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Dem Winterwetter entfliehen

Die wärmsten Orte (im ziemlich kalten Norden)

Schneebälle aus Crushed Ice liegen in der Koggen-Sauna in Ostfriesland neben einem Sauna-Ofen - vielleicht etwas für einen kalten Wintertag?

Schneebälle aus Crushed Ice liegen in der Koggen-Sauna in Ostfriesland neben einem Sauna-Ofen - vielleicht etwas für einen kalten Wintertag? Foto: Lars Penning/dpa

Es schneit immer wieder, die Straßen sind glatt, die Temperaturen niedrig. Da dürfte sich so mancher in Norddeutschland einen warmen Ort wünschen - nicht nur im eigenen Zuhause. Diese Orte gibt es.

Von den dpa-Korrespondenten Samstag, 10.01.2026, 04:40 Uhr

Neuharlingersiel/Hamburg/Bremen. Ob in der Sauna, im Tropenhaus oder im Besucherbergwerk - viele Menschen dürften sich einen warmen Ort bei winterlichem Wetter wünschen. Wer die Zeit trotz Schnees und Sturms nicht an der Heizung, am warmen Ofen oder unter der Decke verbringen möchte, findet in Norddeutschland doch eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Ein Überblick darüber, wo es auch im Norden im Winter warm ist. 

Klimahaus Bremerhaven: Bei 25 Grad in der Steinwüste

Wie wäre es mit einem Kurzurlaub in der Steinwüste? Bei rund 25 Grad Celsius können die Besucherinnen und Besucher des Klimahauses Bremerhaven der Hitze Afrikas nachspüren. Normalerweise ist es in dem Ausstellungsraum mit rund 35 Grad sogar noch wärmer. Damit die Unterschiede nicht so stark sind, reduziert das Klimahaus im Winter die Temperatur etwas.

Wem es im Winterpulli trotzdem zu warm wird, der kann einfach weiter durch die Ausstellung flanieren. Nach einem Stopp im Urwald Kameruns geht es ins ewige Eis der Antarktis - selbst dort könnte es mit minus 6 Grad noch wärmer sein als aktuell an manchen Orten Norddeutschlands.

Sauna in Ostfriesland: Schwitzen bei bis zu 85 Grad

Draußen bibbern bei minus 2 Grad, drinnen schwitzen bei plus 85 Grad: Die Koggen-Sauna im Badewerk Neuharlingersiel in Ostfriesland sei das ganze Jahr gefragt, aber jetzt in der Winterzeit besonders, sagt Leiterin Melanie Vanderschot. Gerade nutzten auch viele Wintercamper vom benachbarten Campingplatz das Badewerk-Angebot. Neben der Koggen-Sauna in einer alten Handelskogge gibt es noch sechs weitere Saunen in dem Thalasso-Zentrum. 

„Wer sich doch mal zwischendurch aufwärmen möchte, weil man den ganzen Tag draußen war und das Bedürfnis nach Wärme hat, kommt zu uns ins Badewerk“, sagt Vanderschot. In diesen Tagen haben die Saunameister dort auch einen besonderen Aufguss aus „Crushed Ice“ im Repertoire – dazu wird eine Eiskugel auf den Saunaofen gelegt. Wer mag, kann sich danach im schneebedeckten Saunagarten wieder abkühlen. 

Abkühlung nach der 85-Grad-Sauna gibt es im Saunagarten im Badewerk Neuharlingersiel.

Abkühlung nach der 85-Grad-Sauna gibt es im Saunagarten im Badewerk Neuharlingersiel. Foto: Lars Penning/dpa

In die Sauna zu gehen rege das Herz-Kreislauf-System an und fördere auch das Immunsystem, sagt Vanderschot. „Das ist natürlich gerade jetzt im Winter wichtig.“ In der Sauna finde man aber auch Entspannung und Ruhe. 

Tropen-Aquarium Hagenbeck: Mit freilaufenden Kattas unterwegs

Die Alternative zum Hamburger Asphalt-Dschungel liegt gar nicht so fern. Im Stadtteil Stellingen lockt das Tropen-Aquarium im Tierpark Hagenbeck - ein Ort, um der Kälte zu entfliehen. Auf mehr als 8.000 Quadratmetern gibt es 350 Arten zu entdecken. Das Aquarium soll geöffnet bleiben, auch wenn der Tierpark geschlossen werden muss.

Eine Attraktion sind die freilaufenden Kattas. Diese Primaten aus der Gruppe der Lemuren sind ursprünglich auf Madagaskar heimisch. Aber aufgepasst: Da die Obergrenze bei 850 Besuchern liegt, kann es vereinzelt zu Wartezeiten am Eingang kommen.

