Bergwerke, Altstadt von Goslar und Kloster Walkenried rücken zusammen
Treffpunkt Welterbe-Infozentrum, sie sorgen für Vielfalt am 7. Juni: (v. l.) GMG-Chefin Marina Vetter, Sascha Ernst (Harzwasserwerke), Katharina Dundler, Tourist-Chefin im Oberharz, Lea Knupper, Kloster Walkenried, Jan Schüler, Welterbe Rammelsberg, und Morea Deden, Stiftung Welterbe im Harz. Foto: Kaspert
Das Harzer Welterbe-Netzwerk bereitet den Welterbetag am Sonntag, 7. Juni, vor. Geplant ist ein umgangreiches Programm.
Goslar. Am Sonntag, 7. Juni, wird weltweit der Unesco Welterbetag gefeiert. „Für uns ist das immer etwas Besonderes, weil wir ein großes Flächenwelterbe sind“, sagt Morea Deden, kommissarisch an der Spitze der Stiftung Welterbe im Harz.
„Welterbe ist mehr als Denkmalpflege und Wissensvermittlung. Es erzählt, wie Menschen über Generationen zusammengelebt haben. Sie haben Lebensräume geschaffen und liefern uns bis heute Zeugnisse gemeinsamen Handelns. Große kulturelle Errungenschaften entstehen nie im Alleingang, sondern im Dialog.“
Hahnenklee legt vor
Der Welterbe-Titel ist nicht nur ein Faktor für den Tourismus. Auch für die Einwohner hält er attraktive Ziele und einmalige Identifikationsorte bereit. „Es geht um ein gemeinsames Verständnis unserer Geschichte“, sagt Deden. „Gerade in diesen bewegten Zeiten möchten wir am Welterbetag Orte öffnen, die Menschen friedlich zusammenbringen und ein Zeichen für Frieden und Verständigung setzen.“
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Die Altstadt von Goslar, das Bergwerk Rammelsberg und die über 200 Quadratkilometer der Oberharzer Wasserwirtschaft – was gar nicht isoliert betrachtet werden sollte, weil es historisch zusammenhängt, rückt am Aktionstag bis zum Kloster Walkenried zusammen. „Unsere Veranstaltungen machen die jahrtausendealte Montangeschichte der Region sichtbar und erlebbar.“
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Schon am Samstag, 6. Juni, lädt Hahnenklee zur Wanderung durch das einmalige System zur Energieversorgung des Oberharzer Bergbaus ein. Zwischen Wäldern, Teichen und Gräben wird sichtbar, wie Bergleute die Kraft des Wassers genutzt haben. Treffpunkt ist um 10 Uhr die Tourist-Info, Rathausstraße 9. Gruppen sollten sich dort vorher anmelden. Die Wanderung dauert etwa vier Stunden und kostet zwei Euro (mit Gästekarte frei).
Der Rammelsberg lädt ein zum bunten Familienfest, auf dem sich viele ehrenamtliche Einrichtungen vorstellen. „Tu Gutes und sprich darüber“ läuft von 11 bis 17 Uhr mit Dampflok Fabian, Hüpfburg, Musik und Benefiz-Tombola. Der Eintritt ist frei.
Die Mega-Busrundfahrt
„In der Altstadt stellen wir dieses Mal das Jubiläum 75 Jahre Unesco vor“, sagt Marina Vetter, Geschäftsführerin der Goslarer Marketing-Gesellschaft (GMG). Stündliche Fahrten mit der Bimmelbahn drehen eine Runde durch die Altstadt, aber dann geht es hoch zum Rammelsberg. Die Fahrt kostet fünf Euro.
Eintrittsfrei darf die Kaiserpfalz besichtigt werden. Dort wird die Rolle von Kaiser Barbarossa von 10 bis 11 Uhr kritisch durchleuchtet. Eine Anmeldung wird erbeten unter der Telefonnummer (05321) 70 44 37 oder per E-Mail.
Um 11 und um 14 Uhr wird für fünf Euro eine Führung durch das Rathaus angeboten, buchbar in der Tourist-Info.
Freier Eintritt zum Familienfest
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Ein Reisebus ab Clausthal-Zellerfeld bietet von 10 bis 17 Uhr einen fachkundig begleiteten Tagesausflug quer durch die Oberharzer Wasserwirtschaft an. Auch Bad Grund und Wildemann stehen auf der Reiseroute mit sieben Stationen. Erwachsene zahlen 59 Euro, ermäßigt 55 Euro. „Es sind nur noch Restkarten in der Tourist-Information Clausthal-Zellerfeld zu haben“, berichtet Katharina Dundler von einer hohen Nachfrage. Grundsätzlich ist eine Anmeldung noch bis zum 2. Juni möglich, aber ein zweiter Bus ist derzeit nicht geplant. Am Kaiser-Wilhelm-Schacht lädt der angrenzende Betriebshof der Harzwasserwerke dazu ein, hinter die Kulissen zu blicken. Der Schacht ist eintrittsfrei von 10 bis 17 Uhr zu besichtigen.
Gotisches Meisterwerk
Im Zisterzienser-Museum Kloster Walkenried dreht sich alles um den doppelschiffigen Lesegang des Kreuzganges – ein Meisterwerk gotischer Baukunst und Herz des klösterlichen Lebens. „Dieser Kreuzgang ist ja der Grund dafür, dass wir ins Welterbe aufgenommen wurden“, sagt Lea Knupper, die dort für die Kommunikation zuständig ist. Das Klostermuseum ist eintrittsfrei zu besichtigen. Eine Führung um 12 und um 15.15 Uhr kostet 12 Euro, ermäßigt 10 beziehungsweise 9 Euro. Eine Anmeldung muss bis spätestens 5. Juni unter der Telefonnummer (05525) 95 99 0 64 oder per E-Mail erfolgen.
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