Betrunkener Okeraner schimpft und schlägt zu: Polizist verletzt
Im Goslarer Amtsgericht ging es um einen 51-Jährigen, der einen Polizisten verletzt hatte. Foto: Neumann
Vor dem Goslarer Amtsgericht musste sich ein 51-Jähriger aus Oker verantworten. Der Mann hatte sturzbetrunken auf dem Bürgersteig gelegen und sich der Polizei widersetzt, die ihn wegbringen wollte. Dabei verletzte er einen Polizisten.
Goslar. Ein 51-jähriger Okeraner wurde vom Amtsgericht Goslar zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt. Er hatte sich in sturzbetrunkenem Zustand gegen Polizeibeamte zur Wehr gesetzt und einen davon verletzt.
Mit dem Blutalkoholwert von 2,12 Promille war der Mann zwar nicht mehr Herr seiner Sinne und eigentlich schuldunfähig. Daher wurde er auch nicht wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Polizisten, sondern wegen vorsätzlich herbeigeführten Vollrauschs verurteilt, und das nicht zum ersten Mal.
Im Oktober 2023 Jahres hatte sich der Mann nach ausgiebigem Alkoholgenuss auf dem Bürgersteig nahe dem Bahnhof schlafen gelegt. „Ich hatte Geburtstag“, erklärte er den Alkoholexzess. Geweckt wurde er von zwei Polizisten in Zivil, was ihn offenbar arg verstimmte. „Was wollt ihr denn, ihr Vögel? Ihr könnt mich mal“, blaffte er sie an. Es folgte eine Kanonade wüster Beschimpfungen. Von Alkohol und Zorn benebelt, begriff er erst, dass er gegen Polizisten rebellierte, als die Handschellen klickten.
Der Mann sei aggressiv und unkooperativ gewesen, berichtete der Beamte. Da an der Stelle viele Passanten vorbeikamen, habe man beschlossen, den aggressiven 51-Jährigen, der nur über einen Ersatzausweis verfügte, mit zur Wache zu nehmen. Gegen die Festnahme wehrte sich der Okeraner jedoch heftig. Durch ruckartige Bewegungen verletzte er das Schultergelenk eines Beamten, der danach dienstunfähig war. Bis die Polizisten das renitente Geburtstagskind auf die Wache gebracht hatte, hagelten weiter Unflätigkeiten auf sie.
Zwar gab der 51-Jährige sein Fehlverhalten zu, doch einsichtig war er zunächst nicht. Er nannte die Maßnahmen der Beamten weiterhin ungerecht. Er habe einfach nur dort sitzen wollen, dann seien die „Blödköppe“ gekommen. „Das ging Holterdipolter, dabei sahen die beiden Jungs aus, als würden die mit ‘nem Skateboard rummachen“, beschwerte sich der Mann, der darauf beharrte, die beiden jungen Beamten nicht als Polizisten erkannt zu haben.
Doch nach den Zeugenaussagen lenkte er ein, entschuldigte sich bei den Polizisten und stimmte zu, dem verletzten Beamten 250 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.
Die Bewährungschance sei sehr knapp gewesen, machte Richter Mark Linnemann deutlich. Ein Grund sei, dass der vielfach vorbestrafte Angeklagte seit einiger Zeit Arbeit habe. Das spräche für eine positive Sozialprognose. Die Bewährung solle aber auch gewährleisten, dass der Beamte das Schmerzensgeld bekomme. Das ginge nur wenn der Okeraner in Freiheit bleibe und Geld verdiene.