Die freilaufenden Kattas gehören zu den Attraktionen im Tierpark Hagenbeck. (Archivbild)

Die freilaufenden Kattas gehören zu den Attraktionen im Tierpark Hagenbeck. (Archivbild) Foto: picture alliance / Axel Heimken/dpa

St. Peter-Ording: Saunieren mit Blick auf die Nordsee

80 Grad Celsius und ein Blick über die Salzwiesen auf die Nordsee mit den Pfahlbauten, die Wahrzeichen des Nordseebads St. Peter-Ording: Die Dünen-Therme bietet ein ganz besonderes Sauna-Erlebnis. Während draußen der eisige Wind pfeift, rinnt im Inneren der Pfahlbausauna der Schweiß in Strömen. In der Sauna-Landschaft geht es auch heißer und etwas kühler. In der Blockhaussauna werden bis zu 100 Grad Celsius, im Strandsanarium bis etwa 60 Grad erreicht. Auf den Blick auf die Nordsee muss dann aber verzichtet werden.

Gewächshauser und Gartencenter: Vorfreude auf das Frühjahr

Viele Gartencenter und Gärtnereien haben ihre eigenen Gewächshäuser, in denen schon jetzt die Pflanzen für das Frühjahr gezogen werden. Ein Besuch in diesen Gewächshäusern bietet gleich einen doppelten Vorteil. Zum einen ist es in diesen Gebäuden deutlich wärmer als draußen, zum anderen steigt beim Anblick der Blumen - hoffentlich - die Vorfreude auf das Frühjahr.

Besucherbergwerk Rammelsberg: Milde Temperaturen unter Tage

Gleichgültig, ob Schnee fällt oder 40 Grad im Schatten herrschen: Im Besucherbergwerk Rammelsberg bei Goslar im Harz herrscht immer die gleiche Temperatur. „Wir haben wohlige 12 Grad unter Tage. Bei angekündigten minus 10 Grad ist das dann immerhin ein Unterschied von mehr als 20 Grad“, sagt ein Sprecher der Einrichtung.

Zu einem Besucheransturm habe das in den vergangenen Tagen aber bisher nicht geführt. Oder anders gesagt: Allzu voll dürfte es für Menschen, die der Kälte entfliehen wollen, nicht werden. In der Vergangenheit hätten zumindest im Sommer schon öfter mal Menschen die konstante Temperatur unter Tage genutzt. Nur dann eben, um der Hitze zu entfliehen.

Bei eiskalten Temperaturen und viel Schnee fühlt es sich im Bergwerk Rammelsberg fast schon warm an. (Archivbild)

Bei eiskalten Temperaturen und viel Schnee fühlt es sich im Bergwerk Rammelsberg fast schon warm an. (Archivbild) Foto: Swen Pförtner/dpa

Der Rammelsberg war einst ein bedeutendes Bergwerk im Harz. Das Mittelgebirge war in den vergangenen Jahrhunderten für seinen Bergbau bekannt. Inzwischen gehört der Rammelsberg zusammen mit der Altstadt Goslar und dem Gewässersystem Oberharzer Wasserwirtschaft zum Unesco-Weltkulturerbe.

Bei den Stahlkochern: Arbeit an 2.200 Grad heißen Öfen

Beim Stahlkocher Salzgitter müssen Besucher zwar draußen bleiben. Mit Wärme - oder besser Hitze - kennen sich die Mitarbeiter dort aber bestens aus: Bis zu 2.200 Grad herrschen im Inneren des Hochofens, wenn dort das Erz geschmolzen wird. Ganz so heiß ist es an der Abstichrinne, in der sich flüssiges Roheisen und Schlacke befinden, zwar nicht. Auszuhalten ist die Hitze aber auch dort, am heißesten Arbeitsplatz im Werk, nur mit dicker Schutzkleidung.

Die markanten silbernen Kittel aus hitzebeständigem Material samt Helm, Visier, dicken Stiefeln und Handschuhen halten, so heißt es bei der Salzgitter AG, auch extremen Temperaturen stand. Für Schmelzer am Hochofen sind diese „Silberanzüge“ demnach unverzichtbar, um sie vor Verbrennungen und Hitzeeinwirkungen zu schützen.

In St. Peter-Ording kann mit Blick auf die Nordsee sauniert werden. (Archivbild)

In St. Peter-Ording kann mit Blick auf die Nordsee sauniert werden. (Archivbild) Foto: Bodo Marks/dpa

In Gewächshäusern kann man sich schon auf den Frühling freuen. (Archivbild)

In Gewächshäusern kann man sich schon auf den Frühling freuen. (Archivbild) Foto: Matthias Bein/dpa

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