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Zwölf Kandidaten für den Stadtrat

GZ Plus IconMit größerer Liste: Grüne starten im Oberharz in den Wahlkampf

Ein Teil der Grünen Liste für die Stadtratswahl in Clausthal-Zellerfeld (v.l.): Frederik Droste-Rehling, Matthias Koch, Wolfram Haeseler, Celine Krause, Agnes und Alexander Lindmüller, Inka Rockmann und Oliver Koch.

Ein Teil der Grünen Liste für die Stadtratswahl in Clausthal-Zellerfeld (v.l.): Frederik Droste-Rehling, Matthias Koch, Wolfram Haeseler, Celine Krause, Agnes und Alexander Lindmüller, Inka Rockmann und Oliver Koch. Foto: Privat

Mehr Kandidaten, neue Gesichter und ein Ziel: Die Grünen wollen ihren Einfluss in Clausthal-Zellerfeld nach der Kommunalwahl im September deutlich ausbauen.

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Von Corinna Knoke
Samstag, 16.05.2026, 11:00 Uhr

Clausthal-Zellerfeld. Mit Blick auf die Kommunalwahl im September bringt sich die Partei Bündnis 90/Die Grünen im Oberharz personell in Stellung und setzt dabei auf Wachstum. Bei der Aufstellungsversammlung in der vergangenen Woche hat der Kreisverband Goslar die Liste für die Stadtratswahl in Clausthal-Zellerfeld beschlossen. Die Grünen treten mit deutlich mehr Kandidaten an als noch vor fünf Jahren und wollen ihre Präsenz in der Oberharzer Kommunalpolitik weiter stärken.

DIE STADRATSLISTE

1. Agnes Lindmüller

2. Wolfram Haeseler

3. Celine Krause

4. Alexander Lindmüller

5. Mareike Niebuhr

6. Matthias Koch

7. Frederik Droste-Rehling, parteilos

8. Sebastian Löhr

9. Inka Rockmann

10. Oliver Koch, parteilos

11. Hansjörg Hörseljau, parteilos

12. Jennifer Smoch

„Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Liste im Vergleich zur vorherigen Kommunalwahl verdoppeln konnten“, sagt Agnes Lindmüller, die die Liste anführt und zugleich Sprecherin der Grünen im Oberharz ist. Derzeit verfügen die Grünen über drei Sitze im Rat. Trotz der bevorstehenden Verkleinerung des Gremiums wolle man künftig stärker vertreten sein. „Schließlich haben wir den Menschen vor Ort bewiesen, dass wir mit der Gruppe Glück-Auf im Rat gute Arbeit geleistet haben“, ergänzt Wolfram Haeseler. Der Bürgermeisterkandidat der Grünen steht auf Platz zwei der Liste.

Der Rat in Clausthal-Zellerfeld schrumpft

Die Stadt Clausthal-Zellerfeld verliert wie berichtet aufgrund der Ergebnisse des Zensus 2022 zwei Sitze im Rat. Statt bislang 32 Ratsmitgliedern plus Bürgermeisterin wird das Gremium künftig nur noch aus 30 Ratsmitgliedern sowie dem Hauptverwaltungsbeamten bestehen. Für Verwunderung sorgt das Ergebnis der Volkszählung in der Oberharzer Verwaltung bis heute. Laut Zensus lebten zum Stichtag am 15. Mai 2022 insgesamt 1294 Menschen weniger in Clausthal-Zellerfeld, als zuvor in den städtischen Registern erfasst waren. Wie es zu dieser deutlichen Abweichung kommen konnte, ist nach Angaben aus dem Rathaus weiterhin unklar. Darum schloss sich die Verwaltung der Sammelklage der Stadt Celle an.

Dass Haeseler trotz seiner Bürgermeisterkandidatur nicht den Spitzenplatz auf der Liste einnimmt, habe mehrere Gründe, erklärt er selbst. Zum einen gehöre es zur „Genetik der Grünen“, Frauen gezielt zu fördern. Deshalb sollen sie nach Möglichkeit die ungeraden Listenplätze besetzen, während die geraden Plätze offen vergeben werden. Zwar liege der Frauenanteil nicht ganz bei 50 Prozent, dennoch seien bei den Grünen „im Vergleich zu anderen Parteien trotzdem viele Frauen an Bord“, sagt Haeseler. Zum anderen wolle er ja in erster Linie Bürgermeister werden.

