Bundesstraße 4 in Bad Harzburg: Umbaustart erst ab 2026
Die Bundesstraße 4 führt mitten durch Bad Harzburg. Archivfoto: Schlegel
Frühestens in drei Jahren wird mit dem Umbau der B 4 durch Bad Harzburg begonnen. Warum, hat jetzt Bauamtsleiter Tobias Brandt mitgeteilt. Die Politik konnte darüber nur noch den Kopf schütteln – das Projekt hätte dann nämlich 15 Jahre gedauert.
Bad Harzburg. Schon seit Jahren pochen Harzburgs Politiker darauf, die Bundesstraße 4 verkehrsfreundlicher zu gestalten. Bis tatsächlich gebaut wird, dürften allerdings noch mindestens drei Jahre ins Land gehen. Das hat jetzt der neue Bau- und Ordnungsamtsleiter Tobias Brandt während der Sitzung des Bauausschusses berichtet. Die Ausschussmitglieder nahmen das mit Ärger und Kopfschütteln auf und reagierten am Ende nur noch mit Sarkasmus.
Bereits Mitte April hatte sich Bad Harzburgs Politik nach dem aktuellen Stand in Sachen B4-Umbau erkundigt. Damals war Tobias Brandt noch ganz frisch im Amt und hatte entsprechend noch keine Auskunft geben können. Nun hat er sich mit seinem Vorgänger Thomas Beckröge ausgetauscht und holte den Bericht nach.
In einem Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Ratsfraktionen, der Stadtverwaltung sowie der für die B4 zuständigen Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, waren bekanntlich Varianten überlegt worden, wie die Umgestaltung der Straße ausfallen könnte. Das Ergebnis dieser Runden wurde jetzt im Nachgang von den Ausschussmitgliedern kritisiert. Im Grunde habe man nämlich gar nicht wirklich mitreden können, so der Tenor. Von der Landesbehörde sei den Ratsmitgliedern ein Konzept zum Umbau vorgelegt worden, zu dem es keine Alternative gegeben habe.
Leitungen erneuern?
Nach den Beratungen des Arbeitskreises sei dann eine sogenannte Ortsdurchfahrtsvereinbarung erstellt worden, berichtete Brandt. Jener Vertrag sei nötig, um festzulegen, wer am Ende was zahlt. Das Dokument liege seit Anfang der Woche im Rathaus und werde jetzt geprüft, berichtete er. Ab Ende des Jahres sollen konkrete Entwürfe erstellt werden. Bis Ende 2024 soll dann das Genehmigungsverfahren starten und bis Ende 2025 sollen mittels Ausschreibung Firmen für die Bauarbeiten angeworben werden. Während dieser Zeit müsse auch überlegt werden, ob die Stadt bei der Gelegenheit nicht gleich noch alte Leitungen austauscht, die unter der B4 liegen. Das wäre dann aber natürlich mit zusätzlichem Aufwand und weiteren Kosten verbunden, sagte Brandt. Gebaut werden könnte ab dem Jahr 2026.
Das sorgte für ein Raunen unter den Ausschussmitgliedern.Sollten die Arbeiten nämlich tatsächlich erst in drei Jahren starten, wären insgesamt 15 Jahre vergangen, seit erstmals darüber gesprochen worden ist. „Das ist doch nicht mehr hinnehmbar, was da mit uns gemacht wird“, schimpfte SPD-Mann Henning Franke. „Ich weiß nicht, ob ich das noch erlebe, dass da tatsächlich etwas passiert.“
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