Papst macht ehemaligen Flüchtling in USA zum Bischof
Papst Leo XIV. bei einer Generalaudienz im Vatikan. (Archivbild) Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa
Mit dem Vorgehen der Trump-Regierung gegen Migranten ist Leo XIV. überhaupt nicht einverstanden. Jetzt macht der erste Papst aus den USA dort einen Mann zum Bischof, der einst illegal ins Land kam.
Rom. Papst Leo XIV. hat einen ehemaligen Flüchtling, der einst ohne gültige Papiere in die USA gekommen war, in den Vereinigten Staaten zum Bischof gemacht. Der katholische Geistliche Evelio Menjivar-Ayala aus dem mittelamerikanischen Staat El Salvador hatte sich 1990 illegal über die Grenze bringen lassen. Das erste Oberhaupt der katholischen Kirche aus den USA ernannte den heute 55-Jährigen nun zum Bischof der Diözese Wheeling-Charleston im US-Bundesstaat West Virginia, wie der Vatikan mitteilte.
Die Ernennung wird von vielen auch als Zeichen gegen die Migrationspolitik von US-Präsident Donald Trump gewertet. Die US-Regierung geht seit der Rückkehr des Republikaners ins Weiße Haus Anfang vergangenen Jahres äußerst hart gegen Migranten vor, von denen viele aus Mittel- und Südamerika stammen. Der heutige Papst, der selbst viele Jahre als Missionar und Bischof in Peru lebte, hatte dies schon in seiner Zeit als Kardinal heftig kritisiert. Auch jetzt plädiert er immer wieder für einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen.
Im Kofferraum eines Autos über Mexiko in die USA
Trump wiederum forderte Leo im vergangenen Monat mehrfach in teils harschem Ton auf, sich aus der Politik herauszuhalten. Zugleich behauptete er, Leo sei als Amerikaner nur ins Amt gekommen, weil er selbst zum Präsidenten gewählt worden sei. Dazu stellte er ein mit Künstlicher Intelligenz erstelltes Bild ins Internet, dass ihn selbst als Jesus zeigte. Nach viel Kritik auch aus den eigenen Reihen ließ Trump die Darstellung wieder entfernen.
Der neue Bischof Menjivar-Ayala war als 20-Jähriger illegal über die Grenze zwischen Mexiko und den USA ins Land gekommen, versteckt im Kofferraum eines Autos. In seiner Heimat gab es damals einen blutigen Bürgerkrieg. In den vergangenen Jahren war er als Weihbischof in der US-Hauptstadt Washington tätig. Die katholische Kirche zählt weltweit etwa 1,4 Milliarden Gläubige.