Zehntausende demonstrieren für den Sozialstaat
Wie hier in Stuttgart demonstrierten bundesweit Zehntausende für einen starken Sozialstaat. Foto: Enrique Kaczor/dpa
Die Gewerkschaften haben aufgerufen - und Zehntausende sind gekommen. In zahlreichen deutschen Großstädten gab es Demonstrationszüge.
Berlin. Zehntausende Menschen sind bei Kundgebungen zum bundesweiten Aktionstag der Gewerkschaften für den Sozialstaat und die Demokratie auf die Straße gegangen. Allein zwischen 20.000 und 25.000 Menschen zählte die Polizei in Nürnberg. Für Essen nannte sie 12.000 Teilnehmende, für Frankfurt am Main 15.000. Rund 13.000 Menschen seien es in Hannover und 5.500 in Berlin gewesen. Die Organisatoren vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nannten teils höhere Zahlen. Auch in anderen Teilen Deutschlands demonstrierten Zehntausende unter dem Motto: „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi kündigte auf der Kundgebung in Essen einen weiteren Einsatz gegen Sozialabbau an. „Wir lassen uns nicht einfach nehmen, was wir in vielen Jahren an sozialen Standards aufgebaut haben“, sagte sie. Erneut kritisierte Fahimi Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages scharf. Auch die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren müsse bleiben.
Verdi-Chef Frank Werneke warf der regierenden Koalition einen „Angriff auf die Rechte der abhängig Beschäftigten und den Sozialstaat“ vor. Es müsse endlich Schluss mit dem „Klassenkampf von oben“ sein, sagte er in Frankfurt.