Fans kontra Polizei: Zehn Festnahmen in Wolfsburg
Die Wolfsburger Polizei nahm vor dem Spiel mehrere Bremer Fans fest. Foto: Andreas Gora/dpa
Vor dem Bundesliga-Spiel Wolfsburg gegen Werder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Bremer Fans, Ordnern und Polizei. Es gibt mehrere Festnahmen, Verletzte und Kritik an den Ordnungskräften.
Wolfsburg. Das Bundesliga-Abstiegskampfduell zwischen dem VfL Wolfsburg und Werder Bremen (0:1) ist von Auseinandersetzungen zwischen Werder-Fans, Ordnern und der Polizei begleitet worden. Dabei wurden nach Angaben der Polizei zehn Werder-Anhänger vorläufig festgenommen und später wieder entlassen. Die Bilanz laut Polizeibericht sind drei verletzte Ordner, drei leicht verletzte Polizisten sowie Strafverfahren wegen Körperverletzung, Landfriedensbruch und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte.
Die Fanhilfe Bremen schrieb bei Instagram dagegen von „massiven Übergriffen durch die Polizei“ und auch von „Verletzungen, darunter Platzwunden“ bei Werder-Fans. „Wir fordern ein Ende unverhältnismäßiger Polizeimaßnahmen und ein klares Abrüsten – sowohl im Auftreten als auch im Handeln“, heißt es in der Stellungnahme.
Bremer Fans attackieren Ordner
Begonnen hatten die Vorfälle etwa 45 Minuten vor dem Spiel am Eingang zum Gästeblock der Volkswagen Arena. Bremer Anhänger versuchten nach Angaben des VfL Wolfsburg, einen nicht genehmigten Gegenstand in den Gästeblock zu schmuggeln. Als ein Ordner dies verhindern wollte, sei es zu einem „massiven Angriff von Bremer Fans auf Wolfsburger Ordner“ gekommen, sagte eine VfL-Sprecherin.
Die Polizei rückte daraufhin mit mehreren Mannschaftswagen an und griff ein. In der Polizeimitteilung heißt es: „Die Beamten mussten mehrfach unmittelbaren Zwang anwenden.“ Auf Internet-Videos ist zu sehen, wie Polizisten einzelne Werder-Fans vom Aufgang zum Stadion zerren.
Die Fanhilfe Bremen schreibt von „gezielten Schlägen – sogar gegen bereits am Boden liegende Personen – sowie aggressives Vorgehen gegen eine größere Gruppe von Fans“. Die Polizei berichtet von „tätlichen Angriffen auf Polizeibeamte“, bei denen drei Beamte leicht verletzt wurden, aber weiterhin dienstfähig seien. „Zu weiteren verletzten Personen ist derzeit nichts bekannt.“
Werder-Chef Fritz: „Das tut natürlich weh“
Als Folge der Auseinandersetzungen verließen Teile der organisierten Werder-Anhänger noch vor dem Spiel den Gästeblock. Die Bremer Mannschaft wurde von den verbliebenen Fans ohne Banner und Fahnen und auch deutlich leiser als sonst üblich unterstützt.
„Wir müssen das erstmal für uns aufarbeiten und weitere Informationen holen. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen“, sagte Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz. „Man muss aber schon sagen: Wenn du vor dem Spiel hörst, dass unsere Szene nicht da sein kann: Das macht schon etwas mit dir. Das tut natürlich weh.“
Die Vorfälle am Gästeblock haben gleich mehrere Vorgeschichten. 2022 reisten Werder-Fans nach massiven Polizeikontrollen am Wolfsburger Hauptbahnhof schon vor dem Spiel aus Protest wieder nach Bremen zurück. Vor der Partie an diesem Samstag hatten tausende Werder-Anhänger versucht, an zusätzliche Karten für die Volkswagen Arena zu gelangen. Die Wolfsburger unterbanden das größtenteils, indem nur noch Tickets für VfL-Mitglieder in den Verkauf gingen.