Grüne kämpfen für weniger Kali-Abwässer in Werra und Weser
Grüne aus vier Bundesländern nahmen an der Protestaktionen teil. (Archivbild) Foto: Stefan Puchner/dpa
Die Salzbelastung in Flüssen macht nicht an Ländergrenzen halt, mahnen die Grünen. Sie fordern die Kaliindustrie auf, die Einleitung von Abwasser zu beenden.
Witzenhausen. Ein länderübergreifendes Bündnis der Grünen aus Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen kämpft gegen die geplante Fortsetzung der Salzeinleitungen in Werra und Weser über 2027 hinaus. Bei einer gemeinsamen Protestaktion in Witzenhausen forderten sie den Düngemittelherstellers K+S auf, die Einleitung von Abwasser aus dem Kalibergbau zu beenden.
Das in Kassel ansässige Unternehmen hatte früheren Angaben zufolge angekündigt, über das Jahr 2027 hinaus Produktionsabwasser in die Werra einzuleiten. Zuvor hatte K+S zugesagt, ab 2028 kein Produktionsabwasser mehr in den Fluss einzuleiten, sondern lediglich das geringer konzentrierte Haldenwasser. Die Planungen des Unternehmens sehen nach früheren Angaben des Regierungspräsidiums Kassel eine Laufzeit von 2028 bis 2039 vor.
Die Kaliindustrie sei ein wichtiger Arbeitgeber für die Region Nordhessen, erklärte die Vize-Fraktionschefin der hessischen Grünen-Landtagsfraktion, Kaya Kinkel. Gerade deshalb sei eine langfristige Perspektive nötig. Das vorgesehene Ende der Einleitung von Prozessabwässern müsse Bestand haben.
Salzbelastung mache an Ländergrenzen nicht halt, sagte der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer. Deshalb sei ein gemeinsamer Weg zur schrittweisen Reduzierung der Salzbelastung vereinbart worden. Hinter diese Ziele sollte nicht zurückgefallen werden. Ab 2028 müsse Schluss sein mit der Einleitung von Prozessabwässern, betonte Britta Kellermann von der niedersächsischen Grünen-Fraktion.
Die riesigen Salzhalden würden die Flüsse noch über Jahrzehnte belasten, ergänzte Luis Schäfer, Sprecher der Grünen in Thüringen. Was in die Werra eingeleitet werde, belaste im weiteren Verlauf auch die Weser. Es werde eine tragfähige Lösung statt ein weiter so erwartet, mahnte Astrid Vogelheim, Wasserexpertin der Grünen-Landtagsfraktion in NRW.