Torwartfehler im Krisengipfel: St. Pauli besiegt Werder
Hauke Wahl (2.v.l) trifft zum 1:0 für den FC St. Pauli. Foto: Marcus Brandt/dpa
Beim Abstiegskampf-Duell zwischen St. Pauli und Werder steht viel auf dem Spiel. Die Bremer haben zunächst mehr von der Partie. Dann leitet ein Torwartfehler die schwerwiegende Werder-Pleite ein.
Hamburg. Der FC St. Pauli hat den norddeutschen Krisengipfel auch dank eines schwerwiegenden Torwartfehlers für sich entschieden und die Misere von Werder Bremen weiter verschärft. In einem erst im zweiten Durchgang unterhaltsamen Kellerduell siegte der Hamburger Fußball-Bundesligist mit 2:1 (0:0) und verdrängte den Tabellennachbarn auf den vorletzten Rang.
Im dritten Spiel unter der Regie von Werder-Coach Daniel Thioune kassierten die Bremer die dritte Pleite und blieben auch im 13. Ligaspiel nacheinander ohne Sieg.
Hauke Wahl (55. Minute), der von einem katastrophalen Fehler von Werders Torhüter Mio Backhaus profitierte, und Joel Chima Fujita (70.) erzielten vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion die Treffer für das Heimteam. Jovan Milosevic (62.) hatte zwischendurch für den verdienten Ausgleich gesorgt. Die Bremer waren im ersten Durchgang das bessere Team.
Werder mit kurzfristigem Ausfall
Der Start unter Neu-Coach Thioune verlief gar nicht nach dem Geschmack der Bremer Fans. In zwei Partien unterlagen die Grün-Weißen dem SC Freiburg und Bayern München. Im dritten Spiel drohte außerdem ein Negativ-Einstand: Es gab nie zuvor einen Trainer der Bremer, der in seinen ersten drei Ligapartien kein Tor bejubeln durfte. Immerhin ersparte ihm Milosevic diesen Eintrag in der Clubhistorie.
Thioune musste in der ohnehin geschwächten Defensive kurz vor der Partie den Ausfall von Außenverteidiger Felix Agu hinnehmen. In der Abwehr fehlten den Bremern ohnehin schon die Innenverteidiger Amos Pieper und Karim Coulibaly. Der Kiez-Club hingegen freute sich über die Rückkehr der zuvor kurzzeitig verletzten Leistungsträger Hauke Wahl und Eric Smith in der Startelf.

St. Paulis Kapitän Jackson Irvine beim Kopfball. Foto: Marcus Brandt/dpa
Beide Teams legten beherzt los. Die Gäste besaßen mehr den Ball, doch gute Torannäherungen von Marco Grüll (2./23.) verteidigte die Defensive des Kiez-Clubs jeweils. Doch die Bremer wurden gefährlicher: Nach einer Flanke von Cameron Puertas scheiterte erst Niklas Stark an Torwart Nikola Vasilj, der auffällige Jens Stage setzte den Nachschuss neben das Tor. Die Hamburger dagegen blieben in der Offensive viel zu harmlos.
Torwartfehler schockt Werder
In der zweiten Halbzeit machte Werder weiter das Spiel. Samuel Mbangula prüfte mit seinem Schuss Vasilj, der den Ball zur Seite abwehrte. Ein katastrophaler Fehler von Werder-Torwart Backhaus half den Hamburgern: Der Schlussmann konnte einen eher harmlosen Kopfball aus elf Metern von Wahl nicht festhalten, und der Ball glitt ins Tor.
Auf der Gegenseite sah dann Vasilj im Tor etwas unglücklich aus, als er ausrutschte und den Ball nicht richtig abwehren konnte. Vom folgenden Wirrwarr im Strafraum des Heimteams profitierte der eingewechselte Winter-Neuzugang Milosevic und erzielte den verdienten Ausgleich.
Die Hamburger blieben aber dran und gingen dank eines Schusses von Fujita im Strafraum wieder in Führung. Diesmal fand Werder keine Antwort mehr.

St. Paulis Eric Smith (r) kommt gegen den Bremer Samuel Mbangula zu spät. Foto: Marcus Brandt/dpa