Verdi-Warnstreik sorgt für Stillstand im Bremer Nahverkehr
Zur Kundgebung in der Bremer Innenstadt kamen nach Polizeiangaben rund 600 Menschen. Foto: Focke Strangmann/dpa
Wegen eines Warnstreiks fahren in Bremen seit Freitagmorgen für 72 Stunden keine Busse und Bahnen mehr. Verdi fordert bessere Arbeitsbedingungen – und kündigt mögliche weitere Proteste an.
Bremen. Mit einem erneuten Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi den Nahverkehr seit dem frühen Freitagmorgen in Bremen lahmgelegt. Alle Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) stehen noch bis Montagfrüh, 3.00 Uhr, still. Damit wird in der Hansestadt ein Tag länger die Arbeit niedergelegt als in den meisten anderen Städten. Rund 600 BSAG-Beschäftigte zogen nach Polizeiangaben durch die Innenstadt zu einer Kundgebung. „Zusammen geht mehr“, stand auf ihren gelben Westen.
Die Gewerkschaft ruft zum zweiten Mal in diesem Jahr zu einem bundesweiten ÖPNV-Warnstreik auf. Verdi verlangt im Tarifkonflikt unter anderem kürzere Schichtzeiten, längere Ruhezeiten sowie höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Bezirksgeschäftsführer Markus Westermann forderte auf der Kundgebung in Bremen auch eine Erhöhung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes sowie eine erweiterte Altersteilzeitregelung.
Wann es zwischen den Arbeitgebern und der Gewerkschaft zu Tarifeinigungen kommt, ist derzeit offen. „Von daher sind wir heute nicht das letzte Mal da, wenn es so weitergeht“, sagte Westermann. In Niedersachsen gilt noch bis Ende März eine Friedenspflicht, Arbeitskämpfe im ÖPNV sind dort bis dahin nicht möglich.
Die BSAG-Beschäftigten zogen lautstark durch die Bremer Innenstadt. Foto: Focke Strangmann/dpa