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Meerestemperaturen

Winter 2025/26 - Extreme Temperaturen in Nord- und Ostsee

Wetterextreme beeinflussen die Meere. (Archivbild)

Wetterextreme beeinflussen die Meere. (Archivbild) Foto: Marcus Brandt/dpa

Von Rekordwärme bis Eiseskälte: Warum der Winter 2025/26 an Nord- und Ostsee alles andere als gewöhnlich war – und was das für Schiffe bedeutete.

Von dpa Mittwoch, 11.03.2026, 10:50 Uhr

Hamburg/Rostock. Der Winter 2025/26 in Nord- und Ostsee war ein Winter der Extreme. Auf einen außergewöhnlich warmen Dezember folgte ein überraschend kalter Februar, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mitteilte. Insgesamt lagen die Oberflächentemperaturen der Nordsee und Ostsee demnach auch in diesem Winter über dem langjährigen Mittel. 

„Der Winter 2025/2026 verdeutlicht, wie stark das Wetter die Meeresoberflächentemperatur kurzfristig beeinflusst, selbst in Zeiten der langfristigen Klimaerwärmung durch den Menschen“, sagte der Leiter des Referats Marine Klimafragen am BSH, Tim Kruschke.

Das BSH untersucht wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee und kombiniert dazu Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Schiffen.

Starke Unterschiede im Verlauf des Winters in der Nordsee

Insgesamt lagen die Oberflächentemperaturen der Nordsee und Ostsee auch im Winter 2025/26 über dem langjährigen Mittel. (Archivbild)

Insgesamt lagen die Oberflächentemperaturen der Nordsee und Ostsee auch im Winter 2025/26 über dem langjährigen Mittel. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Nordsee erreichte laut BSH im Dezember, Januar und Februar durchschnittlich 7,7 Grad Celsius. Die Temperatur lag damit etwa 0,3 Grad über dem langjährigen Mittel von 1996/97 bis 2020/21. Damit war der Winter 2025/26 der zehntwärmste seit Beginn der Datenreihe 1996/97. 

Im Verlauf des Winters traten jedoch starke Unterschiede auf: So erreichte die Nordsee im Dezember mit 9,6 Grad Celsius einen neuen Höchstwert. Flächendeckend lagen die Temperaturen deutlich über dem langjährigen Mittel. Im Übergangsbereich zur Ostsee war es sogar bis zu 2 Grad wärmer als üblich.

Auch im Januar lag die Temperatur der Nordsee noch leicht über dem langjährigen Mittel. Die nördliche Nordsee war dabei wärmer als üblich, die südliche dagegen etwas kühler.

Im Februar hingegen sanken die Temperaturen auf durchschnittlich 5,9 Grad Celsius und damit um etwa 0,5 Grad unter das langjährige Mittel. Flächendeckend sei es deutlich kälter als üblich gewesen, vor der deutschen Küste und rund um Dänemark war es sogar bis zu 2 Grad Celsius kälter.

Drittwärmster Dezember in der Ostsee

Die Temperatur der Ostsee lag im Winter mit durchschnittlich 3,3 Grad etwa 0,4 Grad über dem langjährigen Mittel. Damit war es der elftwärmste Winter seit Beginn der Datenreihe 1996/97. Insbesondere zentrale und nördliche Bereiche waren überdurchschnittlich warm, während der Südwesten einschließlich der deutschen Gewässer kälter als üblich war, wie das BSH weiter mitteilte.

Der Dezember war 1,5 Grad wärmer als das langjährige Mittel. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 6,1 Grad Celsius war es der drittwärmste seit 1996/97. Im Januar fielen die Temperaturen auf 3 Grad – etwa 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Im Februar sanken die Temperaturen weiter auf 0,7 Grad und lagen damit 0,6 Grad unter dem langjährigen Mittel. Die Ostsee war dabei flächendeckend kälter als üblich.

Stärkster Eiswinter seit 2010/2011

Es war der stärkste Eiswinter seit 15 Jahren. (Archivbild)

Es war der stärkste Eiswinter seit 15 Jahren. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa

Der östliche Teil der deutschen Ostseeküste erlebte den längsten Eiswinter seit 15 Jahren. Anfang Januar bildeten sich große Eisflächen im Greifswalder Bodden und Stettiner Haff, die bis in den März hinein blieben, wie das BH weiter mitteilte. 

„Das dichte Eis vor Usedom und Rügen hat den Schiffsverkehr stark behindert. Als es sich löste, trieb es auf die offene See“, sagte der Leiter des BSH-Eisdienstes, Jürgen Holfort. Der gesamte Schiffsverkehr in die Ostsee hinein und heraus habe auf das Eis achten müssen. „Solch strenge Eiswinter sind inzwischen selten.“ 

Weiter westlich trat Eis vor allem in geschützten Küstenbereichen auf, im Februar kurzzeitig auch in den Förden bis Flensburg. An der Nordseeküste entstanden vereinzelt Eisflächen im nördlichen Wattenmeer und auf der Elbe.

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