Landkreis Goslar fördert Zweigpraxis mit 50.000 Euro
Drei Verwaltungsvertreter und zwei Ärzte: Liebenburgs Bürgermeister Alf Hesse (r.), Erster Kreisrat Frank Dreßler (l.) und Landrat Dr. Alexander Saipa überreichen Dr. Karin Dinkel und Franz Thomas Lahmer den Förderbescheid. Foto: Landkreis Goslar
Um die ärztliche Versorgung stabil zu halten, fördert der Landkreis Goslar die Ansiedlung von Kassenärzten. Jetzt profitiert eine Praxis in Othfresen davon.
Othfresen. Mit 50.000 Euro fördert die Kreisverwaltung in Goslar einen Hausarztsitz in der Gemeinde Liebenburg. Der Arzt Franz Thomas Lahmer, der seine Hauptpraxis in Döhren unterhält, betreibt seit Januar in Othfresen eine Zweigstelle, in der die bei ihm angestellte Ärztin Dr. Karin Dinkel Patienten in dem Ort versorgt.
Fördergeld vom Landkreis
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Für Bürgermeister Alf Hesse und den Othfresener Ortsbürgermeister Harald Fricke ist dies eine erfreuliche Entwicklung, weil die ärztliche Versorgung im Gemeindegebiet aufgrund krankheitsbedingter Praxisaufgaben zuletzt schlechter geworden war, wie die Kreisverwaltung in einer Mitteilung berichtet.
Landrat Dr. Alexander Saipa betonte, dass das Programm des Landkreises Wirkung zeige. In diesem Jahr seien dreieinhalb Kassenarztsitze gefördert worden. Damit sei ein Großteil des Jahresbudgets ausgeschöpft. Dank der Entscheidung der Politik könne die Unterstützung zunächst bis Ende 2028 fortgesetzt werden.
Statistisch überdurchschnittlich versorgt
Seit dem Start der Förderung 2024 wurden 11,75 Kassenarztsitze mit 587.500 Euro gefördert. Das habe auch Auswirkungen auf die von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) berechneten Versorgungsgrade, berichtet die Kreisverwaltung. So lagen diese in Bad Harzburg im zurückliegenden Jahr bei 104,6 Prozent, in Clausthal-Zellerfeld bei 103,6 Prozent, in Goslar bei 116 Prozent und in Seesen bei 117,1 Prozent. Im Jahr 2024 lagen die Versorgungsgrade in Bad Harzburg bei 100, in Clausthal-Zellerfeld bei 92,4, in Goslar bei 107,1 sowie in Seesen bei 97,8 Prozent. Die Zahlen für 2026 lägen erst im September vor.
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„Die Versorgungsgrade geben prozentual an, wie bedarfsgerecht eine bestimmte Region (Planungsbereich) mit Ärzten oder Psychotherapeuten ausgestattet ist“, erklärt der Landkreis. Sie würden die tatsächliche Anzahl der Ärzte (Ist-Zustand) ins Verhältnis setzen zu einem statistisch berechneten idealen Bedarf (Soll-Zustand). Die Zahlen würden dazu dienen, Unter- und Überversorgung zu vermeiden.
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Die Kreisverwaltung schreibt dazu weiter: „Die subjektiv gefühlte ärztliche Versorgung kann von diesen statistischen Werten abweichen.“ Gemeint ist damit offenbar, dass viele Patienten im Landkreis Goslar von langen Wartezeiten berichten, von Anrufen bei Ärzten, bei denen sie keine Termine bekommen, und davon, dass sie mitunter bis nach Hannover fahren, um einen Mediziner aufzusuchen – obwohl der Landkreis auf dem Papier statistisch überversorgt ist.
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