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Segelschulschiff der Marine

Leinen los - „Gorch Fock“ segelt nach Amerika

Die Gorch Fock ist von Kiel aus zu einer Auslandsreise gestartet.

Die Gorch Fock ist von Kiel aus zu einer Auslandsreise gestartet. Foto: Markus Scholz/dpa

Mit Hängematte über den Atlantik: Junge Freiwillige erleben auf der „Gorch Fock“ Abenteuer zwischen Gran Canaria und New York. Das Segelschulschiff ist auf Amerikareise - mit Nebenauftrag.

Von dpa Dienstag, 07.04.2026, 12:30 Uhr

Kiel. Nach langer Zeit ist das Segelschulschiff „Gorch Fock“ erstmals wieder zu einer Amerikareise gestartet. „Eine besondere Auslandsausbildungsreise, weil wir über den Atlantik fahren“, sagte Kommandant Elmar Bornkessel vor dem Ablegen im Heimathafen Kiel. „Das hat die „Gorch Fock“ seit einigen Jahren nicht mehr gemacht.“ 

Stationen der auf dem auf 165 Tage angesetzten 189. Auslandsausbildungstörn sind Bayonne (Frankreich), Las Palmas (Gran Canaria, Spanien), Hamilton (Bermuda), Norfolk, Baltimore und New York (USA) sowie Halifax (Kanada) und Reykjavik (Island). Ziel sind die Feierlichkeiten zur 250-jährigen Unabhängigkeit der USA am 4. Juli in New York.

Kapitän zur See Elmar Bornkessel spricht von einem sportlichen Programm.

Kapitän zur See Elmar Bornkessel spricht von einem sportlichen Programm. Foto: Markus Scholz/dpa

Dort wird die Bark nicht das einzige Segelschiff sein. „Es sind über 100 Großsegler angekündigt, also im Prinzip alle Großsegler, die aktuell auf den Weltmeeren unterwegs sind“, sagte Bornkessel. Das Segelschulschiff werde Teil einer großen Flottenparade mit mehreren Millionen erwarteten Zuschauern und großem Feuerwerk sein. „Der Superlative sind da keine Grenzen gegeben.“ Bei der 200-Jahr-Feier 1976 sei das Schiff ebenfalls in den USA gewesen.

Von der US-Metropole aus segelt die Crew gegen mehrere Schwesterschiffe nach Boston um die „Five Sisters Trophy“. Dort werde das Schiff hoffentlich als Sieger einlaufen, sagte Bornkessel. „Diesen Moment, dass alle Schwesterschiffe zusammenkamen, gab es 1976 anlässlich der 200-Jahr-Feier der Vereinigten Staaten von Amerika.“ Außer dem Museumsschiff „Gorch Fock 1“ träfen die vier aktiven Segelschiffe erstmalig nach 1976 wieder zusammen. Das sind neben dem deutschen Schulschiff die „Eagle“ aus den USA, die „Sagres“ aus Portugal und die „Mircea“ aus Rumänien.

Erst Mitte September kehrt das Schiff nach Kiel zurück.

Erst Mitte September kehrt das Schiff nach Kiel zurück. Foto: Markus Scholz/dpa

„Work & Travel“

Zum Start der Reise verließen Kiel mit dem Schiff rund 160 Menschen, darunter waren neben der Stammbesatzung auch Soldaten des Wachbatailons und die ersten 21 Teilnehmenden des neuen Programms „Work & Travel“ (Arbeiten und Reisen). Auf zwei weiteren Reiseabschnitten sollen jeweils 25 weitere junge Männer und Frauen folgen, die über den freiwilligen Wehrdienst in die Bundeswehr gekommen sind.

Darunter sind im ersten Abschnitt die beiden Obergefreiten Tia aus Hannover und Max aus der Nähe von Köln. „Wir sind alle bisher sehr aufgeregt“, sagte die 20-Jährige vor dem Ablegemanöver. „Wir gucken einfach mal, was auf uns zukommt.“ In der Vorbereitung der Reise hätten sie und ihre Kollegen in der Marineschule in Flensburg bereits den Übungsmast erklommen. Sie will auch auf See in die Wanten steigen. „Ich würde es auf jeden Fall gerne mitnehmen die Erfahrung.“

Mit an Bord sind auch Gefreite im Rahmen des Work-and-Tracvel-Programms wie Tia und Max.

Mit an Bord sind auch Gefreite im Rahmen des Work-and-Tracvel-Programms wie Tia und Max. Foto: Markus Scholz/dpa

Mit großen Erwartungen ist auch Max an Bord gekommen. „Ich freue mich besonders auch auf die Atlantiküberquerung. Das ist so eine Sache, einmalig, mit einem Segelschiff über den großen, weiten Atlantik zu fahren.“ Er rechnet mit einer „wundervollen, ereignisreichen, aber auch durchaus harten Zeit“.

Beide wollen sich nach der Schule erst einmal ein Bild von der Bundeswehr machen. Sie wolle schauen, „ob ich vielleicht länger bei der Bundeswehr bleiben möchte oder nicht“, sagte Tia. Max segelt nach eigenen Angaben selbst. „Und da war das einfach eine super Möglichkeit, die mir da vorgeschlagen wurde, mit der „Gorch Fock“ mitfahren zu dürfen.“

Kojen voll

Angehörige verabschieden Crewmitglieder.

Angehörige verabschieden Crewmitglieder. Foto: Markus Scholz/dpa

In Las Palmas werden die ersten Kadetten für ihre Segelausbildung an Bord gehen. „Wir sind dann im Prinzip zu 100 Prozent belegt, jede Hängematte ist belegt“, sagte Kommandant Bornkessel und sprach von einer „anstrengenden, sportlich ambitionierten Reise“. Für Tagestrips werde er voraussichtlich auch Notkojen im Lazarett des Schiffs nutzen lassen. Aber: „Die Zeichen stehen gut, Wind und Wetter passen, zumindest für den heutigen Tag. Das wird dann hoffentlich auch im Atlantik so sein.“

Schwerpunkt der Reise bleibe zwar die Ausbildung der Offizieranwärterinnen und -anwärter, sagte der Kommandant. Es gebe aber auch Nebenaufträge. Das Schiff sei stets auch als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland unterwegs. Empfänge seien geplant. „Wir sind frohen Mutes, da eine gute Plattform zu sein für gute Gespräche und interessante Begegnungen.“ Die Rückkehr nach Kiel ist für den 19. September vorgesehen.

Die beiden Obergefreiten sind in Kiel an Bord gegangen.

Die beiden Obergefreiten sind in Kiel an Bord gegangen. Foto: Markus Scholz/dpa

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