Orgel in der Marktkirche Clausthal soll bald wieder erklingen
Der Orgelprospekt von 1758 bleibt der Clausthaler Marktkirche zum Heiligen Geist erhalten. Er wird denkmalgerecht restauriert, hinter ihm werden Pfeifenwerk, Mechanik, Wind- und Elektrotechnik erneuert. Die neue Orgel soll im Frühjahr 2022 kommen.
Mit ihren 75 Registern und rund 4500 Pfeifen gehört die Marktkirchen-Orgel in Clausthal-Zellerfeld zu den größeren Instrumenten ihrer Art. Kein Wunder, dass der Neubau sehr zeit- und geldaufwendig ist. Die Marktkirchen-Stiftung hat jetzt wieder einen Scheck überreicht in Höhe von 7200 Euro.
Clausthal-Zellerfeld. Der bekannte Schweizer Simon Hebeisen von der Orgelbauerfirma Goll kümmert sich um den Neubau des Instruments. Wie viel die Orgel genau kosten wird, könne nicht auf den Cent genau beziffert werden. Weil der Auftrag von Luzern aus umgesetzt wird, müsse stets der schwankende Umrechnungskurs zwischen dem Euro und den Franken im Blick gehalten werden. Die Marktkirchen-Stiftung spreche jedoch schon von einer Summe von rund 2,5 Millionen Euro. „Jeder kennt den Preis, aber keiner kennt den Wert“, sagt Stephan Röthele zu der Summe. Bei der Marktkirche in Clausthal-Zellerfeld handelt es sich schließlich um Deutschlands größte Holzkirche und die Orgel würde auch gerade die traditionsreiche Bergbaugeschichte repräsentieren.
Dort, wo bald die neue Marktkirchen-Orgel stehen soll, herrscht aktuell noch eine Baustelle. Fotos: GZ-Archiv/Knoke
In der Marktkirche werden aktuell Vorbereitungen getroffen, damit der neue Körper der Orgel reinpasst, der Boden wurde beispielsweise auch stabilisiert. Im Frühjahr 2022 soll das gute Stück nach aktueller Planung aus Luzern nach Clausthal-Zellerfeld transportiert werden. In der Werkstatt gehe es gerade um Millimeterarbeit. Selbst wenn die Orgel im Harz ist, sei sie aber auch noch nicht sofort spielbereit. Sie muss erst aufwendig intoniert werden, was auch noch ein paar Monate in Anspruch nehme. Der Kirchenvorstand spekuliert auf einen ersten Einsatz der Orgel im September 2022.
Die Geldspende ist Teil des Projektes „100 Hoch 3“. Damit will die Marktkirchen-Stiftung den Neubau der Orgel und die erforderliche Innensanierung der Kirche mitfinanzieren. „Wir suchen 100 Spender, die 100 Monate lang 100 Euro geben“, erklärt der Stiftungsvorsitzende Stephan Röthele. Bis 2023 läuft diese Aktion, die auf eine Million Euro abzielt. In den Vorjahren gab es regelmäßige Spenden in Höhe von rund 7200 Euro von der Marktkirchen-Stiftung.
Geld für den Neubau der Orgel gibt es auch von der Landeskirche, vom Bund, vom Kirchenkreis Harzer Land sowie von der Sparkassen-Stiftung. Privatleute beteiligen sich laut Janssen ebenfalls mit großzügigen Spenden an der Finanzierung. Wie berichtet ist es möglich, gegen eine Geldsumme eine Patenschaft für eine Pfeife übernommen.
Freude über die Spende: Kirchenvorstandsvorsitzende Dorothee Austen erhält den Scheck von Frank Langheim, Finanz-Chef bei Sympatec. Mit dabei sind Architekt Hansjochen Schwieger, Simon Hebeisen, Stephan Röthele und Arno Janssen (v.li.).