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Fußball-Bundesliga

Ärger bei Kellerduell: Wolfsburg verliert auch gegen Werder

Werders Marco Grüll (l) wird von Wolfsburgs Jeanuel Belocian bedrängt.

Werders Marco Grüll (l) wird von Wolfsburgs Jeanuel Belocian bedrängt. Foto: Andreas Gora/dpa

Der VfL Wolfsburg taumelt dem Abstieg entgegen. Gegen Werder Bremen gibt es die nächste große Enttäuschung. Schon vor dem Spiel kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei.

Von Sebastian Stiekel, dpa Samstag, 21.03.2026, 17:40 Uhr

Wolfsburg. Der erste Bundesliga-Abstieg des VfL Wolfsburg wird auch mit dem neuen Trainer Dieter Hecking immer wahrscheinlicher. Begleitet von Auseinandersetzungen zwischen Gästefans und der Polizei verlor der Tabellenvorletzte das wichtige Kellerduell mit Werder Bremen mit 0:1 (0:0).

Während die „Wölfe“ mehrere gute Chancen vergaben, traf Justin Njinmah in der 68. Minute für sehr effiziente und stark ersatzgeschwächte Bremer. In der Tabelle setzte sich Werder auf sieben Punkte vor den nun seit zehn Spielen sieglosen Wolfsburgern ab. Diesen sportlichen Absturz hat auch Hecking in seinem zweiten Spiel nicht stoppen können. In der Nachspielzeit sah VfL-Verteidiger Moritz Jenz auch noch die Gelb-Rote Karte.

Polizei greift gegen Werder-Fans ein 

Seinen ersten großen Aufreger hatte dieses Kellerduell schon vor dem Anpfiff. Nach Angaben des VfL versuchten Werder-Anhänger, nicht genehmigte Fan-Utensilien in den Gästeblock zu schmuggeln. Als Ordner dies verhindert hätten, seien sie zum Teil tätlich angegriffen worden.

Die Polizei rückte mit mehreren Mannschaftswagen an und hinderte zahlreiche Werder-Ultras am Betreten des Stadions. Die Wolfsburger Polizei bestätigte auf Anfrage die Festnahme mehrerer Anhänger. Die Fanhilfe beklagte in einer Stellungnahme ein völlig überzogenes und „aggressives Vorgehen“ der Polizei.

Diese Vorfälle haben gleich mehrere Vorgeschichten. 2022 reisten Werder-Fans nach massiven Polizeikontrollen am Wolfsburger Hauptbahnhof schon vor dem Spiel aus Protest wieder nach Bremen zurück. Vor dieser Partie wiederum versuchten tausende Werder-Anhänger an zusätzliche Karten für die Volkswagen Arena zu gelangen, was der VfL größtenteils unterband. Die Wolfsburger gaben nur noch Tickets für Mitglieder in den Verkauf.

Kaum Support im Gäste-Block

In dieser aufgeheizten Atmosphäre war am Ende nicht einmal der Gästeblock der Bremer komplett voll. Es gab keine Banner, Fahnen und größtenteils auch keinen Support der Werder-Fans. Die offizielle Zuschauerzahl betrug lediglich 28.917 Besucher.

Die Bremer mussten in diesem wichtigen Spiel aber nicht nur auf die Fan-Unterstützung verzichten, sondern auch noch auf insgesamt zehn Spieler - darunter so wichtige Stützen wie Jens Stage und Senne Lynen im Mittelfeld sowie Amos Pieper in der Abwehr.

Trotzdem begann Werder dieses Spiel sehr mutig. In der sechsten Minute passte Olivier Deman von der linken Seite in den Fünfmeterraum, wo Romano Schmid nur minimal später an den Ball kam als der Wolfsburger Joakim Maehle. Sechs Minuten später parierte VfL-Torwart Kamil Grabara einen Freistoß von Cameron Puertas und den Nachschuss von Yukinari Sugawara (12.).

Werder-Torwart hält alles

Die Wolfsburger brauchten eine Viertelstunde, um in dieses Spiel zu finden - kamen dann aber mit großer Wucht. Zeitweise lieferte sich die Offensive des VfL bis zur Halbzeit ein Privatduell mit Werder-Torwart Mio Backhaus.

In der 16. Minute parierte der 21-Jährige im Nachfassen einen Kopfball von Jonas Wind aus kurzer Distanz. Einen Freistoß von Christian Eriksen lenkte Backhaus über die Latte (45.), eine schöne Direktabnahme von Jesper Lindström an das Quergestänge (45.+2).

Auch nach der Halbzeitpause ging das zunächst so weiter: Backhaus parierte einen Schuss von Maehle (49.). Mohamed Amoura schoss den Ball ausnahmsweise am Tor vorbei, ohne dass der Bremer Keeper eingreifen musste (60.).

Bremer Tor mit erstem Torschuss

Diese Verschwendung von Torchancen sollte sich aus Wolfsburger Sicht rächen. Denn nach dem ersten Bremer Torschuss der zweiten Halbzeit stand es auf einmal 0:1. Felix Agu passte den Ball fast von der Grundlinie zu Njinmah zurück - und der schob ihn aus 17 Metern überlegt ins lange Eck.

Der VfL antwortete darauf mit wütenden, aber weitgehend planlosen und deshalb kaum noch gefährlichen Angriffen. Werder verteidigte den wichtigen Vorsprung mit viel Leidenschaft. In der Schlussphase musste selbst Backhaus nicht mehr eingreifen.

Werder-Jubel nach dem Führungstor.

Werder-Jubel nach dem Führungstor. Foto: Andreas Gora/dpa

Vor dem Spiel gab es Auseinandersetzungen vor dem Gästeblock.

Vor dem Spiel gab es Auseinandersetzungen vor dem Gästeblock. Foto: Andreas Gora/dpa

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