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Neuer Wanderpass

Harzburger Hoteliers wollen bessere Werbung

Die ersten Startersets werden an die Mitgliedsbetriebe ausgegeben: Marmelade, Honig, Stempel und Wanderpässe. Der Dehoga-Vorstand um Mathias Wieczorek (hinten Mitte) bekommt dafür viel Lob vom Bezirksvorsitzenden Florian Hary (3.v.r.) Foto: Schlegel

Die ersten Startersets werden an die Mitgliedsbetriebe ausgegeben: Marmelade, Honig, Stempel und Wanderpässe. Der Dehoga-Vorstand um Mathias Wieczorek (hinten Mitte) bekommt dafür viel Lob vom Bezirksvorsitzenden Florian Hary (3.v.r.) Foto: Schlegel

Mit einem "Kulinarik Wanderpass" wollen Bad Harzburgs Hoteliers und Gastronomen um Kunden werben. Die professionelle und offizielle Werbung für Bad Hartburg sehen sie indes kritisch, doch ihre Gesprächswünsche bleiben bisher aber unngehört.

Von Holger Schlegel Donnerstag, 19.05.2022, 19:00 Uhr

Bad Harzburg. Eigentlich ging es beim Treffen des örtlichen Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) am Mittwoch „nur“ darum, den Startschuss für das Projekt „Kulinarik Wanderpass“ zu geben. Aber nach wie vor treibt die Hoteliers und Gastronomen, die in dem Bad Harzburger Stadtverband organisiert sind, die Frage um, wann und wie sie in das aktuelle Tourismusmarketing und die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Bad Harzburg eingebunden werden. Sie möchten ein Wörtchen mitreden, bislang verpuffen ihre Bitten um Partizipation jedoch bei den zuständigen Stellen.

Der „Kulinarik Wanderpass“ ist solch ein einmaliges Projekt, dass sogar der Bezirksvorsitzende des Dehoga, Florian Hary, nach Bad Harzburg gekommen war, um dem Auftakt beizuwohnen. Das Prinzip ist wurde beim Erfolgsmodell „Harzer Wandernadel“ abgeguckt: Die teilnehmenden Betriebe setzten quasi auf die Sammelleidenschaft der Menschen. Die Hoteliers, die im Bad Harzburger Dehoga organisiert sind, händigen ihren Gästen bei der Anreise neben den üblichen Unterlagen auch den kleinen Pass aus. Dort sind als Empfehlung für ein nettes Essen die Adressen von elf Restaurants aufgeführt, ebenfalls alles Dehoga-Mitgliedsbetriebe. Wer in einem dieser Restaurants für mindestens 20 Euro pro Person isst, bekommt einen Stempel. Und wer drei verschiedene Stempel hat, erhält bei der Abreise ein Geschenk: entweder ein Glas regionale Marmelade aus dem Café Peters oder ein Glas Bad Harzburger Honig von Imker Zepezauer.

1000 mal Honig, 1000 mal Marmelade und 3000 Pässe stehen und liegen bereit. Wenn die alle ausgegeben sind, wird Bilanz gezogen. Wie lange das dauern wird? Das möchte Dehoga-Vorsitzender Mathias Wieczorek nicht schätzen, für die anbrechende Saison werde wohl reichen, wenn alles früher weg ist, spricht es wiederum für den Erfolg der Aktion. Es sei denkbar, die Sache später auszubauen, dann aber mit Sponsoren. Die aktuelle Runde finanziert der Dehoga, die Teilnahme ist also für die Mitgliedsbetriebe kostenlos.

Sie können sich nun im Hotel Seela mit Marmelade, Honig und Pässen eindecken und dort auch Nachschub bekommen. Oder auch die Starterpakete, die am Mittwoch an die Betriebe ausgegeben wurden, die bei der Runde anwesend waren.

Gast an die Hand nehmen

Und wozu das Ganze? Natürlich möchten die Dehoga-Betriebe sich gegenseitig helfen, unterstützen, füreinander werben und dem Gast ein kleines Geschenk mit nach Hause geben, das ihn am Frühstückstisch an Bad Harzburg erinnert.

Kurzum: Der Dehoga möchte den Gast „an die Hand nehmen, ihm Bad Harzburg zeigen“. „Das ist eine sehr, sehr schöne Idee“, lobte auch Dehoga-Bezirksvorsitzender Florian Hary. Ihm gefalle besonders der Netzwerkgedanke.

Bei drei Stempeln gibt es ein Glas Marmelade oder Honig. Foto: Schlegel

Bei drei Stempeln gibt es ein Glas Marmelade oder Honig. Foto: Schlegel

Apropos Netzwerk: Da ein besseres innerhalb von Bad Harzburg zu knüpfen, treibt den Dehoga seit kurzem ganz besonders um. Und zwar kein Netzwerk innerhalb der Betriebe, sondern eins, das die gesamte Tourismusbranche umspannt. Gerade der Draht in Richtung Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe ist da noch ein wenig dünn. Vorstöße gab es in jüngster Zeit genug, Gesprächsrunden mit der Politik, am Ende gar einen Antrag auf Bildung eines Gremiums, das über die Verwendung des Fremdenverkehrsbeitrages mitentscheidet. „Wir zahlen Geld und haben die Vorstellung, diesen Fremdenverkehrsbeitrag gestalten zu können“, so Wieczorek. Dehoga-Urgestein Klaus Finke erinnerte an den Werbebeirat – ein ungeliebtes Kind, das sang- und klanglos eingeschlafen ist. So etwas wiederzubeleben, schwebt den Dehoga-Leuten vor. „Wir müssen anfangen, die schönen Dinge, die wir haben, in die Welt zu tragen.“ Dafür müsste es in einem Ort wie Bad Harzburg eine Person geben, die davon Ahnung hat. Und, so Finke: Der Baumwipfelpfad beispielsweise habe im ersten Jahr nach sechs Monaten schon sein Jahresbudget eingefahren. „Wenn wir von diesem Kuchen nur ein kleines Stückchen abbekommen hätten“, wären die Belegungszahlen der Hotels vielleicht heute besser.

Bisher keine Reaktion

Nur leider sei bisher so gut wie keine Reaktion auf die Vorstöße des Dehoga erfolgt, seitens der KTW gab es keine Gesprächsbereitschaft. Auch sei die Politik gebeten worden, „uns ernst zu nehmen“. Daran habe die Politik auch Interesse gezeigt. Bisher habe es aber keine Reaktion auf den Antrag (die GZ berichtete) an den Rat gegeben, ein entsprechendes Gremium zu bilden, das über die Verwendung des Fremdenverkehrsbeitrages entscheide.

Mehr als bitten gehe nicht. Aber „wir sollten dem Rat Zeit geben“, so Wieczorek. Zumal man allerdings auch vor der eigenen Tür kehren müsse. Um den Dehoga Bad Harzburg sei es in den vergangenen Jahren sehr still geworden. Doch nun ist er wieder da. Und möchte mitreden. Diese Vorstellung falle „den Herrschaften“ wohl schwer…

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