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Schulpolitik in Niedersachsen

Städtetag fordert eine Milliarde Euro für Schüler-Tablets

Ab Klasse sieben digital: Tablets sollen nicht nur den Unterricht modernisieren, sondern auch teure Taschenrechner ersetzen. (Symbolbild)

Ab Klasse sieben digital: Tablets sollen nicht nur den Unterricht modernisieren, sondern auch teure Taschenrechner ersetzen. (Symbolbild) Foto: Uli Deck/dpa

Zum kommenden Schuljahr sollen alle Siebtklässler ein kostenloses Tablet bekommen, aber reicht das Geld? Die Kommunen befürworten das Vorhaben – und äußern zugleich deutliche Vorbehalte.

Von dpa Dienstag, 13.01.2026, 14:10 Uhr

Hannover. Der niedersächsische Städtetag hält die von der Landesregierung eingeplanten 800 Millionen Euro für kostenlose Schüler-Tablets für zu wenig. „Wir meinen, dass wir dafür mindestens eine Milliarde Euro brauchen“, sagte Städtetag-Präsident und Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Jürgen Krogmann (SPD). 

Wenn das Land die digitale Ausstattung aller Schülerinnen und Schüler wolle, müsse es das Projekt „gründlich und gut machen“. Berücksichtigt werden müssten dabei auch Tablets für Lehrkräfte sowie der laufende Aufwand für Wartung und Systemadministration.

Streit über Zuständigkeiten und Folgekosten

Tablets hätten eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren. Nach dieser Zeit müssten neue Geräte beschafft werden. Nach Darstellung von Vizepräsident Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, Frank Klingebiel (CDU), dürfe es nicht darauf hinauslaufen, dass das Land zunächst investiere und die Folgekosten den Kommunen überlasse.

Krogmann (l) und Klingebiel halten die geplanten 800 Millionen Euro für Schüler-Tablets für zu knapp bemessen.

Krogmann (l) und Klingebiel halten die geplanten 800 Millionen Euro für Schüler-Tablets für zu knapp bemessen. Foto: Shireen Broszies/dpa

Streit gibt es insbesondere über die Zuständigkeiten. Aus Sicht des Städtetages müsse die Ausstattung der Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte klar Landessache sein. Entscheidend sei, dass dies im Schulgesetz verankert werde, sagte Krogmann. Bei den Schülerinnen und Schülern zeige sich das Land dazu bereit, bei der Ausstattung der Lehrkräfte gebe es noch keine Einigung.

Das plant Rot-Grün

Die rot-grüne Landesregierung plant, die Schulen ab dem Schuljahr 2026/27 schrittweise, beginnend mit den siebten Klassen, mit kostenlosen Tablets auszustatten. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Tablet den Plänen zufolge wie ein Schulbuch nutzen, also auch zu Hause, und es über mehrere Jahre behalten. Nach vier Jahren sollen die Geräte gegen neuere Modelle getauscht werden. Bis 2031 sind rund 800 Millionen Euro für das Projekt vorgesehen.

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