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Die Rettung für das Heißumer Gutshaus: Dr. Hermann Neumann

Mann hält Papier und steht vor einer Leinwand mit einer Präsentation über Architektur in einem Raum mit Sofa und Stuhl

Dr. Neumann referiert über das Heißumer Gutshaus. Foto: Privat

Seit Jahren verfällt das Gutshaus in Heißum, in dem einst Leo von Klenze lebte. Dr. Hermann Neumann will das Gebäude retten.

Von Redaktion 21.10.2026, 09:00 Uhr

Heißum. Rund 40 Gäste folgten der Einladung in das Klenze-Haus. Der Förderverein Leo-von-Klenze-Museum hatte zu einem Vortrag von Dr. Hermann Neumann eingeladen. Den 70-Jährigen begleitet Klenze seit seiner Kindheit. Neumann wuchs in Kelheim auf, wo Klenzes Befreiungshalle steht. Auch beruflich beschäftigte er sich intensiv mit dem Architekten: Als Hauptkonservator der Bayerischen Schlösserverwaltung in München gehörte Klenze zu seinen Schwerpunkten.

Mit einer Präsentation führte Neumann in die historischen Zusammenhänge rund um das Fürstbistum Hildesheim, die Wittelsbacher und die Familie Klenze ein. Mehrere Mitglieder der Familie waren über fünf Generationen als Amtsschreiber oder Amtmänner für das Fürstbistum tätig. Dazu gehörte auch Leo von Klenzes Vater Gotthelf Friedrich Klenze, der Amtmann der bischöflichen Domäne in Schladen war.

Während der Bauzeit des Hauses am Damm lebte die Familie in einem Forsthaus auf dem Buchladen bei Schladen. Dort kam am 28. Februar 1784 Leopold Klenze zur Welt. Noch im selben Jahr zog die Familie in das neue Haus ein und blieb dort bis 1791.

Eine prägende Station in Klenzes Kindheit war Heißum. Als sein Vater 1791 Amtmann von Liebenburg wurde, zog die Familie in das von der Großmutter Dorothea Magdalena Majus geerbte Gutshaus. Mit seinem Eintritt in das Braunschweiger Collegium Carolinum endete seine Heißumer Zeit, der Kontakt zur Familie und zum Nordharz blieb jedoch bestehen.

Vom Gutshaus zum Lost Place

Das Heißumer Gutshaus wechselte später mehrfach den Besitzer. 1902 ließ Baron von Kronenfeldt das Gebäude durch den Hildesheimer Architekten Ferdinand Bleckmann umbauen. Das Fachwerk wurde verputzt und ein Seitenteil zur Straße hin angebaut.

1949 übernahm der Landkreis Goslar das Anwesen, entfernte den Putz wieder und ersetzte beschädigtes Fachwerk. Anschließend wurde das Haus in mehrere Wohnungen für Flüchtlinge aufgeteilt. 1980 erwarb der Unternehmer Georg Schlösser das Gebäude und ließ es mit denkmalgerechten Fenstern und neuen Sanitäranlagen zu größeren Wohneinheiten umbauen.

1996 erbte Monika Walter das Haus und versuchte, es zu erhalten. Wegen der langen Krankheit ihres Mannes konnte sie sich jedoch irgendwann nicht mehr ausreichend darum kümmern. Nach 2008 zogen die letzten Mieter aus. Das Gebäude stand leer und verfiel zunehmend.

Es kam zu Einbrüchen und beinahe zu einer Katastrophe. Angebrannte Pizzakartons und Wäsche zeugten davon, dass Menschen unbefugt im Gebäude gewesen waren. Auch der einst parkähnliche Garten verwilderte.

Neumann will das Haus retten

Neue Hoffnung brachte Hermann Neumann. Als er 2020 Kontakt zum Schladener Förderverein Leo-von-Klenze-Museum aufnahm, besuchte er erstmals Heißum. Seit 2024 widmet sich Neumann der Rettung des Gutshauses. Er nahm Kontakt zur Besitzerin auf und begann, das Gebäude selbst zu entrümpeln. Gemeinsam mit der Leo-von-Klenze-Museums-Stiftung wurden Müll und Wildwuchs beseitigt. Neumann dokumentierte den Zustand mit Fotos und behob kleinere Schäden am Dach selbst. Auch die Sicherung des Gebäudes gegen unbefugtes Betreten war ein wichtiger Schritt.

Die Bemühungen zeigen nun Erfolg: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellt 30.000 Euro für die nachhaltige Stabilisierung des Fachwerks und die vollständige Abdichtung des Daches zur Verfügung.

Den Gästen zeigte er aktuelle Fotos der Arbeiten, die derzeit in vollem Gang sind und in der kommenden Woche abgeschlossen werden sollen. Für das Gutshaus, in dem Leo von Klenze einen Teil seiner Kindheit verbrachte, gibt es damit nach Jahren des Verfalls wieder Hoffnung. red

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