Lauftrainer Andreas Stitzl macht Biathlon-Nachwuchs Beine
Bevor die Biathletinnen und Biathleten auf die Strecke rollen, gibt Stitzl Tipps, wie sie ihre Stabilität verbessern können. Foto: Neuendorf
Wie laufe ich schneller und besser? Das bringt Andreas Stitzl, Lauftrainer des Deutschen Skiverbandes, seit einem Jahr dem Biathlon-Nachwuchs bei. Der Ex-Profi war jetzt zwei Tage zu Gast in der Arnd-Peiffer-Arena im Zellerfelder Tal.
Hoher Besuch auf der Skirollerstrecke im Zellerfelder Tal: Andreas Stitzl, Lauftrainer des Deutschen Skiverbands (DSV), war zwei Tage in der Berg- und Universitätsstadt, um den Biathlon-Nachwuchs des Niedersächsischen Skiverbands zu trainieren.
„Heute ist das Wichtigste, dass wir sicherer auf den Rollern werden“, sagte Stitzl am Rande des Trainings in der Arnd-Peiffer-Arena. „Wenn die Souveränität erst einmal drin ist, dann können wir auch darauf aufbauen.“ In den zwei Tagen, in denen er das Training übernahm, habe ihm besonders am Herzen gelegen, sich auf die Jugendlichen einzulassen. „Sie bringen alle individuell etwas mit“, erklärte er.
Individuelle Stärken erkennen
Der eine müsse sich erst noch an seine Skiroller gewöhnen, der andere müsse stärker an der Dynamik arbeiten. Deshalb gehe es darum, die einzelnen Stärken und Schwächen zu erkennen: „Wir wollen individuelle Schwerpunkte für die nächste Phase des Trainings herausarbeiten.“ Die intensive Arbeit am Dienstag und Mittwoch solle dabei nicht nur auf Schwächen hinweisen, sondern die Jugendlichen darauf vorbereiten, eigenständig an ihrer Technik zu arbeiten.
Dafür lenkte Stitzl immer wieder den Fokus der Sportler auf vermeintliche Feinheiten und ließ die Biathleten selbst ihre Leistung analysieren. „Sie sollen dann in der Lage sein, im Training ihre Schwerpunkte selbst zu kontrollieren und auszugleichen“, fasste der 49-Jährige das Lernziel zusammen. Bei der Betreuung der Oberharzer Talente habe geholfen, dass er sie im vergangenen Jahr bereits kennenlernte. Als Lauftrainer des DSV im Nachwuchsbereich reist er seit der Saison 2022/2023 von Stützpunkt zu Stützpunkt. Die Idee dahinter: Den Jugendlichen zusätzliche Unterstützung bieten, bessere Vernetzung innerhalb des DSV erreichen und Trainingsmethoden aus dem Spitzensport in den Nachwuchsbereich tragen.
Teamwork und das Fördern individueller Fähigkeiten stehen im Fokus beim Besuch von Andreas Stitzl in der Arnd-Peiffer-Arena. Foto: Neuendorf
„Letztes Jahr war der Auftakt“, erzählte Stitzl. „Das hat gerade für das erste Mal überraschend gut geklappt.“ Doch nach den ersten Erfahrungen habe man schon im zweiten Durchlauf Veränderungen beschlossen. „In diesem Jahr starten wir früher in der Saison, damit alle mehr Zeit zum Trainieren haben.“ Im Frühjahr und im Herbst wird der ehemalige viermalige EM-Goldmedaillengewinner nun künftig die einzelnen Stützpunkte besuchen.
Nur als Team erfolgreich
„Wir können jetzt natürlich auf Erfahrungswerte zurückgreifen und auf den Ergebnissen vom letzten Jahr aufbauen. Da kann man ganz anders arbeiten.“ Er habe sich, so Stitzl, vorher die Videos vom vorherigen Training angesehen, damit er besser einschätzen konnte, wie sich die Biathleten entwickelt haben – bei den 250 Sportlern, die er zu betreuen hat, sei das ein großer Vorteil.
Mit seinem Engagement, erzählte Andreas Stitzl, versuche er bei jeder Gelegenheit, alle Ansprechpartner vor Ort mit ins Boot zu holen. „Gute Kommunikation mit den Heimtrainern ist mir sehr wichtig. Natürlich sind wir Individualsportler, aber wir können nur zusammen als Team erfolgreich sein“, fasste der Lauftrainer zusammen.
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