Aus Maritim wird Ahorn: Ab Montag rücken die Handwerker an
Für den einen oder anderen wird es vielleicht noch ein wenig Gewöhnungszeit brauchen: Das „Maritim“, das Jahrzehnte lang über Braunlage blickte, heißt jetzt „Ahorn Harz Hotel“. Geschäftsführer Michael Bob (rundes Bild rechts) übergibt dem neuen Hoteldirektor Michael Naber den symbolischen Schlüssel. Foto: Exner
Schwimmbad, Sauna und Fitnessbereich sollen bleiben, dazukommen sollen ein hoteleigenes Kino und eine Kinderwelt - im ehemaligen Hotel Maritim wird sich in der nächsten Zeit einiges tun. Lesen Sie hier alles über die Pläne für das Ahorn Harz Hotel Braunlage.
Braunlage. Beim einen oder anderen Gast herrschte am Freitag noch ein bisschen Verwirrung: Den Buchungszettel mit der Aufschrift „Maritim“ in der Hand, wurde auf der Anhöhe neben der Wurmberg-Seilbahn nach dem gleichnamigen Hotel gesucht. Am Eingang des dortigen Hochhauses allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits der Schriftzug „Ahorn Harz Hotel“ angebracht worden – so heißt es ehemalige „Maritim“ nämlich ab sofort.
Übernommen hat das Hotel die Ahorn-Hotelgruppe um ihren Geschäftsführer Michael Bob. Und der hat mit seinem nun insgesamt siebten Haus im Portfolio einiges vor. Anders gesagt – und das durchaus, ohne zu übertreiben – die Ahorn-Gruppe möchte das ehemalige „Maritim“ einmal komplett auf links drehen.
Der Umbau des Innenbereichs startet bereits ab Montag , und zwar während des laufenden Betriebs, möglichst etagenweise, je nach Auslastung, wie Marketing-Direktor Julian Mieske erklärt. „Ziel ist es natürlich, dass Gäste nicht gestört werden, da unser Wohl der Gäste sehr wichtig ist“, sagt er. Von einst 309 Zimmern sollen 305 übrig bleiben. Modernisiert werden die Bäder sowie das Interieur.
Geplant sind unter anderem farbenfrohe Fototapeten in den Schlafbereichen, 49-Zoll-Fernseher und kostenloses W-Lan im gesamten Hotel. Blau und braun sollen laut Bob die Themenfarben sein. Den Streichelzoo hinter dem Hotel soll es auch weiterhin geben, allerdings müssen die dortigen Alpakas dann Schafen und Ziegen weichen. Geplant sind außerdem eine Minigolfanlage, ein Kinderspielplatz sowie Fußball-, Basketball- und Beachvolleyballplätze. Damit Gästen künftig der beschwerliche Fußweg auf die Anhöhe erspart bleibt, sollen vor dem Hotel weitere Parkplätze entstehen.
Das Schwimmbad mit seinem Innen- und Außenbecken bleibt genau wie die Sauna und der Fitnessbereich ebenfalls bestehen, neu dazukommen sollen für Schlechtwetterzeiten ein hoteleigenes Kino und eine Kinderwelt. Auch im Restaurantbereich sind Modernisierungen geplant.
Stichwort Kinder: Die Hauptzielgruppe der Ahorn-Gruppe, das machte Geschäftsführer Michael Bob am Freitag mehrfach deutlich, seien Familien. Nicht umsonst habe man sich absichtlich dazu entschieden, künftig nur noch dreieinhalb und nicht mehr vier Sterne zu tragen, um eine gewisse Hemmschwelle zu nehmen. Im November 2020 hatten die Verhandlungen über den Kauf des „Maritim“ begonnen, mit der offiziellen Übernahme sind sie nun erfolgreich abgeschlossen worden.
„Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt im Harz und an solch einem idealen Standort sind“, sagte Bob. „Unsere Gäste sparen für ihren Urlaub und wollen eine schöne Zeit erleben. Es ist nun unsere Aufgabe, bestmöglich dafür zu sorgen.“ Verantwortung dafür trägt künftig Michael Naber. Der 51-jährige Heidelberger ist seit mehr als 30 Jahren in der Hotelbranche tätig, verbrachte rund 20 Jahre davon im Ausland an Stationen in Saudi-Arabien, Pakistan oder England. Zuletzt war Naber Hoteldirektor im Allgäu.
Das bisherige Team des ehemaligen „Maritim“ bleibt Naber dabei erhalten: Die Ahorn-Gruppe übernimmt nach eigenen Angaben alle 47 Angestellten. Mehr noch: Mittelfristig soll die Personalanzahl sogar wieder auf bis zu 125 anwachsen. Schon jetzt sind entsprechende Stellen ausgeschrieben. Und auch für die Mitarbeiter wird investiert: Neben einer komplett neuen Telefonanlage plant die Ahorn-Gruppe für ihr Haus auch ein neues Kassensystem.
Die in die Jahre gekommenen Speisesäle sollen umfassend modernisiert werden. Foto: Exner
Auf dem Außengelände sind gleich mehrere neue Freizeitaktivitäten geplant. Foto: Exner
Michael Bob erläutert vor Gästen und Abteilungsleitern seine Umbaupläne und Zielsetzungen. Das obere Stockwerk etwa soll nach der Modernisierung „kaum wiederzuerkennen“ sein. Foto: Exner
Foto: Exner