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Traditionen

Branche unter Druck: Küstenfischerei als Kulturerbe gelistet

Die Fischerei an der Küste von MV ist laut zuständigem Minister viel mehr als nur ein Wirtschaftszweig. (Archivbild)

Die Fischerei an der Küste von MV ist laut zuständigem Minister viel mehr als nur ein Wirtschaftszweig. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Küstenfischerei ist viel mehr als ein Wirtschaftszweig, sie stiftet Identität. Das wird mit der Aufnahme in eine Liste gewürdigt. Gleiches gilt für den Kick auf dem Bolzplatz.

Von dpa Freitag, 27.03.2026, 17:30 Uhr

Schwerin. Der für Fischerei zuständige Schweriner Landesminister hat anlässlich der Würdigung der Küstenfischerei als Kulturerbe ihre Bedeutung betont. „Die Küstenfischerei ist weit mehr als ein Wirtschaftszweig – sie ist Teil unseres kulturellen Erbes und prägt seit Generationen die Identität unserer Küstenregionen“, sagte Till Backhaus (SPD). 

„Dieses Wissen, diese Traditionen und die enge Verbindung von Mensch und Meer zu bewahren, ist für Mecklenburg-Vorpommern von herausragender Bedeutung.“

Die traditionelle kleine Küstenfischerei an der Ostseeküste und in den Boddengewässern zählt nun zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Das teilten die Kulturministerkonferenz, Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und die Deutsche Unesco-Kommission mit. Das entsprechende bundesweite Verzeichnis sei um fünf Traditionen erweitert worden.

Immer weniger Fischer

Backhaus verwies auch auf die aktuellen wirtschaftlichen Probleme der Branche. „Von einst mehr als 1.400 Küstenfischern kurz nach 1990 sind heute weniger als 500 in 144 haupterwerblichen und in 132 nebenerwerblichen Betrieben geblieben.“ Die Fanghöchstmengen seien auf einem historisch niedrigen Stand.

Weil die ehemals wirtschaftlich bedeutenden Fischarten Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee wegen Überfischung, aber auch Umwelt- und Klimaeinflüssen unter Druck stehen, dürfen sie nicht mehr oder nur noch in Ausnahmen gezielt gefischt werden.

Neu hinzukamen zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland auch das Kicken auf dem Bolzplatz und das handwerkliche Anfertigen von Herrenbekleidung sowie die Martinsumzüge mit Laternen im Rheinland und die Schaustellerkultur auf Volksfesten.

Kultur von Techno bis Bergsteigen in Sachsen

Seit 2003 gibt es ein Abkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes der Unesco, der für Kultur zuständigen Organisation der Vereinten Nationen. Deutschland ist seit 2013 Vertragspartei. 

Das bundesweite Verzeichnis soll „kreative, inklusive und innovative“ Kulturformen würdigen. Es ist kein Verzeichnis der Unesco, sondern Deutschlands. Einträge aus den nationalen Verzeichnissen können aber für eine von drei internationalen Unesco-Listen vorgeschlagen werden.

Das deutsche Verzeichnis umfasst mit den Neuzugängen mittlerweile 173 kulturelle Ausdrucksformen, die in Deutschland weitergegeben werden. Hinterlegt sind unterschiedlichste Traditionen – von der Berliner Technokultur bis zum Bergsteigen in Sachsen.

Die kulturelle Bedeutung der Küstenfischerei wurde nun zusätzlich gewürdigt. Wirtschaftlich ist die Branche aber stark unter Druck. (Archivbild)

Die kulturelle Bedeutung der Küstenfischerei wurde nun zusätzlich gewürdigt. Wirtschaftlich ist die Branche aber stark unter Druck. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa

Bolzplätze prägen das Miteinander in Deutschland. (Archivbild)

Bolzplätze prägen das Miteinander in Deutschland. (Archivbild) Foto: picture alliance / dpa

Wer auf einem Bolzplatz gekickt hat, hat etwas für das Leben gelernt. (Archivbild)

Wer auf einem Bolzplatz gekickt hat, hat etwas für das Leben gelernt. (Archivbild) Foto: Paul Zinken/dpa

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