Waldresort startet mit Roden der Bäume
Mittlerweile ist im Bereich zwischen der Straße „Am langen Bruch“ und dem oberen Kurpark eine Lichtung mit Blick zum verschneiten Wurmberg entstanden. Die Wege in diesem Bereich sind wegen der Fällarbeiten gesperrt (kleines Bild). Fotos: Eggers
Der Vertrag ist in trockenen Tüchern. Die Tidevand GmbH hat die Fläche in der Kollie für ihr Waldresort Revugia gekauft und in den vergangenen Tagen mit dem Roden des Waldes begonnen. Insgesamt sollen auf einer Fläche von sieben Hektar Bäume gefällt werden, kündigte am Dienstag geschäftsführendes Vorstandsmitglied Kai Seela auf Anfrage an. Vor allem die Anwohner protestieren in Schreiben an die GZ sowie in sozialen Netzwerken gegen das Vorhaben.
Braunlage. Die Firma Tidevand will in der Kollie insgesamt 50 Millionen Euro investieren und in zwei Bauabschnitten Wellness-Hotel, Lodgequartier sowie diverse Baum-, Stelzen- und Ferienhäusern im Vier- und Viereinhalb-Sterne-Bereich errichten. Im ersten Bauabschnitt sollen 80 und im zweiten 120 Vermietungseinheiten geschaffen werden, teilte der Investor mit.
Der Baustart hatte sich zuletzt immer wieder verzögert, doch jetzt – nachdem das Unternehmen eigenen Angaben zufolge die 20Hektar große Fläche vom Forstamt Lauterberg gekauft hat – ging es los. „Im kommenden Jahr wollen wir dann den Bauantrag stellen“, berichtete Kai Seela. Er sei zuversichtlich, dass dann im dritten Quartal 2022 die Grundsteinlegung erfolgen könne. Bis Weihnachten 2024 soll dann der erste Bauabschnitt beendet sein, so die aktuelle Planung.
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Die Mehrheit des Rates der Stadt Braunlage erhofft sich von diesem Projekt unter anderem eine weitere Belebung der Wirtschaft und einen Anstieg der Bevölkerung. Vor allem die Verwaltung hatte darauf gedrängt, dass gleich im ersten Bauabschnitt ein öffentliches Restaurant in dieser Ferienanlage entsteht. In den Gaststätten der Stadt herrscht insbesondere während der Hauptsaison dichtes Gedränge. Viele Urlauber haben Probleme ein Restaurant zu finden, in denen sie essen gehen können. Eine Vorab-Reservierung wird deshalb nicht erst seit Corona empfohlen.
Die Gegner des Vorhabens, zu denen neben vielen Anwohnern auch die Grünen gehören, die im Rat gegen das Millionen-Projekt gestimmt hatten, befürchten unter anderem eine Zunahme von Staus im Stadtgebiet, einen Engpass beim Personal in Hotellerie und Gastronomie und mehr Verkehr in den Seitenstraßen.
Doch nicht nur die Firma Tidevand, auch die Stadt Braunlage will im Bereich der Kollie investieren. Der Rat hatte sich Mitte Juli mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, in diesem Bereich ein neues Baugebiet zu schaffen. Nach dem derzeitigen Stand der Planung sollen insgesamt 33 neue Häuser zwischen Gartenstraße und Bremke entstehen.