Weniger gestreut – Autofahrer und Radler müssen aufpassen
Die niedersächsischen Winterdienste hatten in dieser Saison bisher gut zu tun. Dadurch wird stellenweise das Streusalz knapp. Foto: Moritz Frankenberg/dpa
Streusalz wird inzwischen teilweise knapp: Im Landkreis Osnabrück und in Meppen müssen Autofahrer und Radler deswegen mit glatten Straßen rechnen. Warum Hannover trotzdem entspannt bleibt.
Hannover. Während es in Teilen Niedersachsens wegen Streusalzknappheit zu Einschränkungen im Winterdienst kommt, melden andere Kommunen eine stabile Versorgungslage. Wegen Lieferengpässen beim Streusalz schränkt etwa der Landkreis Osnabrück den Winterdienst auf Kreisstraßen ein.
Akuter Mangel an Streusalz infolge einer bundesweiten Verknappung
Nach Angaben der Kreisverwaltung haben die vergangenen Wochen mit winterlicher Witterung zu einem überdurchschnittlich hohen Verbrauch geführt. Nachlieferungen könnten derzeit nicht in ausreichendem Umfang erfolgen, um die Lager in den Kreisstraßenmeistereien in Bersenbrück und Bissendorf aufzufüllen.
Auch in Meppen im Emsland wird der städtische Winterdienst ab Mittwoch (28. Januar) bis auf Weiteres eingeschränkt. Grund sei ein akuter Mangel an Streusalz infolge einer deutschlandweiten Verknappung, teilte die Stadt mit.
Eine Kombination aus anhaltend winterlicher Witterung, hohem Verbrauch und begrenzten Lieferkapazitäten habe zu Engpässen geführt, deren Ende derzeit nicht absehbar sei. Die Stadt rief Verkehrsteilnehmer zu erhöhter Aufmerksamkeit und angepasster Fahrweise auf.
Streusalz komme nur noch an bestimmten Stellen zum Einsatz
Der Landkreis Osnabrück teilte mit, dass bei der Belieferung von Straßenmeistereien bereits priorisiert werde, um verkehrswichtige Straßen weiterhin sichern zu können. Für die Kreisstraßen im nach Einwohnern zweitgrößten Landkreis Niedersachsens werde deshalb die Winterdienststrategie angepasst.
Fahrbahnen und Radwege würden zwar weiterhin von Schnee geräumt. Streusalz komme jedoch überwiegend nur noch auf besonders stark befahrenen Strecken sowie an Steigungen und Gefällestrecken zum Einsatz. Verkehrsteilnehmer werden um Verständnis und eine angepasste Fahrweise gebeten.
Einschränkungen im Winterdienst in Hannover kein Thema
Entwarnung kommt dagegen aus der Landeshauptstadt Hannover. Die Versorgungslage bei der Stadtreinigung des Abfallwirtschaftsbetriebs aha sei stabil. Einschränkungen im Winterdienst seien kein Thema, teilte der Zweckverband mit.
Nach Angaben von aha stehen aktuell rund 4.000 Tonnen Streusalz sofort zur Verfügung, zudem gebe es gesicherte Reserven bei Lieferanten und tägliche Nachlieferungen. Die Verkehrssicherung im Stadtgebiet sei auch bei anhaltendem Winterwetter gewährleistet.
Winterdienste können an ihre Belastungsgrenzen stoßen
Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB), Marco Trips, erklärte, viele Kommunen seien mit dem Wintereinbruch insgesamt gut zurechtgekommen. Priorität hätten Hauptverkehrsstraßen, wichtige Verkehrsachsen und sicherheitsrelevante Bereiche. Bei länger anhaltenden Witterungslagen könnten jedoch selbst gut aufgestellte Winterdienste an ihre Belastungsgrenzen stoßen.