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Erste Versammlung nach 2019

Mitglieder kritisieren den Harzburger CDU-Stadtverband

Der neue Vorstand des CDU Stadtverbandes (v.l.): Alexander Waldorf, Gesine Kirschke, Tim Brejla, Julia-Marie Ruyling, Britta Wichert, Alexander Weisse, Eric Tychsen, Hans-Peter Dreß, Stefanie Hertrampf, Jochen Neumann und Magnus Heiduk. Foto: Fricke

Der neue Vorstand des CDU Stadtverbandes (v.l.): Alexander Waldorf, Gesine Kirschke, Tim Brejla, Julia-Marie Ruyling, Britta Wichert, Alexander Weisse, Eric Tychsen, Hans-Peter Dreß, Stefanie Hertrampf, Jochen Neumann und Magnus Heiduk. Foto: Fricke

Bei seiner ersten Versammlung nach 2019 besätigte der Stadtverband der CDU in Bad Harzburg seinen Vorstand.  Aber es herrschte nicht nur eitel Sonnenschein. Einige kritisierten mangelnde Teilnahme am Salz- und LIchterfest, andere die Kommunikation.

Von Oliver Fricke Mittwoch, 28.09.2022, 06:00 Uhr

Bad Harzburg. Rund 100 Mitglieder zählt der CDU Stadtverband in der Kurstadt, 21 davon waren am Freitagabend zur Versammlung in das Café Peters gekommen. Die CDU wählte einen neuen Vorstand und warf einen Blick zurück auf die Corona-Pause. Bei den geheimen Wahlen kam es auch zu einer Abwahl innerhalb des Vorstands, doch dazu später mehr. Die erste Versammlung seit 2019 leitete Alexander Weisse, Stellvertreter des Vorsitzenden Jobst Alexander Dreß, der krankheitsbedingt nicht dabei sein konnte, sich aber in einem Brief zu Wort meldete.

Es wunderte nicht, dass Dreß auf die Folgen der Pandemie für die Kommunalpolitik einging. Viele traditionelle Veranstaltungen mussten seit 2020 ins Wasser fallen. Erst in diesem Jahr kehrte die Normalität schrittweise mit der Teilnahme der CDU am Salz- und Lichterfest zurück. Bei den Kommunalwahlen seien Harzburgs Christdemokraten mit einem blauen Auge davongekommen. Mit den Grünen und den Freien Wählern wurde eine Gruppe gebildet, die im Rat der Stadt die Mehrheit innehat.

Schatzmeister Alexander Waldorf berichtete, dass die CDU finanziell gut dastehe. „Wegen der Pandemie hatten wir mangels Veranstaltungen keine größeren Ausgaben.“ Auch die Ausgaben von 2000 Euro für den Wahlkampf seien mit ausreichend Spenden kostendeckend abgelaufen.

Ende des Jahres 2021 verfügte der Stadtverband über 10.360 Euro an finanziellen Mitteln. Zwischenstand in diesem Jahr: 13.526 Euro. „Durch unseren Stand auf dem Salz- und Lichterfest hatten wir einige Einnahmen“, so der Schatzmeister. Die recht hohe Summe erfreute die anwesenden Christdemokraten. „Da sieht man, dass die CDU wirtschaften kann“, schmunzelte Weisse, „Aber das Geld können wir bestimmt noch gut bei der nächsten Bürgermeisterwahl gebrauchen, um unseren Kandidaten zu unterstützen.“

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Jobst-Alexander Dreß im Amt des Stadtverbandsvorsitzenden bestätigt. Stellvertretend nahm Hans-Peter Dreß die Wahl seines Sohnes an. Auch die Stellvertreter Britta Wichert und Alexander Weisse wurden in ihren Ämtern bestätigt. Alexander Waldorf bleibt auch künftig Schatzmeister und Gesine Kirschke behält das Amt der Schriftführerin. Beisitzer sind Tim Brejla, Stefanie Hertrampf, Jochen Martin Neumann, Julia-Marie Ruyling und Eric Tychsen. Nur der Mitgliederbeauftragte Magnus-Julian Heiduk ist neu im Amt, er wurde auf Vorschlag von Hans-Peter Dreß gewählt und löste damit Susanne Herweg ab.

Herweg hatte sich zuvor in der Aussprache kritisch zu den letzten Jahren geäußert. Erfreulich sei gewesen, dass beim Neumitgliedertreffen Mitglieder geehrt wurden.

Kritik am Vorstand

Als Mitgliederbeauftragte hätte sie sich trotz Corona mehr Aktivität im Stadtverband gewünscht. Die Kommunikation im Vorstand sei aus ihrer Sicht etwas schwierig gewesen. Dass nach den Wahlen im Rat eine Gruppe gebildet wurde, habe sie aus der Presse erfahren müssen. Mitglieder seien zu solchen Entscheidungen zu befragen, so Herweg weiter. Das resultiere ihre Meinung nach daraus, dass Stadtverband Vorstand und Fraktion nahezu personenidentisch seien. Sie wünschte sich ausdrücklich, dass Mitglieder mehr in die Arbeit, des Vorstandes mit einbezogen würden. Sie kritisierte zudem, dass die CDU in der Presse die Stände zur Landtagswahl nicht entsprechend ankündige. Bis zur nächsten Wahl sei noch Zeit, so dass überlegt werden könne, das künftig offensiver zu gestalten.

Die Außenwirkung der Partei, besonders im Landtagswahlkampf, machte auch Bernd Schilling Sorgen. Beim Umzug auf dem Salz- und Lichterfest seien nur sechs Christdemokraten dabei gewesen, während der Wagen der SPD „rappelvoll“ gewesen sei. Britta Wichert entgegnete, dass es nicht helfe, Ankündigungen in die Zeitung zu setzen. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Mundpropaganda am besten funktioniere. „Man muss die Leute direkt ansprechen. So mache ich das bei den Landfrauen. Und wenn eine ältere Dame dabei ist, fahre ich vor und hole sie ab“, berichtete sie. „Wir nehmen das jetzt einmal so mit“, sagte Weisse. Die Kommunikation könne nicht immer von oben nach unten, sondern müsse auch aus der anderen Richtung laufen.

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