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Fußball

Frauen-Bundesliga: GmbH mit DFB geplatzt

Katharina Kiel und der Ligaverband der Frauen: Keine Annäherung an den DFB. (Archivbild).

Katharina Kiel und der Ligaverband der Frauen: Keine Annäherung an den DFB. (Archivbild). Foto: Michael Brandt/dpa

Der DFB und die 14 Bundesligisten kommen einfach nicht zusammen, wenn es um Zukunft des Frauenfußballs geht. Die Clubs gehen ihren eigenen Weg.

Von dpa Donnerstag, 05.02.2026, 17:20 Uhr

Frankfurt/Main. Die ursprünglich geplante GmbH zwischen dem neuen Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL und dem Deutschen Fußball-Bund ist nach Angaben der Clubs vorerst geplatzt. Dies teilten die 14 Erstligisten nach ihrer ersten Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main mit. Die Positionen und Rahmenbedingungen des DFB könnten nicht erfüllt werden, hieß es. 

Der DFB bedauerte die Entscheidung des Ligaverbandes, es bestehe aber weiterhin die Bereitschaft, über die weitere Professionalisierung der Frauen-Bundesliga zu sprechen. „Wir wollen in der Sache vorankommen und sind weiterhin an guten Lösungen interessiert. Das gebietet allein die fortschreitende internationale Entwicklung des Frauenfußballs“, hieß es.

DFB steht zu 100-Millionen-Investition

Der Verband werde die Bundesliga zunächst unter seinem Dach ambitioniert weiterführen: „Der DFB steht darüber hinaus zu seiner Entscheidung, in den kommenden Jahren einhundert Millionen Euro in die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußball zu investieren.“

Nicht einig wurden sich die Parteien nach dpa-Informationen vor allem in der Frage, wer die Geschäftsführung bestellen darf. Der DFB hatte knapp über 100 Millionen Euro für die kommenden acht Jahre in Aussicht gestellt, dies aber an Mitspracherechte gekoppelt. Zwar sollen sich beide Parteien in vielen Punkten einig geworden sein, nicht aber in den wesentlichen. 

Zukunft „muss bei den Clubs liegen“ 

„Für uns ist entscheidend: Die Zukunft der Frauen-Bundesliga muss dort gestaltet werden, wo der sportliche und wirtschaftliche Motor liegt – bei den Clubs“, sagte Ligaverbandspräsidentin und Eintracht-Direktorin Katharina Kiel. Woher die Clubs die finanziellen Mittel nehmen wollen, die ihnen der DFB garantiert hätte, blieb offen.

Das Gemeinschaftsunternehmen wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich gewesen, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln.

„Wir haben – wie angekündigt – alle Wege ergebnisoffen diskutiert und geprüft“, sagte Kiel weiter. Sie bedankte sich bei DFB-Präsident Bernd Neuendorf für seine „intensive und lösungsorientierte Verhandlungsführung“, der Prozess habe die zentralen Fragen und Antworten klar benannt. 

Kiel sagte aber auch: „Sie (die Clubs) tragen die größte Investitions- und Umsetzungsverantwortung und brauchen dafür klare Zuständigkeiten, hohe Handlungsfähigkeit und eine Governance, die Wachstum beschleunigt und Wettbewerbsfähigkeit erhöht.“

Streit schon vor der Gründung des Ligaverbandes

Vor der Gründung des Ligaverbands im Dezember war es zu heftigen Verwerfungen zwischen Clubbossen wie Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und dem Verband gekommen, unter dessen Dach die Frauen spielen. So fand die Veranstaltung auch nicht wie geplant auf dem DFB-Campus, sondern in Frankfurts Stadion statt.

Einer der Hauptstreitpunkte ist die Stimmenmehrheit. In einer eigenen FBL GmbH müssten die Vereine einen Grundlagenvertrag mit dem DFB schließen, wie er auch bei den Männern für die Deutsche Fußball Liga (DFL) gilt.

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