Werders Ärger über „zwei verlorene Punkte“
Hatte einiges zu verdauen nach dem Remis gegen Frankfurt: Werder-Cheftrainer Horst Steffen. Foto: dpa
Das unglückliche 3:3 gegen Eintracht Frankfurt passt zum Saisonverlauf des SV Werder. Wieder verschenken die Bremer Zähler, wieder gib es einen Stimmungsdämpfer.
Bremen. Nach dem unglücklichen Remis gegen Eintracht Frankfurt ging Werder Bremens Cheftrainer Horst Steffen in die Offensive. Wie schon in den Tagen vor dem Rückrunden-Auftakt in der Fußball-Bundesliga wurde er erneut nach der angeblich schlechten Stimmung in der Mannschaft gefragt.
„Wir hatten keinen Brand, wir hatten einfach eine gute Stimmung innerhalb der Gruppe mit dem Trainerteam“, sagte Steffen. Seine Verärgerung machte er deutlich, indem er jedes seiner Worte betonte.
Sie hätten „eine nicht so gute Stimmung, weil wir Spiele nicht gewonnen haben“, meinte er weiter. „Das ist etwas, was eine Stimmung drückt.“ Alles andere sei eine falsche Wahrnehmung.
3:3 gegen Frankfurt kein Stimmungsaufheller
Klar war aber auch, dass das Last-Minute-3:3 gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Hessen kein Stimmungsaufheller war. Auch nicht für ihn. Steffen sprach nach dem Spiel von zwei verlorenen Punkten. „Der Sieg lag da, wir nehmen ihn aber nicht“, sagte 56-Jährige.
Sieben Spiele sind die Bremer nun ohne Sieg. Nach 17 Spielen stehen sie mit 18 Punkten da, die Gefahrenzone in der Tabelle ist nicht weit entfernt. „Dass wir zwei, drei, vier Punkte mehr haben dürfen, ist uns allen bewusst“, sagte Steffen.
Die nächsten Gegner Bayer Leverkusen (auswärts) und TSG Hoffenheim (zu Hause) steigern nicht gerade die Hoffnung, die Negativserie zeitnah zu beenden.
Gegen Eintracht Frankfurt nagte besonders der Ausgleich der Gäste durch Ansgar Knauff in der vierten Minute der Nachspielzeit. „Der Gegenwind ist da. Und da passieren solche Dinge“, sagte Mittelfeldspieler Jens Stage.

Enttäuscht nach dem Schlusspfiff: Werders Mittelfeldspieler und Torschütze Jens Stage. Foto: --/dpa
Auch positive Aspekte im Werder-Spiel
Dabei durften die Bremer durchaus auch positive Dinge aus dem Spiel mitnehmen. Zweimal lagen sie zurück - das erste Mal schon nach 50 Sekunden -, zweimal kamen sie zurück. Und sie gingen sogar in Führung. Dass die Stuttgarter Winter-Leihgabe und Sturm-Hoffnung Jovan Milosevic in seinem ersten Heimspiel für die Bremer gleich das 3:2 markierte, war ein weiterer verheißungsvoller Aspekt.
Geburtstagskind Samuel Mbangula (22) belebte den Angriff nach seiner Einwechselung, schlug gute Standards und bewarb sich für mehr Spielzeit. Auch insgesamt überzeugten die Bremer phasenweise und kombinierten ansehnlich.
Justin Njinmah - der Schütze zum 1:1 - war mit seiner Schnelligkeit kaum von der Eintracht-Abwehr zu beherrschen, hätte aber auch statt ein Tor oder drei Treffer markieren können.
Milosevic macht Hoffnung auf mehr
Bis auf das Ergebnis sei das ganze Spiel positiv gewesen, meinte Stage, der den Treffer (78.) zum 2:2 erzielte. „Wir hatten mit Ball viele gute Momente, ohne Ball. Eine Super-Intensität, Super-Kampfgeist“, zählte er auf. Für seinen Trainer war das kein Trost. „Aktuell ist die Enttäuschung einfach größer als das gute Gefühl, dass wir uns Torchancen erspielen und Tore machen können“, sagte er im TV-Sender Sky.

War einer der positiven Werder-Aspekte beim unglücklichen 3:3 gegen Eintracht Frankfurt: Torschütze Jovan Milosevic. Foto: --/dpa
Ein Neu-Bremer durfte mit einem Lächeln nach Hause gehen. Nach seinen ersten 16 Heimspiel-Minuten für Werder traf Milosevic in der 80. Minute zur Führung - und brachte das Weserstadion zum Kochen. Die Emotionen nach dem Tor sei „eines der besten Gefühle meines Lebens“ gewesen, sagte der Serbe. Für einen perfekten Abend fehlte nur eines: ein Sieg.