Schneller Neubau der Huntebrücke in Oldenburg angestrebt
Ein Neubau der Huntebrücke soll vorgezogen werden. (Archivbild) Foto: Lars Penning/dpa
Immer wieder gab es Kollisionen an der Huntebrücke – nun soll ein Neubau vorgezogen werden. Das Projekt kostet Millionen.
Elsfleth. Die sanierungsbedürftige Eisenbahnbrücke über die Hunte bei Elsfleth (Landkreis Wesermarsch) soll zügig neu gebaut werden. Das ist das Fazit eines Treffens von Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) mit Vertretern der Deutschen Bahn, der Wasserstraßenverwaltung und der Stadt Oldenburg. Immer wieder war es zu Schiffskollisionen gekommen.
„Wir können bei der Eisenbahnbrücke in Oldenburg nicht warten, bis die alte Brücke ausgedient hat. Sondern jetzt müssen die konkreten Planungen beginnen“, sagte Tonne. Angesichts der großen Bedeutung dieser Brücke müsste man alle Möglichkeiten ausschöpfen, einen Neubau vorzuziehen. „Wir erwarten, dass der Bund seiner Verantwortung gerecht wird und die Deutsche Bahn für diese Aufgabe – auch mit Blick auf die zunehmende Bedeutung militärischer Mobilität – mit der neuen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung für die Infrastruktur zielgerichtet ausstattet.“
Die Bahn stellte dar, dass zunächst das Stellwerk zu erneuern sei. Außerdem müsse auch die Pferdemarktbrücke erneuert werden. Die Beteiligten einigten sich darauf, die Erneuerung der Pferdemarktbrücke nach dem Ersatzneubau der Huntebrücke zu platzieren.
Neue Brücke kostet Millionen
Insgesamt muss die Bahn einen hohen dreistelligen Millionenbetrag investieren, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Derzeit wird eine neue Finanzierungsgrundlage zwischen Bund und Bahn für den Erhalt des Bestandsnetzes verhandelt, die ab 2027 solche Finanzierungen regeln soll.
„Nach den jüngsten Schäden haben wir umfangreiche Materialuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen nun eindeutig, dass ein Neubau schneller als bislang geplant erforderlich ist“, berichtete die Bahn-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck.
Die Huntebrücke sei mit mehr als 100 Zügen täglich zentraler Bestandteil der Schieneninfrastruktur im Nordwesten. „Wir wissen um die Belastungen für Fahrgäste, Wirtschaft, Schifffahrt und die Region, die jede Störung mit sich bringt“. Deshalb setze man sich für einen beschleunigten Neubau ein. Die laufende Grundinstandsetzung in den nächsten fünf Jahren sichere den Betrieb für die Übergangszeit.
Die Eisenbahnklappbrücke im Stadtgebiet von Oldenburg stellt einen wichtigen Knotenpunkt für den Personenverkehr zwischen Bremen und Leer beziehungsweise Wilhelmshaven dar. Im Rahmen einer Inspektion wurde im November ein Materialschaden festgestellt, der zu einer vorübergehenden Einschränkung des Zugverkehrs auf ein Gleis führte.
Seit Dezember ist die Brücke wieder zweigleisig befahrbar. Durch einen Defekt an der Rollbahn des bis dahin noch klappbaren Brückenteils ist die Brücke seit dem 22. Januar nicht mehr klappbar. Das führt zu aktuellen Einschränkungen im Schiffsverkehr.