Francesco Angelico wird Generalmusikdirektor in Hannover
Der italienische Dirigent Francesco Angelico wird neuer Generalmusikdirektor der Staatsoper Hannover - von der Saison 2026/2027 an. Foto: Thomas Strünkelnberg/dpa
Ein Italiener kommt in die niedersächsische Landeshauptstadt - als Chefdirigent der Staatsoper. Er hat schon konkrete Pläne und ein klares Ziel für das Theater.
Hannover. Der italienische Dirigent Francesco Angelico wird neuer Generalmusikdirektor der Staatsoper Hannover. Von der Spielzeit 2026/2027 an werde der Sizilianer das Amt übernehmen - die Zustimmung von Orchester und Vorstand sei „wahnsinnig toll“ gewesen, sagte Intendant Bodo Busse. Mit seiner „herausragenden Expertise“ und „künstlerischen Exzellenz“ werde er die Staatsoper Hannover bereichern. „Es ist ein besonderer Tag für mich“, sagte Angelico bei der Vertragsunterzeichnung. Sein Vorgänger Stephan Zilias wechselt als neuer Musikdirektor an die Opera Ballet Vlaanderen im belgischen Gent und Antwerpen.
„Große Musikalität“
Busse bescheinigte Angelico, der seit 2017 Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters und seit 2024 Chefdirigent des Staatsorchesters Kassel war, „große Musikalität“. Zum ersten Mal habe er 2013 als Intendant in Coburg mit dem 1977 im sizilianischen Caltagirone geborenen Dirigenten zusammengearbeitet. Angelico tritt an bedeutenden Opernhäusern und bei renommierten Orchestern auf - etwa an der Bayerischen Staatsoper München, der Staatsoper Stuttgart, der Oper Graz sowie am Théâtre du Capitole in Toulouse und in Japan.
Der Dirigent kündigte an, sein Ziel sei, aus Theater und Orchester eines der besten in Deutschland zu machen - „das Potenzial ist da“. Die neue Saison werde er mit einem Stück beginnen, „das mir sehr am Herzen liegt“, nämlich der Oper „Pique Dame“ von Tschaikowski. Im Beethoven-Jahr 2027 - der Komponist starb 1827 - ist nach Busses Worten ein Projekt rund um dessen einzige Oper „Fidelio“ geplant.
Mohrs: „Herausragende künstlerische Persönlichkeit“
„Mit Francesco Angelico gewinnen wir für die Staatsoper eine herausragende künstlerische Persönlichkeit, die mit großer Erfahrung, musikalischer Sensibilität und internationaler Strahlkraft überzeugt“, sagte der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs. „Er dirigiert mit einer einzigartigen Mischung aus dramaturgischer Klarheit und klanglicher Eleganz“, betonte der SPD-Politiker.
Der bisherige Generalmusikdirektor Zilias sagte im vergangenen November: „Meine Zeit in Hannover war und ist prägend – ohne die Erfahrungen und die Menschen hier wäre der neue Weg nach Antwerpen nicht möglich gewesen.“ Der Schritt nach Belgien bedeute „einen Perspektivwechsel und die Chance, in einem anderen kulturellen Umfeld zu arbeiten“.