Ehemalige Bürgermeisterkandidatin auf der Liste

Mit Agnes Lindmüller stehe zudem eine „mehr als geeignete Kandidatin“ an der Spitze der Liste. Die Promotionsstudentin der TU Clausthal forscht im Bereich Wasserstoffverbrennung. Durch den gemeinsamen Hauskauf mit ihrem Mann Alexander Lindmüller im vergangenen Jahr habe sie außerdem gezeigt, dass sie ihre Zukunft in Clausthal-Zellerfeld sehe, so Haeseler. Auch Alexander Lindmüller kandidiert für den Stadtrat.

Auf dem letzten Platz der Liste steht Jennifer Smoch. Vielen dürfte sie noch aus der vergangenen Bürgermeisterwahl bekannt sein, bei der sie als Parteilose antrat. Inzwischen gehört die Diplom-Juristin den Grünen an. Nach einer Zeit in Hamburg hat sie seit Anfang des Jahres wieder ihren Erstwohnsitz im Oberharz. Erstmals kandidiert auch Celine Krause für die Grünen. Sie ist Vorsitzende der Kita-Vaupel-Stiftung, die unter anderem den jährlichen „Dreck-weg-Tag“ in den Kindertagesstätten organisiert. Ebenfalls auf der Liste steht die Kreissprecherin Mareike Niebuhr. Mit Inka Rockmann konnten die Grünen zudem eine Kandidatin gewinnen, die auch für den Ortsrat Altenau-Schulenberg kandidiert. Dort war die Partei zuletzt nicht vertreten.

Nicht erneut antreten wird dagegen der bisherige Ratsherr Fabian Pohl. Matthias Koch, der bereits dem Stadtrat angehört, bewirbt sich erneut um ein Mandat. Auch Sebastian Löhr, bislang kooptiertes Mitglied im Finanzausschuss, kandidiert nun offiziell für die Grünen. Mit Frederik Droste-Rehling, Oliver Koch und Hansjörg Hörseljau finden sich außerdem drei Parteilose auf der Liste.

Ausbau sicherer Radwege im Fokus

Die Oberharzer Grünen zählen nach eigenen Angaben derzeit 15 Mitglieder sowie sechs Interessierte. Inhaltlich geben sie bereits erste Einblicke in ihr Wahlprogramm. Ziel sei eine „nachhaltige und lebenswerte Region“. Konkret fordern die Grünen unter anderem den Ausbau sicherer Radwege und einen verlässlichen öffentlichen Nahverkehr mit schnellen Verbindungen nach Goslar und Göttingen. Darüber hinaus setzen sie auf die Sanierung und Nutzung bestehender Gebäude, um Leerstände zu vermeiden und die Innenstädte zu beleben. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien, von Energiespeichern sowie eine konsequente Wärmeplanung und der Netzausbau gehören zu den zentralen Themen.

Weitere Schwerpunkte liegen auf dem Ausbau der Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen sowie einer besseren medizinischen Grund- und Notfallversorgung im Oberharz. Kultur, Vereine und Museen sollen gezielt gestärkt werden, um das gesellschaftliche Leben vor Ort zu fördern. Zudem wollen die Grünen die Zusammenarbeit mit der TU Clausthal intensivieren, um die Zukunft der Universitätsstadt langfristig zu sichern. Mehr Transparenz durch digitale Informationen aus Rat, Verwaltung und öffentlichen Betrieben zählt ebenfalls zu den formulierten Zielen.

Bereits am heutigen Samstag wollen die Grünen weitere Ideen und Anliegen aus der Bevölkerung aufnehmen. Zwischen 10 und 12 Uhr stehen Mitglieder der Partei mit einem Infostand an der Ecke zum TU-Hauptgebäude für Gespräche bereit.

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