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Fußball-WM

Italien statt Iran? US-Sonderbeauftragter mit WM-Vorschlag

Trump und Infantino sollen sich mit Italien statt Iran als WM-Teilnehmer befassen. (Archivfoto)

Trump und Infantino sollen sich mit Italien statt Iran als WM-Teilnehmer befassen. (Archivfoto) Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa

Iran und die USA sind im Krieg, die Teilnahme an der Fußball-WM deswegen immer wieder Gegenstand von Debatten. Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Trump bringt einen Ersatzkandidaten ins Spiel.

Von dpa Donnerstag, 23.04.2026, 01:30 Uhr

Washington. Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump will das Team des Iran laut einem Medienbericht bei der Fußball-WM 2026 mit dem in der Qualifikation gescheiterten viermaligen Weltmeister Italien ersetzen. Das berichtete die „Financial Times“ unter Berufung auf Aussagen von Paolo Zampolli. Die Weltmeisterschaft wird in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. 

„Ich kann bestätigen, dass ich Trump und (Fifa-Präsident Gianni) Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt“, sagte Zampolli demnach. Er sei italienischer Abstammung. Für ihn sei es „ein Traum“, wenn Italien bei einem Turnier vertreten sei, das in den USA stattfinde. „Mit vier Titeln haben sie die Reputation, die eine Aufnahme rechtfertigt.“

Hintergrund des Vorstoßes soll das Bemühen sein, das angeschlagene Verhältnis von Trump zu Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu reparieren. Die beiden Staats- und Regierungschefs hatten sich im Anschluss an die Attacken von Trump auf Papst Leo XIV. zuletzt gegenseitig mit Kritik überzogen.

Iranische Botschaft in Rom reagiert

Mit Empörung reagierte die iranische Botschaft in Rom. „Der Fußball gehört dem Volk, nicht den Politikern. Italien hat seine Größe auf dem Platz erreicht, nicht durch politischen Gewinn“, hieß es auf X: „Der Versuch, den Iran von der Weltmeisterschaft auszuschließen, beweist nur den „moralischen Bankrott“ der Vereinigten Staaten, die selbst die Anwesenheit von elf jungen Iranern auf dem Spielfeld fürchten.“

Auch aus Italien kam Ablehnung. Sportminister Andrea Abodi sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa: „Das ist unangemessen, man qualifiziert sich auf dem Platz.“ Ein solches Vorgehen des Weltverbandes FIFA sei nicht möglich. Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (Coni), Luciano Buonfiglio, äußerte sich ähnlich: „Ich wäre beleidigt. Man muss sich die Teilnahme an der Weltmeisterschaft verdienen.“

Infantino hatte Iran-Teilnahme zuletzt erneut bekräftigt

Irans Teilnahme an der WM war wegen des Krieges mit den USA in den vergangenen Wochen infrage gestellt worden. FIFA-Präsident Infantino hatte zuletzt aber bekräftigt, dass der Iran „auf jeden Fall“ an der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer teilnehmen werde. „Die iranische Mannschaft kommt ganz sicher“, sagte Infantino auf dem „Invest in America Forum“ des Fernsehsenders CNBC. Er betonte, wie wichtig die Teilnahme des Landes an der WM sei.

Die drei Vorrundenspiele des Irans gegen Belgien, Neuseeland und Ägypten sind in Seattle und nahe Los Angeles geplant. Den Wunsch des Irans, die Spiele nach Mexiko zu verlegen, hatte die FIFA abgelehnt. Die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli.

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