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2500 Quadratmeter Außenfläche

Paintball-Anlage in St. Andreasberg investiert kräftig

Die neue Hindernis-Hütte im nun größeren Außenbereich der Paintball-Anlage ist bereits seit kurz vor Weihnachten in Betrieb. Fotos: Eggers/Privat

Die neue Hindernis-Hütte im nun größeren Außenbereich der Paintball-Anlage ist bereits seit kurz vor Weihnachten in Betrieb. Fotos: Eggers/Privat

Die Paintball-Anlage in St. Andreasberg wird attraktiver. Mittlerweile können sich die Teams im Außenbereich auf einer Fläche von 2500 Quadratmetern gegenseitig mit Farbkügelchen beschießen. Hinzugekommen sind unter anderem neue Hindernisse.

Von Michael Eggers Mittwoch, 04.01.2023, 12:00 Uhr

St. Andreasberg. Noch hat Martin Raschke mit seiner Paintball-Anlage im Ortsteil Silberhütte die Besucherzahlen von vor der Pandemie nicht wieder erreicht. Der 37-Jährige investiert aber noch einmal kräftig, um diese Freizeitsport-Anlage zu erweitern und attraktiver zu gestalten. Mittlerweile ist der Außenbereich auf 2500 Quadratmeter angewachsen, bietet ein neues offenes Haus als Hindernis, zudem können die Besucher jetzt auch Axtwerfen, ein Trend, der sich in Deutschland immer mehr durchsetzt.

„Ich bin auf das Axtwerfen in den Vereinigten Staaten aufmerksam geworden“, sagt der St. Andreasberger. In Washington habe er an der weltweiten Paintball-Lasertag-Konferenz teilgenommen und dabei spontan mit einem kleinen speziellen Wurfbeil auf die Scheibe gezielt. „In Amerika ist Axtwerfen in einigen Gegenden mittlerweile beliebter als Bowling“, hat er beobachtet.

Hohe Sicherheitsaspekte beim Axtwerfen

Kein Wunder, dass Martin Raschke diese Freizeitsportart gleich nach St. Andreasberg importierte. Im Grunde ist es kinderleicht. Aus vier Meter Entfernung wirft man nach einer kurzen Einweisung das Beil auf die Holzscheibe. „Nach etwa 20 Minuten treffen die meisten regelmäßig die Scheibe so, dass das Beil stecken bleibt“, sagt er.

Laut Martin Raschke in den Vereinigten Staaten in einigen Bereichen bereits beliebter als Bowling: In Silberhütte können die Besucher jetzt auch Axtwerfen.

Laut Martin Raschke in den Vereinigten Staaten in einigen Bereichen bereits beliebter als Bowling: In Silberhütte können die Besucher jetzt auch Axtwerfen.

Schwierig oder vielmehr kompliziert sei hingegen die Umsetzung, das Axtwerfen als Betreiber anzubieten. Dabei müssten jede Menge Sicherheitsaspekte beachtet werden. Der Spieler werfe allein aus der Box, die komplett mit Holz und Maschendraht umgeben ist, damit das scharfe Beil nicht nach außen gelange. Weiter müsse der Boden unter dem Ziel mit Gummi überzogen sein, damit die kleine Axt, wenn sie ungünstig aufkommt, nicht zurück zum Werfer gelange. „Bei dem Gummifußboden bleibt sie da liegen, wo sie landet“, erklärt er.

Wurfbeile sind aus Carbon-Stahl

Die Wurfbeile, die Martin Raschke in den Vereinigten Staaten gekauft hat, sind aus Carbon-Stahl und kosten 80 Euro pro Stück. Derzeit habe er zwei der Axt-Wurf-Boxen. „Ich will aber bis zum Sommer auf fünf Wurfanlagen erweitern“, kündigt er an. Das Axtwerfen, das pro Person und Stunde 15 Euro koste, werde jetzt zum Start gut nachgefragt. „Vor allem Frauen sind mit Begeisterung dabei“, sagt der 37-Jährige, während das Lasertag auch viele Familien nutzen würden und beim Paintball klar die Männer in der Mehrheit seien.

Die Paintball-Anlage in dem ehemaligen Fabrikgebäude werde hauptsächlich von Urlaubern genutzt, berichtet Martin Raschke weiter. Zwar gebe es auch einige Stammkunden, aber bei derzeit zehn Spielern mit einer Jahreskarte sei diese Zahl nicht so hoch. Im Landkreis Goslar sei das Paintball-Spielen für Kinder im Gegensatz zu den benachbarten Landkreisen Hildesheim, Nordhausen und Mansfeld Südharz verboten. „Ich habe mich jetzt darauf eingestellt“, sagt er und schicke die Familien jetzt immer zu den Paintball-Anlagen in den Nachbarkreisen.

Biologisch abbaubar

Damit das Spielen aber auch für die Stammkunden nicht langweilig wird, hat Martin Raschke jetzt die Außenanlage auf 2500 Quadratmeter erweitert und in neue Hindernisse, wie das offene Haus investiert, das, im Gegensatz zu den anderen Aufbauten wie alten Autos, einem Turm oder Fässern, die den Spielern ebenfalls als Deckung dienen sollen, noch komplett sauber ist.

Dabei seien die kleinen Farbkügelchen komplett biologisch abbaubar, sagt Martin Raschke. „Nach zwei Wochen sieht man sie nicht mehr“, habe er beobachtet. Dies ist auch sinnvoll, denn der Verbrauch an dieser umweltfreundlichen Munition ist immens. Im Durchschnitt würden pro Besucher 700 Kugeln verbraucht, berichtet der Inhaber.

„Corona-Pandemie hat uns doch stark zu schaffen gemacht“

Im Preis pro Spiel von 41,90 Euro im Winter und 47,90 Euro pro Teilnehmer um Sommer seien jeweils 500 Kugeln enthalten. Wer mehr benötigt, müsse nachkaufen. Bei den Cracks dürfte das häufiger der Fall sein, sie kommen meist mit eigenen Waffen (offiziell heißen die Wummen aber Markierer) nach Silberhütte und verbrauchen bis zu 30 der Farbkügelchen pro Sekunde. „Da sieht man dann nur noch einen Schwall“, sagt Martin Raschke.

Wer Paintball, Lasertag oder Axtwerfen spielen will, könne sich mit drei Stunden Vorlauf im Internet unter der Adresse www.paintball-harz.de anmelden. Feste Öffnungszeiten gebe es nicht, sagt Martin Raschke, der die Anlagen zusammen mit fünf Aushilfen betreut. Abschließend berichtet der Betreiber, dass 2019 das bislang besucherstärkste Jahr gewesen sei. Seinerzeit kamen 4000 Spieler. Im gerade abgelaufenen Jahr 2022 seien es 2000 gewesen. „Die Corona-Pandemie hat uns doch stark zu schaffen gemacht.“

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