Warnstreik am Montag - Bremen stoppt alle Busse und Bahnen
Wegen des Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi lässt die BSAG am kommenden Montag alle Bahnen im Depot. (Archivfoto) Foto: Sina Schuldt/dpa
Am Montag rollt in Bremen kein Bus und keine Bahnen: Verdi legt mit Warnstreiks den Nahverkehr lahm. Welche Forderungen die Gewerkschaft stellt – und warum Niedersachsen noch verschont bleibt.
Bremen. Bus- und Straßenbahnkunden in Bremen müssen sich am kommenden Montag auf Ausfälle einrichten. Weil die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufruft, fallen in der Stadt alle Bahnen und Busse aus. Der Betrieb werde am Montag ab 3 Uhr aus Sicherheitsgründen für 24 Stunden stillstehen, kündigte die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) an.
Vom Betriebsbeginn am Montag um 3 Uhr bis Dienstag 3 Uhr werde der Betrieb daher ruhen, sagte eine BSAG-Sprecherin. Alle Busse und Bahnen bleiben in den Depots, die Kundencenter geschlossen. Verdi hatte zuvor für Montag zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Am Vormittag um 10 Uhr ist eine Streikkundgebung vor der BSAG-Zentrale geplant.
Die BSAG sprach von einer bedauerlichen Entwicklung „vor allem für unsere Fahrgäste“. In der gerade laufenden Tarifrunde habe es bisher nur einen einzigen Verhandlungstermin Mitte Januar gegeben, so die Sprecherin. „Dass jetzt schon nach nur einem Verhandlungstag gestreikt wird, ist bedauerlich.“ Ein ganztägiger Warnstreik sei aus Sicht der BSAG „zum jetzigen Zeitpunkt der Verhandlungen unangemessen“. Am 20. Februar würden die Gespräche fortgesetzt.
Bei der Bremer Straßenbahn-AG (BSAG) ruft Verdi am Montag zum Warnstreik. (Archivfoto) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Bundesweiter Aktionstag - nur nicht in Niedersachsen
Mit dem Ausstand will die Gewerkschaft im Tarifkonflikt um den kommunalen Nahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Aktion ist Teil bundesweiter Arbeitsniederlegungen in mehreren Bundesländern. Niedersachsen ist nach Angaben von Verdi zunächst nicht betroffen. Für die etwa 5.000 Beschäftigten in Niedersachsen gelte noch die Friedenspflicht, in der nicht gestreikt werden darf.
Laut dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Niedersachsen endet die Friedenspflicht hier erst Ende März. Bis dahin dürfe hier nicht gestreikt werden.„Unsere kommunalen Mitgliedsunternehmen werden am kommenden Montag fahren und werden nicht bestreikt“, sagte Michael Bosse-Arbogast, Hauptgeschäftsführer des KAV Niedersachsen. „Wir haben bis zum 31. März 2026 Friedenspflicht in Niedersachsen.“
Hintergrund sind Verhandlungen über neue Manteltarifverträge für die kommunalen Nahverkehrsbetriebe in diesem Frühjahr in allen Bundesländern. In den Verhandlungen fordert Verdi insbesondere deutlich bessere Arbeitsbedingungen, etwa durch Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, längere Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende.
Verdi fordert besser Arbeitsbedingungen
„Die Beschäftigten im ÖPNV stehen unter hoher Belastung durch extrem ungünstige Arbeitszeiten, Schichtarbeit und ständigen Zeitdruck“, sagt die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle laut Mitteilung. „Wir brauchen hier dringend Verbesserungen, um die hohe Fluktuation zu stoppen und wieder verlässlich Fachkräfte für den öffentlichen Nahverkehr zu finden.“
In Niedersachsen starten die Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr erst Mitte Februar, wie der KAV Niedersachsen mitteilte. Verhandelt werde dann für insgesamt zehn kommunale Nahverkehrsunternehmen unter anderem in Hannover, Braunschweig, Göttingen und Osnabrück. Streiks seien dann aber noch bis Ende März ausgeschlossen.
Zuletzt hatte es im vergangenen Frühjahr Warnstreiks im Nahverkehr in Niedersachsen und Bremen gegeben. Die Bremer Straßenbahn-AG hatte dabei wiederholt alle Fahrten abgesagt und Busse und Bahnen in den Depots gelassen.