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Ökumenisches Pfingstwochenende

GZ Plus IconGoslarer Churchwalk: Acht Konzerte in den fünf Altstadtkirchen

Frau in rotem Kleid spielt mit verschwommenen Bewegungen auf einer Reihe von Gläsern auf einem runden Tisch.

Magische Klänge aus 43 Kristallgläsern: Susanne Würmell wird in der Neuwerk-Kirche die Glasharfe spielen. Foto: Veranstalter

Pfingsten in Goslar: Das bedeutet nächtliche Weltmusik in den Kirchen, Ökumene und ein Open-Air-Gottesdienst, falls das Wetter mitspielt. Was die Besucher erwartet.

Von Petra Hartmann Freitag, 15.05.2026, 17:00 Uhr

Goslar. Wer sich diesen Churchwalk entgehen lässt, ist selber schuld: Die traditionelle Konzertnacht am Pfingstsamstag lädt zum Altstadtspaziergang von Kirche zu Kirche und zu Begegnungen mit ungewöhnlicher Musik ein.

Fünf Gruppen und Einzelkünstler sind am Samstag, 23. Mai, bei acht Auftritten in den Goslarer Altstadtkirchen zu erleben. Das Programm umfasst Klezmer und mongolisch-orientalische Rhythmen, klassische Gitarren- und Geigenklänge und die zauberhaften Töne der Glasharfe. Den Auftakt macht um 18 Uhr in der Marktkirche das Trio Sedaa, das seinem Beitrag den Titel „Zwischen Himmel und Steppe“ gegeben hat. Die Musiker entführen ihre Zuhörer mit Kehlgesang und traditionellen Musikinstrumenten in die Mongolei und den Iran, wobei durch das Zusammentreffen zweier Welten eine ganz eigene Atmosphäre entsteht. Das Trio gibt es bereits seit 2009. Es besteht aus dem in seiner mongolischen Heimat ausgebildeten Meistersänger Naraa Naranbaatar, dem virtuosen Hackbrettspieler Ganzorig Davaakhuu und dem iranischen Multiinstrumentalisten Omid Bahadori. Eine Gruppe, die nicht nur international erfahren ist, sondern auch beim Goslarer Churchwalk bereits vor einigen Jahren seine Visitenkarte abgegeben hat. Und das erfolgreich, daher engagierten die Organisatoren sie nun erneut.

DAS WEITERE PFINGSTPROGRAMM

Sonntag: Pfingstgottesdienste in der Marktkirche (10 Uhr), in St. Peter/Sudmerberg (11 Uhr) und St. Jakobi (11 Uhr). Ökumenisch-musikalische Pfingstvesper in St. Georg (18 Uhr) mit den Pfarrern Thomas Mogge und Ralph Beims. An der Treutmann-Orgel spielt Martin Hofmann. Mitfahrgelegenheit: 17.30 Uhr ab Marktkirche.

Beim Gottesdienst in der Marktkirche wird zentral für alle evangelischen Gemeinden die Diamantene Konfirmation gefeiert. Erwartet werden 30 bis 40 Jubelkonfirmanden. Weitere Anmeldungen sind noch bei den Gemeindebüros möglich.

Der traditionelle Pilgerweg und der Pfingst-Biergarten entfallen in diesem Jahr.

Montag: Zum ökumenischen Open-Air-Gottesdienst laden die Gemeinden diesmal auf den Jakobi-Kirchhof ein. Bei schlechtem Wetter ziehen die Teilnehmer in die Jakobi-Kirche um. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr und steht unter dem Motto: „Stein des Anstoßes“.

