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Das Aus macht fassungslos

St.-Elisabeth-Krankenhaus Salzgitter: Betriebsrat äußert sich

Mehrere Krankenwagen und ein Lkw stehen vor einem Gebäude.

Aufgrund der Schließung des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad müssen die Patienten verlegt werden. Foto: Kaiser

„Ein schwarzer Tag für die Region“ – stellvertretender Betriebsratsvorsitzender äußert sich zur plötzlichen Schließung des St.-Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad.

29.09.2026, 14:17 Uhr

Redaktion. Die Schließung des St. Elisabeth-Krankenhauses in Salzgitter-Bad schlägt hohe Wellen. Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Tobias Niebergall äußert sich dazu exklusiv in der GZ wie folgt:

„Das endgültige Aus für das St. Elisabeth-Krankenhaus in Salzgitter ist ein schwarzer Tag für die Region. Das demonstrativ phlegmatische Nichtstun der Landespolitik macht mich ehrlich gesagt fassungslos. Der geplante ‚Runde Tisch‘ mit dem Gesundheitsminister Ende Oktober erübrigt sich nun. Zu mehr hat es in den neun Monaten nach der Insolvenzerklärung nicht gereicht, um 35 Millionen Euro an Landesmitteln und 300 Arbeitsplätze zu retten.

Besonders enttäuschend agieren jene Parteien, die Pflegekräfte in politischen Debatten gerne wie eine Monstranz vor sich hertragen. Angesichts der für das kommende Jahr beschlossenen Kürzungen im Gesundheitswesen stehen diesen Fachkräften nun beruflich höchst unsichere Zeiten bevor.

Millionen investiert – und keine Perspektive für den Neubau

Wenn die Politik zu der Erkenntnis gelangt ist, dass es in der aktuellen Versorgungslandschaft zu viele kleine Krankenhäuser gibt, dann steht sie in der Pflicht, einen solchen Strukturwandel aktiv zu gestalten. Das erfordert Übergangsfristen, Anschlusskonzepte oder zumindest eine geordnete Abwicklung, bevor Gelder in Millionenhöhe versenkt werden. Was wir stattdessen in Salzgitter erleben, gleicht einem gesundheitspolitischen Neutronenbomben-Abwurf: Die Mitarbeiter sind weg, das hart erarbeitete Fachwissen und die Menschlichkeit verschwinden.

Zurück bleibt eine verwaiste Bauruine

Zurück bleibt lediglich die verwaiste Hülle einer Millionen Euro teuren Bauruine, hauptsächlich finanziert von Steuerzahlern und Gläubigern, die nun auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Mit den finanziellen Mitteln, die allein in diesen Neubau geflossen sind, hätte man das Krankenhaus bei den aktuellen Defiziten noch über Jahrzehnte offenhalten können.

Anstatt aus diesem hochmodernen Neubau ein zukunftsweisendes, intersektorales Gesundheitszentrum zu formen, etwa mit ambulanten OPs, Pflegeausbildung oder einer Notfallstruktur, findet sich niemand, der gestaltende Verantwortung übernehmen will. Steuermillionen versanden, eine gewachsene Infrastruktur wird sehenden Auges vernichtet.

Kritik an Bund und Land

Dies ist keine Randnotiz, sondern wirft die ganz konkrete Frage auf, wie die Krankenhausplanung des Landes Niedersachsen und die Finanzierungsbedingungen des Bundes überhaupt ineinandergreifen sollen. Ausbaden müssen das nun wir, die Beschäftigten. Wir haben den Betrieb selbst in den dunkelsten Stunden der Insolvenz und während der kräftezehrenden Corona-Jahre mit unermüdlichem Einsatz aufrechterhalten. Wir haben funktioniert, als die Politik längst keine Antworten mehr hatte.

Nun verliert die Region ein großartiges, menschliches Team und eine unverzichtbare Ausbildungsstätte. Wir als Belegschaft haben nicht versagt, wir haben bis zur letzten Minute geliefert. Was bleibt, ist ein Menetekel für die Kurzsichtigkeit der politischen Entscheidungsträger.“

Die St. Elisabeth Krankenhaus Salzgitter gGmbH wird zum 30. September 2026 den Betrieb einstellen, wie die Braunschweiger Zeitung berichtet. Der Grund dafür ist die vergebliche Suche nach einem Investor.

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