Wie ab 2027 in Emden Ozeanriesen ausgerüstet werden sollen
Am Borkumkai unweit der Getreidesilos (oben links) sollen die Kreuzfahrtschiffe künftig festmachen. (Archivbild) Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa
Der Emder Hafen wird der neue Ausrüstungshafen der Meyer Werft. Schon bald sollen die ersten Kreuzfahrtschiffe einlaufen. Vorher muss allerdings noch einiges am Liegeplatz vorbereitet werden.
Emden. Der Emder Außenhafen wird in den kommenden Monaten dafür vorbereitet, von 2027 an Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft auszurüsten. Die Landesregierung hatte kürzlich bekanntgegeben, dass Emden seine niederländische Nachbarstadt Eemshaven als Ausrüstungshafen für die Ozeanriesen ablösen wird. Das Erste von insgesamt vier Kreuzfahrtschiffen werde im März 2027 in Emden erwartet, sagte Aiko Hollander, Emder Niederlassungsleiter von Niedersachsen Hafeninfrastrukturgesellschaft NPorts. Ein Zweites soll im September 2027 anlegen.
Die Endausrüstung umfasst in der Regel alle abschließenden Arbeiten, bevor ein Schiff an eine Reederei übergeben wird. Kabinen werden eingerichtet, Beschilderungen angebracht, außerdem wir alles umfangreich gereinigt.
Woran in Emden gearbeitet wird
Nun beginnt NPorts damit, alles für die Ankunft der bis zu 350 Meter langen Luxusliner vorzubereiten. Geplant ist, dass die Schiffe nach ihrer Überführung über die Ems einen Liegeplatz im Außenhafen ansteuern – in Verlängerung des Borkumkais, wo die Fähren zur Insel Borkum ablegen.
„Wir bereiten alles vor: Wir baggern, wir verlegen unsere Anlagen, die sich in diesem Bereich befinden“, sagte Hollander. Denn für die Arbeiten an den Kreuzfahrtschiffen werde Platz benötigt. Vorhandene Hallen und Parkplätze neben dem Anleger sollen als Lagerflächen dienen. Während der etwa vierwöchigen Arbeiten pro Schiffsanlauf werden voraussichtlich mehrere tausend Menschen an Bord der Neubauten arbeiten.
Damit die Ozeanriesen den Hafen anlaufen können, muss laut NPorts die Wassertiefe angepasst und die Liegewanne unter Wasser verbreitert werden. Dafür sollen rund 1,4 Millionen Euro in Baggerarbeiten investiert werden. NPorts gehe damit in Vorleistung, setze aber auf eine Refinanzierung der Maßnahmen durch die Werft, sagte NPorts-Geschäftsführer Holger Banik.
Wie viele Schiffe Emden anlaufen können
Die Meyer Werft hatte in den 90er-Jahren begonnen, ihre immer größeren Kreuzfahrschiffe in Eemshaven auszurüsten und endzufertigen. 2025 ließ die zwischenzeitlich nach einer finanziellen Schieflage von Bund und Land gerettete Werft dann bereits das Kreuzfahrtschiff „Asuka III“ in Emden ausrüsten. Das stimmt NPorts auch für die künftigen Schiffanläufe zuversichtlich. „Wir haben letztes Jahr schon einmal bei der „Asuka III“ geübt. Das hat reibungslos funktioniert“, sagte Hollander.
Von der Endausrüstung der Meyer-Schiffe in Emden verspricht sich die Landesregierung eine Stärkung des maritimen Wirtschaftsstandorts. Bislang gibt es eine Vereinbarung über die Ausrüstung von vier Kreuzfahrtschiffen für 2027 und 2028. Zusätzlich gibt es eine Option für drei weitere Schiffe.