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Posthume Ehre für Liebenburger

GZ Plus IconDas Große Verdienstkreuz für verstorbenen Künstler Gerd Winner

Der kürzlich verstorbene Künstler Gerd Winner.

Der kürzlich verstorbene Künstler Gerd Winner wird mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Foto: Detlef Kühlewind

Der kürzlich verstorbene Liebenburger Künstler Gerd Winner wird mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet.

Samstag, 16.05.2026, 14:00 Uhr

Liebenburg. Posthume Ehre für einen großen Liebenburger: Der im April verstorbene Künstler Gerd Winner wird mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Entsprechende GZ-Informationen bestätigte der Landkreis Goslar auf Nachfrage.

Die Auszeichnung wird seine Witwe Martina Winner entgegennehmen. „Die Verleihung ist noch vor seinem Tod bestimmt worden“, teilt Goslars Kreissprecherin Marieke Düber Winter mit. Im Auftrag der Niedersächsischen Staatskanzlei soll sie der Landrat überreichen.

Kunstwerke weltweit begehrt

Der Liebenburger Schlossherr und international renommierte Künstler Gerd Winner war im April im Alter von 89 Jahren gestorben.

Er gehörte zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Region. Winners Kunstwerke sind begehrte Objekte in Museen und Galerien auf der ganzen Welt. Ob New York, London, Paris oder Berlin, seine Inspiration setzte er oft mit großformatigen Werken in Szene – und in bestechender Technik. Dabei faszinierten ihn über Jahrzehnte die großen Städte, die urbanen Strukturen und deren Wirkung auf Menschen. Auch Kirchen boten ihm immer wieder Raum für seine künstlerischen Themen.

Von Braunschweig nach Berlin und Liebenburg

Winner erblickte am 8. Oktober 1936 in Braunschweig das Licht der Welt. Seine Schuljahre waren vom brutalen Zweiten Weltkrieg und der herausfordernden Nachkriegszeit im geteilten Deutschland geprägt. Aber auch seine neue künstlerische Heimat war von Trümmern und hartem Aufbau gezeichnet: Berlin, wo Winner von 1956 bis 1962 an der Hochschule für Bildende Künste studierte. 1974 führte der Weg den Künstler auf den Liebenburger Burgberg. Das Schloss mit seinen hohen Räume boten reichlich Platz für seine großformatigen Bilder – es sollte im geteilten Deutschland seine Dependance im Westen werden. So kaufte der Künstler 1974 vom Land Niedersachsen das Ensemble, das nach der Hochzeit mit seiner zweiten Ehefrau Martina ab 2000 zum Wohnsitz der Familie Winner wurde. Das Liebenburger Schloss ist heute mit einem großen Deckenfresko, seiner barocken Orgel von 1761 und seinen modernen Skulpturen auf dem Außengelände ein Kleinod. Winner war Initiator für die „Straße des Friedens“ – Teil eines internationalen Skulpturenwegs – und bereicherte das Leben in Liebenburg mit vielen kulturellen Veranstaltungen. ag

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