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Arbeitsmarkt

Von Job zu Job: Wie das Land Arbeitslosigkeit vermeiden will

Blick auf Hildesheim: Hier erprobt Niedersachsen ein Netzwerk für nahtlose Jobwechsel. (Archivbild)

Blick auf Hildesheim: Hier erprobt Niedersachsen ein Netzwerk für nahtlose Jobwechsel. (Archivbild) Foto: Moritz Frankenberg/dpa

In Hildesheim testet Niedersachsen ein neues Netzwerk: Wer Personal abbaut, soll mit suchenden Betrieben verbunden werden. Ziel sind nahtlose Jobwechsel statt Arbeitslosigkeit.

Von dpa Mittwoch, 04.02.2026, 15:10 Uhr

Hannover. Beschäftigte in Niedersachsen sollen künftig möglichst direkt von einem Job in den nächsten wechseln können, statt zunächst arbeitslos zu werden. Dafür baut das Land ein landesweites Job-to-Job-Netzwerk auf, wie das Wirtschaftsministerium mitteilte. Das Projekt „Arbeit bewegen!“ wird demnach von 2026 bis 2028 mit rund 530.000 Euro aus dem Wirtschaftsförderfonds unterstützt.

Unternehmen, die Personal abbauen müssen, sollen frühzeitig mit Betrieben zusammengebracht werden, die Fachkräfte suchen. So sollen nahtlose Übergänge in neue Arbeitsverhältnisse gelingen und Arbeitslosigkeit vermieden werden. Ausgangspunkt ist eine Modellregion in Hildesheim. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen später auf weitere Landesteile übertragen werden. Träger ist die Transformationsagentur Niedersachsen.

Die Agentur soll Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitsagentur sowie weitere Partner vernetzen und den Austausch zwischen abgebenden und aufnehmenden Betrieben organisieren. Aufgaben wie Vermittlung oder Weiterbildung blieben bei den bestehenden Institutionen, Doppelstrukturen seien nicht geplant, hieß es vom Wirtschaftsministerium.

Minister: Niedersachsen setzt bewusst auf Schulterschluss

Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne bezeichnete Job-to-Job-Prozesse als zentralen Schlüssel, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und den Strukturwandel sozial verantwortlich zu gestalten. „Niedersachsen setzt hier bewusst auf den Schulterschluss von Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung.“

Am Projekt beteiligt sind auch die Gewerkschaft IG Metall, der Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall sowie die Agentur für Arbeit, die eine enge Zusammenarbeit ankündigten. Nach Einschätzung der Landesregierung soll das Netzwerk den Arbeitsmarkt widerstandsfähiger machen.

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