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„Kopfschütteln über Kultuverwaltung“

Goslar: Bürgerliste verwundert über verschwundene Lokomotiv-Achse

Zwei große rote Eisenräder mit Speichen stehen nebeneinander auf einem Holzpodest im Freien.

Die Bürgerliste beschäftigt sich weiterhin mit der verschwundenen Lokomotiv-Achse. Foto: Privat

Die Lokomotiv-Achse sollte im Jahr 2024 einen neuen Platz in Goslar bekommen, und verschwand plötzlich nach Nürnberg. Bürgerliste hinterfragt Rechtmäßigkeit des Vorgangs.

Von Redaktion Dienstag, 27.01.2026, 14:00 Uhr

Goslar. Ein Vorgang, der sich bereits seit Jahren hinzieht, löst bei der Bürgerliste für Goslar und Vienenburg ungläubiges Kopfschütteln über die städtische Kulturverwaltung aus. Bereits Ende 2023 hatte der Rat dem Verbleib der „Kuppelachse der 3-Zylinder-Heißdampf-Lokomotive“ auf dem Bahnhofsvorplatz zugestimmt.

Das Technik-Denkmal, das auch in Goslarer Kunstwerke-Katalog gelistet ist, sollte einen neuen Standort erhalten. Die Kulturverwaltung schlug seinerzeit den Vienenburger Bahnhof vor. Der Rat sprach sich jedoch einstimmig für einen Verbleib am Goslarer Bahnhof aus und wählte die nicht genutzte Kiesfläche hinter dem Pavillon des Reisebüros. In der Folge geschah monatelang nichts, bevor im November 2024 die Achse plötzlich verschwunden war.

Transport nach Nürnberg

Eine Anfrage der Bürgerliste ergab, dass der Verein „Faszination Dampf“ die Achse ohne Rücksprache mit der Stadt nach Nürnberg abtransportiert hatte. Auf ausdrückliche Nachfrage des Bürgerlisten-Ratsherrn Henning Wehrmann bestätigte die Kulturverwaltung seinerzeit, dass die Stadt Goslar Eigentümerin der Achse sei und dies auch nachweisen könne.

Man habe aber städtischerseits auf eine Anzeige verzichtet, da es sich offenbar um ein Missverständnis gehandelt habe. Der Nürnberger Verein habe in einem ersten Austausch erklärt, nach dem Nachweis der Eigentümerstellung die Achse auf Vereinskosten wieder zurückzubringen.

Weiter kein Eigentumsnachweis

Umso verwunderter war man bei der Bürgerliste über eine Verwaltungsmitteilung in der sich der Vorgang gänzlich anders darstellt.

Plötzlich ist von einer „nicht völlig gerichtsfesten Eigentümerstellung“ die Rede und die Stadt soll für den Transport einer Ersatzachse aus einer anderen Baureihe die Transportkosten tragen, kritisiert Wehrmann. Die Antwort im Kulturausschuss war also falsch. Warum man für eine Richtigstellung allerdings fast ein Jahr benötigte, bleibe ein Geheimnis der Verwaltung. Im Übrigen habe die Kulturverwaltung bis heute dem Rat nicht den Eigentumsnachweis für die abtransportierte Achse vorgelegt. Dieser kuriose Vorgang wird die Ratsgremien also weiterhin beschäftigen, heißt es in der Pressemitteilung abschließend.

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