105 Geflüchtete aus der Ukraine bereits aufgenommen
Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet gehen im Berliner Hauptbahnhof zu einer Sammelstelle.
Im Landkreis Goslar wurden mittlerweile 105 Ukrainerinnen und Ukrainer aufgenommen, die sich nach dem Angriff der russischen Armee auf ihr Land auf der Flucht befinden. „Überwiegend handelt es sich um Frauen und Kinder“, teilt der Landkreis mit.
Goslar. Die Menschen seien in den meisten Fällen bei Verwandten, Freunden oder Bekannten untergebracht. Der Landkreis rät den Geflüchteten, im behördlichen Sprachgebrauch ist mittlerweile von Vertriebenen die Rede, sich bei der Kreisverwaltung zu melden. Dafür wurde auf der Internetseite des Landkreises eigens ein Meldebogen eingerichtet.
Die Registrierung ist wichtig, nicht nur um einen Überblick über die Anzahl der Menschen zu haben. „Nur gemeldete Flüchtlinge haben die Möglichkeit, Leistungen zu beantragen, mit denen der Lebensunterhalt bestritten werden kann“, erklärt die Kreisverwaltung in einer Mitteilung.
Die Geflüchteten haben Anspruch auf Leistungen für Wohnungen und Unterhalt in Höhe der Hartz-IV-Leistungen, berichtet Landkreissprecher Maximilian Strache. Landrat Dr. Alexander Saipa erklärt, wer im Landkreis Goslar „ein erstes Obdach“ gefunden habe, könne auch hier bleiben.
Wenn die Wohnmöglichkeit befristet sei, sollen die Geflüchteten dennoch „eine dauerhafte Unterkunft erhalten“, heißt es weiter. Der Landkreis habe bereits zahlreiche Wohnungen registriert, die er in solchen Fällen anbieten könne. Darüber hinaus suche die Kreisverwaltung weitere Wohnungen, sie können auf der Internetseite des Landkreises (www.landkreis-goslar.de) gemeldet werden.
Wer nach Deutschland kommt und keine Möglichkeit findet, bei Familie, Freunden oder Bekannten unterzukommen, soll sich in einer der Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes melden, berichtet der Landkreis: In den Einrichtungen würden die Geflüchteten registriert, um sie hinterher einer Gemeinde zuzuweisen. Die meisten Flüchtlinge, die nach Goslar kommen, hätten aber bereits eine Unterkunft, zumindest übergangsweise, berichtet die Kreisverwaltung. Landrat Saipa betont, dass es wichtig sei, dass die Menschen sich nach ihrer Ankunft melden und registrieren lassen. „Dies dient dem Überblick und der Vorbereitung der weiteren Schritte. Denn wir müssen davon ausgehen, dass die Menschen aus der Ukraine neben einem Dach über dem Kopf auch finanzielle Hilfe benötigen.“
Um die nächsten Schritte zu koordinieren, richtet der Landkreis in dieser Woche einen Krisenstab ein, der Einzelheiten klären soll. Darüber hinaus will die Kreisverwaltung ein Bürgertelefon einrichten, Anrufer sollen sich über Fragen der Aufnahme und des Aufenthalts der Vertriebenen informieren können. oli
Alexander Saipa