Vizeadmiral Abry ist neuer Inspekteur der Marine
Dienstmützen der Marine in Hamburg Foto: Marcus Brandt/dpa
Die Marine hat einen neuen Chef. Seine Aufgabe: Russland abschrecken und die deutschen Seestreitkräfte zur Verteidigung der Ostsee und des Nordatlantiks aufstellen.
Flensburg. Wilhelm Tobias Abry ist neuer Inspekteur der Deutschen Marine. Der 58-Jährige übernahm das Kommando über die Seestreitkräfte von Vizeadmiral Jan Christian Kaack, der seit 2022 an der Spitze stand und seine Männer und Frauen mit dem „Kurs Marine“ wieder vor allem auf die Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtet hat.
Abry verfüge über langjährige See- und Einsatzerfahrung, teilte das Verteidigungsministerium zur Kommandoübergabe mit. Auf dem Programm stand bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Gelände der Marineschule Mürwik an der Flensburger Förde auch ein Großer Zapfenstreich zur Verabschiedung von Kaack.
Die Marine zählt derzeit 15.900 Soldaten und war zuletzt erstmals wieder gewachsen. Sie verfügt aktuell über 47 Schiffe sowie zwei Tanker, die zivil besetzt sind. Um der Bedrohung durch Russland zu begegnen, läuft auch die Beschaffung neuer Schiffe und Waffen. Pläne gibt es für mehr unbemannte Systeme und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Blick auf den Nordatlantik und die Ostsee
Zwei Spannungsgebiete - der Nordatlantik als Nato-Nachschubroute sowie die Ostsee - spielen für die Marine eine ganz besondere Rolle. Im August hatte Kaack gesagt, die Marine sehe eine konstant hohe russische Bedrohung vor allem in der Ostsee.
Die russische Marine sei „aggressiv auf See, durch das Ausspähen von Stützpunkten und Einheiten, durch Einschüchterungs- und Sabotageversuche, Drohnenüberflüge sowie den Einsatz der Schattenflotte in der Ostsee“, sagte der Vizeadmiral in Berlin. Russland schütze Schiffe seiner sogenannten Schattenflotte inzwischen auch mit Waffen, entweder durch Marineschiffe oder auch durch Wachteams an Bord.

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