Zähl Pixel
Mission Energiewende

Diese Sonderausstellung ist neu im Rammelsberg-Museum

„Power 2 Change. Mission Energiewende“, heißt die neue Ausstellung im Weltkulturerbe Rammelsberg.

„Power 2 Change. Mission Energiewende“, heißt die neue Ausstellung im Weltkulturerbe Rammelsberg. Foto: Kammer

Ausstellung „Power 2 Change“ zeigt im historischen Ambiente der Kraftzentrale Chancen, Konflikte und Perspektiven der Energiezukunft.

author
Von Sebastian Sowa
Dienstag, 28.04.2026, 04:00 Uhr

Goslar. „Power 2 Change. Mission Energiewende“ – unter diesem Motto ist im Weltkulturerbe Rammelsberg aktuell eine Sonderausstellung eröffnet worden. Und wohin würde dieses Motto besser passen als in die Kraftzentrale des Museums? Genau an diesem besonderen Ort, dem ältesten Gebäude des Museumskomplexes, präsentieren nun verschiedene Partner aus der Forschung, dem Museumsbereich und der Wissenschaftskommunikation die gemeinsam entwickelte Exposition. Die Ausstellung startete im August 2022 im LWL-Industriemuseum Henrichshütte und war seitdem – stetig aktualisiert - an vielen Orten in Deutschland zu Gast, nun auch in Goslar.

Wie Museumleiter Oliver Kasties betonte, passe die Thematik ganz hervorragend zum Rammelsberg. Schon vor 120 Jahren gab es in ebenjener Kraftzentrale einen Change – den von der Wasserkraft zur Elektroenergie. Der Bergbau wiederum liefert(e) die unverzichtbaren Rohstoffe für jede Art von Energiewende – die Metalle: Zinn für Lote, Kupfer für Kabel, die Technologiemetalle für die Digitalisierung. „Die Ausstellung soll“, so Kasties weiter, „zum Nachdenken anregen“. Und genau das tut sie auch. Hier werden keine festen Meinungen vorgegeben, sondern Probleme, Lösungsansätze und Forschungsthemen erklärt.

Schmerzhafte Diskussionen

Dass dabei unterschiedliche Auffassungen aufeinanderprallen, liegt in der Natur der Sache. So erklärte Prof. Dr. Görge Deerberg, Fraunhofer Umsicht, dass es schon beim Erstellen der Ausstellung „mitunter schmerzhafte Diskussionen“ zwischen den beteiligten Partnern gegeben habe. Man wolle Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringen, den Stand der Dinge zeigen und sich auch mit dem Betrachter auseinandersetzen. Gegliedert wurde die Präsentation in vier farblich gekennzeichnete Themenbereiche, beginnend in Orange mit der Flexibilisierung der Industrie. Eine Herausforderung sei, die Produktion dem Angebot der Erneuerbaren Energien je nach Tages- und Jahreszeit anzupassen. Luftzerlegungsanlagen könnten bei bestimmten Schritten Puffer einlegen, die Aluminiumelektrolyse könnte als „virtuelle Batterie“ dienen.

Und natürlich könnte auch jeder Einzelne sein Verhalten anpassen, beispielsweise die Waschmaschine dann laufen lassen, wenn die Sonne scheint und/oder der Wind weht. Aber ist man selbst auch dazu bereit? Fragen wie diese kann jeder in der Ausstellung für sich selbst beantworten. Mittels einer Chipkarte kann man seine persönlichen Antworten aus diversen Vorschlägen wählen und erhält zum Schluss die Auskunft, was für ein „Energiewendetyp“ man ist. Der blaue Themenschwerpunkt widmet sich dem Thema Vernetzung. Wie kommt die Offshore Energie aus dem Norden zu den Verbrauchern im Süden? Zu sehen sind Seekabel, Erdkabel und Freilandseile und damit auch wieder Metalle. Ein roter Schwerpunkt behandelt CO2. Wie können Emissionen dieses Gases vermindert werden? Kann man CO2 abscheiden oder sogar Produkte daraus gewinnen?

Große Zukunft Wasserstoff

Eine große Zukunft wird derzeit gerade Wasserstoff vorausgesagt, erzeugt über eine Elektrolyse. Mittels eines Versuchsaufbaus kann jeder Interessierte in der Ausstellung selbst etwas Wasserstoff erzeugen. Was aber im kleinen Maßstab gut gelingt, ist für die Industrie durchaus eine Herausforderung.

Im grünen Bereich schließlich geht es um Fragen rund um die Mobilität.

Welche Lösungen gibt es neben dem E-Auto? Wo sollen alternative Kraftstoffe herkommen? Und welcher Mobilitätsbereich – Auto, Flugzeug, Schiff – hat welche spezifischen Anforderungen? Sehr gelungen ist, dass die Ausstellung nicht die eine, vermeintlich richtige Meinung vorgibt. Gerade das bietet jedem Besucher jetzt bis zum 9. August die Möglichkeit, das Thema Energie einmal von verschiedenen Standpunkten aus zu betrachten und zu diskutieren. Es ist sogar möglich, in einem Video die eigene Sicht der Dinge darzustellen.

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!

Weitere Themen