Klangfarben und Emotionen

„Zwischen Klangfarben und Emotionen“ lautet das Motto in der Frankenberger Kirche, wo die Besucher bei zwei Konzerten (19.30 und 21 Uhr) das Duo Yonezawa & Beneke erleben kann. Geigenklänge und sensible Gitarrentöne von meditativ bis lebendig, von zart bis expressiv werden durchs Kirchenschiff schweben, und das Programm verspricht „eine musikalische Reise voller Nuancen, Ausdruckskraft und berührender Momente“. Gitarristin Eva Beneke promovierte 2012 in Los Angeles und studierte Gitarre an der Franz Liszt Hochschule in Weimar. Sie wurde 2018 zur außerordentlichen Professorin für Gitarre an der Norges Musikkhøgskole in Oslo berufen. Seit diesem Semester unterrichtet sie außerdem an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. Geigerin Mika Yonezawa gibt Konzerte in Europa und Asien, solistisch und kammer­musikalisch und in verschiedenen Besetzungen. Sie ist als Violinistin des Artenius-Trios unterwegs, als Barockviolinistin und als Violin-Pädagogin. Zusammen spielen sie unter anderem Stücke von Bertali, Paganini und Piazzolla.

43 Gläser unter zehn Fingern

43 handgefertigte Kristallgläser und Wasser – daraus besteht das Instrument, das Susanne Würmell in der Neuwerk-Kirche (19.30 und 22 Uhr) mit zehn Fingern zum Klingen und Singen bringt: Würmell ist eine von nur 150 Glasharfenistinnnen weltweit. Ihre Darbietungen sind unvergessliche Kompositionen aus virtuoser Glasmusik und ihrem historischen Instrument. Aus den Gläsern steigt Musik von Klassik bis Tango auf – „ein Genuss für Augen, Ohren, Herz und Seele“, verspricht das Programm.
Drei Frauen in schwarzer Kleidung mit Akkordeon, Klarinette und Kontrabass vor hellem Hintergrund.

Die Gruppe Klezmers Techter spielt in St. Stephani. Foto: Veranstalter

Klezmer-Musik voller Energie und Leidenschaft erwartet die Besucher in St. Stephani (21 und 22 Uhr). Und zwar von einer Gruppe, für die es nun ebenfalls eine Zweitauflage gibt. Denn das Trio Klezmers Techter war vor vielen Jahren schon einmal beim Churchwalk zu Gast. Klezmer war die traditionelle Instrumentalmusik der jiddisch-sprachigen Juden Osteuropas, Fest- und Tanzmusik, die unzählige Facetten menschlicher Gefühle in sich trägt, von tieftraurig bis überschwänglich-fröhlich. Die Gruppe wurde vor 30 Jahren gegründet. Sie besteht aus Gabriela Kaufmann (Klarinette, Bassklarinette), Almut Schwab (Flöte, Akkordeon, Hackbrett) und Nina Hacker (Kontrabass) und hat sich längst den Ruf einer „Traumformation mit Suchtcharakter“, wie sie die „Augsburger Allgemeine“ nannte, erworben.
Mann in schwarzem Oberteil spielt klassische Gitarre.

Friedemann Wuttke entlässt im Abschlusskonzert in St. Jakobi das Publikum mit Gitarrenklängen in die Nacht. Foto: Heiberger

Den Abschluss bilden Gitarrenimpressionen von Friedemann Wuttke in St. Jakobi (23 Uhr). Im Mittelpunkt seines Programms steht die Kunstform des Impressionismus, welche in Malerei und Musik von Licht und Schatten sowie von der Atmosphäre des Moments geprägt ist. Wuttke spielt Bearbeitungen berühmter Werke von Debussy und Ravel, die auf der Gitarre ihren ganz eigenen Charme entwickeln. Im Kontrast dazu werden die impressionistischen Klangfarben durch virtuose Mozart-Momente immer wieder aufgehellt. Mit Musik des

brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, der die Musik seiner Heimat mit den Farben des Impressionismus verbunden hat, wird das Programm abgerundet.

Der Eintritt kostet 15 Euro pro Person. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre müssen nichts bezahlen. Die Bänder gibt es in der Goslarer Tourist-Info.

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