Verdi-Requiem: Nur noch wenige Proben
Walpurgiskonzert Lutherkirche
Bald soll sie aufführungsreif sein: Eine Gruppe von Sängerinnen und Sängern studiert gemeinsam mit Kantor Karsten Krüger das Verdi-Requiem ein. Doch bis zur großen Aufführung in der Marktkirche ist noch einiges zu tun.
Clausthal-Zellerfeld. Hoffnung als Motor brachte das Projekt der Kantoren Karsten Krüger und Arno Janssen in Schwung. Mit zunehmenden Corona-Lockerungen nahm es an Fahrt auf und soll am zweiten November-Wochenende die Zielgerade erreichen: Die „Messa da Requiem“ hat dann Aufführungs-Reife und wird in Bad Harzburgs Lutherkirche und tags darauf in Clausthal-Zellerfelds Marktkirche präsentiert. Bis dahin werden die Sängerinnen und Sänger noch zu proben haben.
Die Euphorie sei groß, so Karsten Krüger. Er ist Kantor der Propstei Bad Harzburg und hat mit seiner Kantorei das Verdi-Requiem einstudiert – wie sein Kollege und Freund Arno Janssen, Kantor der Clausthal-Zellerfelder Marktkirche, mit seiner Kantorei (GZ berichtete). „Wir freuen uns sehr“, sagt der Kirchenmusiker über den erreichten Status und die zu erwartenden Konzerte. Zumal die Fortschritte so groß seien, dass sie das Stück innerhalb von vier Stunden schafften – während einer Übungs-Einheit, bei der Unterbrechungen und Wiederholungen ja noch sein dürfen.
Am Samstag begegneten sich die Kurstädter und die Oberharzer zur dritten Gemeinschaftsprobe – in Clausthal-Zellerfeld. Am Freitag, 12. November, ist die Generalprobe angesetzt – in Bad Harzburg. Es könne sein, dass an dem Tag noch ein paar Sängerinnen und Sänger dazu kämen, kündigt Karsten Krüger an.
Er und Arno Janssen hätten über die engagierten Solisten ihre Fühler ausgestreckt, hätten zudem im Bekannten- und Freundeskreis ausgebildete Musiker angesprochen. Starke Stimmen seien das, tragend und führend, und die Musiker in der Lage, kurz vor den Konzerten mit ins Boot zu steigen.
Das Projekt „Messa da Requiem“ – Giuseppe Verdi hatte die Totenmesse Ende des 19. Jahrhunderts vertont – war gedanklich bereits im Jahr 2019 ersonnen worden als Kooperation der Freunde Arno Janssen und Karsten Krüger. Vorsichtig haben beide das Projekt in Gang gesetzt – so, wie es während der Corona-Krise eben machbar war. Viel Hoffnung begleitete es. Hoffnung auf baldige Besserung der Pandemie-Lage, Hoffnung auf Konzerte noch in diesem Jahr.
Am Samstag proben die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Marktkirchenkantor Arno Janssen im Altarraum der Clausthaler Kirche. Foto: Neuendorf
„Sämtliche Regelungen spielten uns in die Karten“, so Karsten Krüger. Als es die Inzidenz zuließ, als immer mehr Menschen geimpft waren, konnten Proben in Gemeinschaft sein.
Die Lutherkantorei musste sich zunächst splitten, dienstags kamen die Damen mit dem Kantor zusammen, mittwochs die Herren und ab September konnten schließlich alle – meistens seien es zwischen 35 und 40 Ensemble-Mitglieder gewesen. Der Saal im Haus der Kirche ist groß und erlaubte es, Abstand zu halten. Die Sängerinnen und Sänger hätten von Anfang an große Lust gehabt, das Ganze zu bewerkstelligen. Den schwierigsten Part hat ihr Chorleiter sich für den Schluss der Probenphase aufgehoben: Das „Libera me“. Das haben sie nach den Sommerferien angefasst. Mittlerweile hätten sie den Punkt erreicht, an dem es um die Musik gehe, um Affekte und Akzente, nicht mehr nur um Töne und Technik.
Und wie sieht es beim Kantor selbst aus bis zum Konzert-Wochenende? Der Trichter laufe zu, sagt er. Er müsse die Partitur einrichten, Überstunden würden sicher anfallen, und der Druck sei recht groß. Aber: „Das ist Routine, das macht man gerne.“ Außerdem ist er voller Vorfreude auf die erste Dezember-Woche. Vom 1. bis zum 5. werde seine Kantorei in Heilbronn weilen und am 4. Dezember in der Kilianskirche noch einmal die „Messa da Requiem“ aufführen – gemeinsam mit dem Philharmonischen Chor Heilbronn.
Der war im Jahr 2019 beteiligt am Konzert zu Walpurgis in der Lutherkirche: „Die erste Walpurgisnacht“ und die Konzert-Ouvertüre Nr. 2 „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie das Finale aus der 9. Symphonie mit dem Titel „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven füllten das Programm. Es wird im Dezember also ein musikalischer Gegen-Besuch, ein besonderer obendrein. Denn Ulrich Walddörfer, Dirigent des Philharmonischen Chores, werde am Konzerttag in den Ruhestand verabschiedet, so Karsten Krüger.
Unterstützung im eigenen Gotteshaus bekommt die Lutherkantorei am 13. November nicht von den Heilbronnern, sondern durch die Ökumenische Kantorei Clausthal, durch vier Solisten sowie durch das „Göttinger Symphonie Orchester“. Um für sie Platz zu schaffen, müssen acht Kirchenbänke herausgenommen werden. Das Konzert beginnt an dem Abend um 19 Uhr, das in der Clausthal-Zellerfelder Marktkirche zum Heiligen Geist tags drauf um 17 Uhr.
Restkarten für die Bad Harzburger Aufführung sind im Büro des Kulturklubs, Herzog-Wilhelm-Straße 68, zu bekommen, Karten für das Oberharzer Konzert bei der „Grosse’schen Buchhandlung“, bei „Opus 57 Musikalien“ in Goslar und bei der Buchhandlung Thalia in Osterode. Die Eintritts-Tickets kosten jeweils 25 Euro, ermäßigt 15 Euro.