Zähl Pixel
Kompromiss zweier Varianten

Neue Einzugsgrenzen für die Goslarer Goetheschule

Lange vakant: Auch für den Vize-Posten an der Goslarer Goetheschule gibt es jetzt endlich eine Bewerbung. Archivfoto: Epping

Lange vakant: Auch für den Vize-Posten an der Goslarer Goetheschule gibt es jetzt endlich eine Bewerbung. Archivfoto: Epping

Die Goetheschule soll mit Blick auf Sommer 2024 durch einen im Herbst verkleinerten Einzugsbereich Schüler an die Schillerschule am Georgenberg abgeben, um die eigenen Platzprobleme an der Kornstraße dauerhaft in den Griff zu bekommen.

Von Frank Heine Montag, 12.06.2023, 11:00 Uhr

Zwei Optionen hatte die Stadtverwaltung wie berichtet im April der Arbeitsgruppe für Schulentwicklungsplanung vorgeschlagen. Jetzt läuft es wohl auf einen Kompromiss aus beiden Varianten heraus. Klar ist: Die Altstadt-Grundschule Goetheschule soll mit Blick auf den Sommer 2024 durch einen im Herbst verkleinerten Einzugsbereich Schüler an die Schillerschule am Georgenberg abgeben, um die eigenen Platzprobleme an der Kornstraße auf Dauer in den Griff zu bekommen.

Schülerzahl muss nach unten gefahren werden

Rückblick: Nach Riesenaufregung im Frühjahr hatte sich für das neue Schuljahr doch noch eine Lösung im Bestand der Goetheschule gefunden, auch wenn sie Einschränkungen beim Unterrichten bringt. Die Schülerzahl muss auf Sicht aber nach unten gefahren werden, um einen erträglichen Schulbetrieb zu ermöglichen. Da wusste sich Schulfachdienstleiter Sven Busse inzwischen sogar sehr einig mit Goetheschulen-Personalrätin Christine Hassler. Zwischen beiden Seiten hatte es im Streit um Versäumnisse zuletzt mächtig gekracht.

Im Schulausschuss bezeichnete Stadtelternrätin Franziska Posselt den neuen Vorschlag als „die am wenigsten schlimme Kompromisslösung“. In der Fragestunde mahnte Kreiselternratsvorsitzende Peggy Plettner-Voigt den Grundsatz „kurze Beine, kurze Wege“ an. Die Politik stimmte noch nicht ab, weil die CDU zunächst eine andere Option favorisiert hatte, Michael Deike aber noch einmal neue Argumente gesehen und weiteren Beratungsbedarf angemeldet hatte.

Zufrieden sind längst nicht alle: Rüdiger Wohltmann (Linke) sah Platz genug in der Innenstadt für eine große Grundschule, die Busse in der Schillerschule am Georgenberg verwirklicht glaubt. Sebastian Wirth (Die Partei) hätte am liebsten eine autofreie Altstadt und den Parkplatz Bolzenstraße für einen Schulneubau genutzt. Und wenn denn der Platz reicht: Gibt es denn auch genügend Lehrer an der Schillerschule, wollte der fraktionslose Niklas Prause wissen. „Wir sind der Herr der Schulgrenzen“, versicherte Renate Lucksch, „die Landesschulbehörde muss das Personal liefern – das ist deren Part“.

Zuschnitt, Zahlen und Zukunft

Folgende Straßen sollen vom aktuellen Goetheschulen-Bezirk zum Schillerschulen-Bereich wechseln: Rammelsberger Straße, Clausthaler Straße, Am Beek, Frankenberger Plan, Frankenberger Straße, Beekstraße, Obergasse, Mittelgasse, Untergasse, Jakobistraße, Jakobikirchhof, Bäckerstraße, Spitalstraße, Freudenplan, Petersilienstraße, Vogelsang und Wohldenbergerstraße.

Von aktuell 269 Schülern würde sich die Zahl der Goetheschüler nach Berechnungen der Verwaltung in 2024 auf 249, in 2025 auf 231, in 2026 auf 209, in 2027 auf 168 und in 2028 auf 167 reduzieren. Die Schillerschule würde von jetzt 176 Schülern auf 245 in 2028 anwachsen. Sie erhält pro Jahr einen Raum hinzu, weil die Pestalozzi-Förderschule in jedem Jahr bis zur Schließung einen Raum abgibt.

Die geänderte Verordnung soll ab dem 1. September in Kraft treten, um weitgehende Planungssicherheit zu schaffen. Sie gilt deshalb schon für spätere Anmeldungen im neuen Schuljahr, zielt aber vor allem auf die Einschulung 2024. Der Rat entscheidet am 27. Juni.

Kostenlos aufs Handy: Immer top informiert mit den Telegram-Nachrichten der Goslarschen Zeitung!

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen

Orte