuell ungeklärte Zukunft des Campingplatzes Prahljust sorgenvoll. Als touristischer Dienstleister vor Ort hoffen wir auf eine zeitnahe und attraktive Erschließung des Platzes und rasche Öffnung für unsere Gäste“, ergänzt die Teamleiterin der Tourist-Informationen Oberharz, Katharina Dundler.

Vier Tage bleiben Urlauber im Durchschnitt im Oberharz. Foto: Tschuikow/GLC
Für das gesamte Jahr 2025 ziehen beide eine positive Bilanz: „Wir sind zufrieden mit den Gästezahlen – vor allem im Vergleich zu anderen Tourismusregionen. Fehlende Übernachtungskapazitäten durch Umbau und Verhandlungen haben zwischenzeitlich zu einem verringerten Marktangebot an Übernachtungen geführt. Wir bemerken aber immer wieder, dass sich Modernisierungen auszahlen. Renovierte Objekte sind sehr beliebt und können bereits in den Anfängen sehr gute Auslastungen erreichen“, so Dundler.
Neue Ideen und bewährte Angebote seitens der Tourist-Informationen Oberharz sollen den Oberharz noch attraktiver für Besucher gestalten und damit auch weitere Übernachtungen generieren.
Digitale Gästekarte
Seit Anfang des Jahres wird die Digitale Gästekarte in Kombination mit dem Digitalen Reiseführer angeboten. Gäste können ihre Daten vor Reisebeginn anlegen und mit bereits aktivierter Gästekarte anreisen. Der Digitale Reiseführer bietet dann vor Ort eine Orientierung in der Region über das Handy: von Wanderwegen über Events bis hin zum Routing von Freizeiteinrichtungen.
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Aber auch Printmedien sind nach wie vor stark gefragt und bleiben deshalb im Portfolio des Oberharzes. Neu aufgelegt sind bereits für das Jahr 2026 der „Motorradflyer“, der über Motorradtouren im Oberharz informiert, sowie das „Urlaubsmagazin“ in Deutsch, Dänisch und Niederländisch. Bereits seit Jahren wird besonders um die beiden ausländischen Märkte Dänemark und die Niederlande auf Messen im In- und Ausland sowie online geworben. Auf Wunsch stellen die Tourist-Informationen zudem Ausflüge und Führungen für Besucher aus diesen Ländern in deren Landessprache bereit. Weitere Flyer wie die Information zu Bademöglichkeiten, der Flyer „Urlaub mit Hund“ sowie „Oberharz A bis Z“.
Fokus auf Welterbe
Neben dem eigenen Führungsangebot an Stadtführungen, Heilklimawanderungen und Waldbaden liegt der Fokus auf der Vermittlung des Welterbes über und unter Tage. „Wir haben vermehrt Gruppennachfragen zu Führungen im Oberharzer Wasserregal und arbeiten mit verschiedenen Partnern intensiv an Lösungen, um unser Welterbe vor Ort für jeden erlebbar zu machen“, erklärt Dundler. Weitere Informationen sind unter www.oberharz.de zu finden.
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