Harzburger Hoteliers wollen bessere Werbung
Die ersten Startersets werden an die Mitgliedsbetriebe ausgegeben: Marmelade, Honig, Stempel und Wanderpässe. Der Dehoga-Vorstand um Mathias Wieczorek (hinten Mitte) bekommt dafür viel Lob vom Bezirksvorsitzenden Florian Hary (3.v.r.) Foto: Schlegel
Mit einem "Kulinarik Wanderpass" wollen Bad Harzburgs Hoteliers und Gastronomen um Kunden werben. Die professionelle und offizielle Werbung für Bad Hartburg sehen sie indes kritisch, doch ihre Gesprächswünsche bleiben bisher aber unngehört.
Bad Harzburg. Eigentlich ging es beim Treffen des örtlichen Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Mittwoch „nur“ darum, den Startschuss für das Projekt „Kulinarik Wanderpass“ zu geben. Aber nach wie vor treibt die Hoteliers und Gastronomen, die in dem Bad Harzburger Stadtverband organisiert sind, die Frage um, wann und wie sie in das aktuelle Tourismusmarketing und die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Bad Harzburg eingebunden werden. Sie möchten ein Wörtchen mitreden, bislang verpuffen ihre Bitten um Partizipation jedoch bei den zuständigen Stellen.
Der „Kulinarik Wanderpass“ ist solch ein einmaliges Projekt, dass sogar der Bezirksvorsitzende des Dehoga, Florian Hary, nach Bad Harzburg gekommen war, um dem Auftakt beizuwohnen. Das Prinzip ist wurde beim Erfolgsmodell „Harzer Wandernadel“ abgeguckt: Die teilnehmenden Betriebe setzten quasi auf die Sammelleidenschaft der Menschen. Die Hoteliers, die im Bad Harzburger Dehoga organisiert sind, händigen ihren Gästen bei der Anreise neben den üblichen Unterlagen auch den kleinen Pass aus. Dort sind als Empfehlung für ein nettes Essen die Adressen von elf Restaurants aufgeführt, ebenfalls alles Dehoga-Mitgliedsbetriebe. Wer in einem dieser Restaurants für mindestens 20 Euro pro Person isst, bekommt einen Stempel. Und wer drei verschiedene Stempel hat, erhält bei der Abreise ein Geschenk: entweder ein Glas regionale Marmelade aus dem Café Peters oder ein Glas Bad Harzburger Honig von Imker Zepezauer.
1000 mal Honig, 1000 mal Marmelade und 3000 Pässe stehen und liegen bereit. Wenn die alle ausgegeben sind, wird Bilanz gezogen. Wie lange das dauern wird? Das möchte Dehoga-Vorsitzender Mathias Wieczorek nicht schätzen, für die anbrechende Saison werde wohl reichen, wenn alles früher weg ist, spricht es wiederum für den Erfolg der Aktion. Es sei denkbar, die Sache später auszubauen, dann aber mit Sponsoren. Die aktuelle Runde finanziert der Dehoga, die Teilnahme ist also für die Mitgliedsbetriebe kostenlos.
Sie können sich nun im Hotel Seela mit Marmelade, Honig und Pässen eindecken und dort auch Nachschub bekommen. Oder auch die Starterpakete, die am Mittwoch an die Betriebe ausgegeben wurden, die bei der Runde anwesend waren.
Gast an die Hand nehmen
Und wozu das Ganze? Natürlich möchten die Dehoga-Betriebe sich gegenseitig helfen, unterstützen, füreinander werben und dem Gast ein kleines Geschenk mit nach Hause geben, das ihn am Frühstückstisch an Bad Harzburg erinnert.
Kurzum: Der Dehoga möchte den Gast „an die Hand nehmen, ihm Bad Harzburg zeigen“. „Das ist eine sehr, sehr schöne Idee“, lobte auch Dehoga-Bezirksvorsitzender Florian Hary. Ihm gefalle besonders der Netzwerkgedanke.
Bei drei Stempeln gibt es ein Glas Marmelade oder Honig. Foto: Schlegel
Bisher keine Reaktion
Nur leider sei bisher so gut wie keine Reaktion auf die Vorstöße des Dehoga erfolgt, seitens der KTW gab es keine Gesprächsbereitschaft. Auch sei die Politik gebeten worden, „uns ernst zu nehmen“. Daran habe die Politik auch Interesse gezeigt. Bisher habe es aber keine Reaktion auf den Antrag (die GZ berichtete) an den Rat gegeben, ein entsprechendes Gremium zu bilden, das über die Verwendung des Fremdenverkehrsbeitrages entscheide.
Mehr als bitten gehe nicht. Aber „wir sollten dem Rat Zeit geben“, so Wieczorek. Zumal man allerdings auch vor der eigenen Tür kehren müsse. Um den Dehoga Bad Harzburg sei es in den vergangenen Jahren sehr still geworden. Doch nun ist er wieder da. Und möchte mitreden. Diese Vorstellung falle „den Herrschaften“ wohl schwer…