Einige Wohnmobil–Stellplätze an Elbe und Nordsee teurer
Auf einigen Wohnmobil-Stellplätzen müssen Urlauber in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen in diesem Jahr mehr zahlen. (Symbolbild) Foto: Frank Molter/dpa
Drastisch wurden die Preise zuletzt an einem Ort erhöht. Aber Camping-Fans müssen auch anderswo in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen häufig mehr bezahlen - auch auf Sylt.
Kiel/Schwerin/Hannover. Zahlreiche Stellplätze locken Urlauber mit ihren Wohnmobilen und Caravans in den Norden. Wer hier in seinem Reisegefährt übernachten möchte, muss dafür vielerorts jetzt mehr zahlen - auf einigen Plätzen bleiben die Preise aber stabil.
Mehr als doppelt so viel verlangt der Stellplatz am Elbufer in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) seit dem vergangenen Jahr für 24 Stunden Camping - inklusive Entsorgung der Chemie-Toilette. 18 Euro sind es jetzt - sieben Euro waren es 2024, wie eine Sprecherin der Touristeninformation in Geesthacht der Deutschen Presse-Agentur sagte. Es sei zuvor schlicht nicht mehr wirtschaftlich gewesen.
„Der große Anstieg fühlte sich für viele zunächst heftig an - der Platz ist aber dennoch super gebucht“, sagte sie. Eine Preiserhöhung war hier früheren Angaben zufolge in den vergangenen Jahren demnach versäumt worden.
Schleswig-Holstein und Hamburg
„Wir haben die Preise in diesem Jahr nicht angehoben“, sagte dagegen ein Mitarbeiter des Wohnmobilhafens in Hamburg der dpa. Zwar habe es in den vergangenen drei bis vier Jahren immer mal wieder Erhöhungen gegeben, in diesem Jahr bleibe aber alles gleich: 35 Euro zahlen Camper hier pro Nacht für einen Stellplatz - inklusive aller Kosten und Duschen.
In Westerland und Rantum auf Sylt zahlen Camper für einen Stellplatz für Wohnmobil oder Wohnwagen in diesem Jahr zwischen 50 Cent und 1 Euro mehr, wie eine Sprecherin des Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) mitteilte. „Je nach Größe, Lage und Neben- oder Hauptsaison werden in Westerland und Rantum jetzt zwischen 19,50 Euro und 32,50 Euro fällig - 2025 waren es demnach zwischen 19,00 und 31,50 Euro.“ Im vergangenen Jahr waren die Preise im Schnitt um bis zu vier Euro angehoben worden.
Auf dem Wohnmobilstellplatz in Utersum auf Föhr zahlen Campingfans jetzt in der Hauptsaison 30 Euro - im vergangenen Jahr waren es 29 Euro gewesen. Auch im kommenden Jahr plant der Betreiber nach eigenen Angaben eine Erhöhung um einen Euro. Vor zwei Jahren kostete der Platz hier demnach noch 27 Euro.
Zwei Euro mehr zahlen Gäste 2026 auf dem Wohnmobilplatz Schäfer in St. Peter-Ording für 24 Stunden inklusive Strom, wie der Betreiber sagte. Im vergangenen Jahr waren demnach noch 18 Euro fällig. „Grund dafür ist, dass die Preise in vielen Bereichen gestiegen sind - die Preiserhöhung ist eine Angleichung daran.“
Auf dem Wohnmobilstellplatz am Kappelner Nordhafen an der Schlei zahlen Camper für eine Nacht für ein Fahrzeug bis 7,99 Meter Länge 20 Euro - mit Anhänger sind es 25 Euro. Im vergangenen Jahr waren hier die Preise für die Übernachtung inklusive Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten um rund fünf Prozent angehoben worden, wie der Betreiber sagte. Auch für Strom werde nun angesichts gestiegener Preise mehr fällig.
Mecklenburg-Vorpommern
Im Süden Mecklenburg-Vorpommerns im „Havelberge Camping Resort“ in Userin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) zahlen Wohnwagenbesitzer in diesem Jahr 2,30 Euro mehr für ihren Stellplatz in der Hauptsaison - Strom ist inklusive. 33,50 Euro ist hier aktuell der günstigste Preis in der Hauptsaison für ein Wohnmobil und zwei Personen, inklusive Strom. Im vergangenen Jahr waren demnach noch 31,20 Euro für einen Platz in der Hauptsaison fällig.
„Wir heben die Preise für die Stellplätze jedes Jahr ein bisschen an“, sagte eine Sprecherin. Im vergangenen Jahr hatten Campingfans 1,20 Euro mehr für einen Stellplatz in der Hauptsaison zahlen müssen.
Auf dem Caravanstellplatz „An der Rügenbrücke“ in Stralsund waren die Preise für einen Stellplatz zuletzt zweimal angehoben worden, wie eine Sprecherin sagte. Seit 2016 zahlten die Gäste zunächst 19 Euro, dann sei auf 20 Euro erhöht worden und 2024 auf 22 Euro.
Auf dem „Insel Rügen Caravanplatz“ am Ortsrand von Bergen zahlen Camper in diesem Jahr 25 Euro pro Nacht für ein Wohnmobil oder einen Caravan mit zwei Urlaubern - inklusive Strom und Entsorgung, wie eine Sprecherin sagte. Im vergangenen Jahr waren es 20 Euro pro Nacht, dann allerdings ohne Strom. Die fünf Euro Strom werden in diesem Jahr jetzt pauschal zusammen mit den Übernachtungskosten verlangt.
Im Wohnmobilpark Westhafen in Wismar bleiben die Preise in diesem Jahr stabil, sagte eine Sprecherin. „Im kommenden Jahr werden wir die Preise aber vermutlich anheben.“ 15 Euro zahlen Gäste hier jetzt nahe am alten Hafen und der Altstadt für 24 Stunden Parkgebühr pro Wohnmobil, inklusive aller Personen sowie Entsorgung und Müll. Inklusive der Nutzung von Sanitäranlagen werden demnach 19 Euro fällig - Duschen und Strom werden nämlich extra abgerechnet.
Niedersachsen
Beim „Nordsee Camping“ in Neuharlingersiel sind die Preise in der Hauptsaison in diesem Jahr leicht angehoben worden - abhängig von der gebuchten Kategorie um 0,50 bis 1 Euro, wie eine Mitarbeiterin sagte. Auf dem Platz im Landkreis Wittmund im Nordwesten Niedersachsens zahlen Camper für einen Standplatz je nach Kategorie zwischen 17 und 27 Euro. Hinzu kommen demnach Kosten für Strom und Gästebeitrag. „Im Jahr 2027 werden sich die Preise erhöhen“, sagte sie. Die Höhe stehe aktuell noch nicht fest.
Auf dem Campingpark Schellental in Bad Pyrmont (Landkreis Hameln-Pyrmont) bleiben die Preise derweil stabil - Erhöhungen seien zunächst nicht geplant, sagte ein Sprecher. Der Stellplatz für einen Caravan oder ein Wohnmobil kostet hier für zwei Erwachsene 32 Euro - inklusive Lichtstrom, WLAN, Duschen, Wasser/Abwasser und Müll.