Zähl Pixel
Fußball-Bundesliga

Undav nimmt späten Stuttgarter K.o. beim HSV auf seine Kappe

Fabio Vieira (Rückennummer 20) traf in der Nachspielzeit zum umjubelten Siegtreffer.

Fabio Vieira (Rückennummer 20) traf in der Nachspielzeit zum umjubelten Siegtreffer. Foto: Christian Charisius/dpa

Knockout in letzter Minute: Der VfB Stuttgart lässt sich beim Hamburger SV nach einem eigenen Freistoß auskontern. Top-Torjäger Deniz Undav erklärt, was vor dem HSV-Siegtor schiefläuft.

Von Felix Schröder und Martin Kloth, dpa Sonntag, 30.11.2025, 17:30 Uhr

Für nur 0,99 € alle Artikel auf goslarsche.de lesen
und im ersten Monat 9,00 € sparen!
Jetzt sichern!

Hamburg. Top-Torjäger Deniz Undav gab sich reumütig und geknickt. Mit einem missglückten Freistoß in der Nachspielzeit leitete der Stürmer die 1:2 (0:1)-Niederlage des VfB Stuttgart in der Fußball-Bundesliga beim zuletzt fünfmal in Folge sieglosen Hamburger SV ein. „Das war eine Misskommunikation zwischen mir und Angelo (Stiller). Ich habe ihm was erklärt, was er nicht ganz verstanden hat. Deswegen nehme ich das auf meine Kappe“, sagte der 29-Jährige bei DAZN.

Der Absprachefehler ermöglichte dem HSV einen Ballgewinn, der über Fabio Baldé zum entscheidenden Kontertor von Fabio Vieira führte (90.+4 Minute). Durch die Niederlage verpassten es die mit einigen Personalwechseln angereisten und über weite Strecken zu harmlosen Stuttgarter, auf den vierten Tabellenrang zurückzukehren. 

Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion hatte der eingewechselte Undav (54.) den Ausgleich für die Stuttgarter erzielt. Der Angreifer in Bestform erzielte den sechsten Stuttgarter Liga-Treffer nacheinander. „Es läuft eigentlich gut, bis auf heute. Ich hätte gern unentschieden gespielt oder gewonnen“, sagte Undav. 

Glatzel trifft - und muss kurz danach raus

Zuvor hatte der zuletzt weniger berücksichtigte Publikumsliebling Robert Glatzel (17. Minute) für den HSV nach Vorlage von Alexander Røssing-Lelesiit zur Führung getroffen - für beide Protagonisten wurde es danach bitter. Glatzel musste noch in der ersten Halbzeit mit Oberschenkelbeschwerden ausgewechselt werden, Røssing-Lelesiit wurde in der 81. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.

Dass das HSV-Duo trotzdem nach dem Spiel einen Sieg feiern konnte, lag auch an schwachen Stuttgartern. „Ich hatte auch das Gefühl, dass wir nicht frisch und vom Energielevel her da waren“, bilanzierte Undav. „Kein richtig gutes Spiel von uns“, sagte auch Trainer Sebastian Hoeneß und fügte an: „Brutales Finish für uns. Am Ende musst du einfach mit einem Punkt nach Hause gehen, den Mund abputzen und auf Mittwoch schauen“, sagte der Coach mit Blick auf das Pokalspiel beim VfL Bochum.

Gänzlich anders war die Gefühlslage bei den Hamburgern. „Ich freue mich unfassbar über das Ergebnis und das Spiel“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin zum ersten HSV-Sieg seit Wochen. Und Baldé befand: „Am Ende war es ein verdienter Sieg.“

VfB kommt mit Rückenwind 

Als die Schwaben im Sommer 2023 zuletzt zu Gast im Volksparkstadion waren, lag der HSV nach zwei schmerzhaften Pleiten in der Aufstiegsrelegation am Boden und verpasste erneut die Rückkehr in die Bundesliga. Zuletzt erlebte der Aufsteiger den harten Liga-Alltag: In fünf Ligapartien vor dieser Begegnung holte der HSV nur ein Unentschieden.

Der VfB reiste mit dem Rückenwind des furiosen 3:3 in Dortmund und dem 4:0 in der Europa League bei den Go Ahead Eagles Deventer an. HSV-Coach Polzin sah auf dem Platz, wie seine Wechselpläne hervorragend aufgingen. Die von Beginn an gebrachten Profis Glatzel und Røssing-Lelesiit sorgten für Treffer Nummer eins. Der junge Norweger legte für den völlig freigelassenen Glatzel auf, der den Ball an Torwart Alexander Nübel vorbei ins Tor schoss. 

HSV-Profi Robert Glatzel (M) erzielte das 1:0 gegen Stuttgart.

HSV-Profi Robert Glatzel (M) erzielte das 1:0 gegen Stuttgart. Foto: Christian Charisius/dpa

Glatzel hatte sich in den vergangenen Monaten hinter der Konkurrenz anstellen müssen. Schon nach neun Minuten hatte sein abgefälschter Schuss die Latte berührt. Besonders bitter: Nach einer halben Stunde musste der 31-Jährige den Platz angeschlagen verlassen. Für ihn kam Ransford-Yeboah Königsdörffer.

VfB rotiert - Einwechselspieler Undav trifft

Auf der Gegenseite kam Undav in die Partie und ersetzte nach 40 Minuten den verletzten Chris Führich. Die Stuttgarter waren im Vergleich zur Europa League auf sieben Positionen verändert gestartet. Die Leistungsträger Angelo Stiller, Jamie Leweling und Undav nahmen zunächst auf der Bank Platz.

Insgesamt blieb die erste Hälfte offensiv recht überschaubar, dafür war die Partie umkämpft. In der zweiten Hälfte kamen die Schwaben durch einen Fehler von HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes wieder ins Spiel. Nach einem Schuss des eingewechselten Leweling parierte der Schlussmann den Ball leichtfertig nach vorn, Undav verwandelte zum Ausgleich. 

Als dann Røssing-Lelesiit in der Schlussphase vom Platz flog, schien sich das Blatt komplett zugunsten der Gäste zu wenden - bis es zum missglückten Freistoß kam.

Stuttgarts Deniz Undav (M) wurde nach seinem Treffer zum 1:1 bejubelt.

Stuttgarts Deniz Undav (M) wurde nach seinem Treffer zum 1:1 bejubelt. Foto: Christian Charisius/dpa

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!
Weitere Themen aus der Region