Zähl Pixel
Fußball-Bezirksliga

GZ Plus IconBad Harzburg vor dem Vizetitel und Oker vor der Rettung

Fußballspieler in Aktion auf dem Spielfeld, einer führt einen Fallrückzieher aus, andere beobachten oder bewegen sich in Richtung Ball

Der Okeraner Verteidiger Deniz Akbay versucht, seinem Gegenspieler den Ball wegzuspitzeln. Am Ende hält beim 1:0 die VfL-Defensive mit Mühe und Not. Foto: Epping

Vier Siege springen am drittletzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga für die Teams aus dem Landkreis Goslar heraus. Für Bad Harzburg und Oker mit Konsequenzen.

Von Andreas Konrad und Björn Gabel Sonntag, 17.05.2026, 19:45 Uhr

Der VfL Oker hat einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht. Am Sonntag besiegte der Fußball-Bezirksligist den KSV Vahdet Salzgitter äußerst glücklich mit 1:0 (0:0). Weil der MTV Salzdahlum bei Viktoria Thiede 1:1 spielte, ist rechnerisch der Abstieg allerdings noch möglich.

Das Tor des Tages war wie so oft in dieser Saison Chefsache. Spielertrainer Mehmet-Ali Tozlu spielte einen Eckstoß kurz auf Augustine Okolie, der täuschte an, nach innen zu ziehen, passte per Hacke allerdings zurück. Und Tozlu schlenzte den Ball von der seitlichen Strafraumgrenze unhaltbar in das lange Eck. „Am Ende zählen nur die drei Punkte“, sagte er und sprach damit vor allem das an, was sich nach dem Tor abspielte.

Nach dem Tor spielt nur Vahdet

Okers Spieler waren plötzlich stehend K.O. und taumelten dem Ausgleich entgegen. Doch Latte, Pfosten und ein vergebener Kopfball von Vahdets Mehmet Bayrakdar völlig freistehend aus zwei Metern retteten am Ende die Punkte. „Auf einmal kam die große Unsicherheit“, sagte Tozlu, „anstatt das Spiel mit Ballbesitz zu Ende zu bringen.“ Den hatte nur noch Vahdet, denn auch Entlastung durch lange Bälle funktionierte bei Oker nicht mehr.

Bereits in der ersten Hälfte war beiden Teams eine leichte Nervosität anzumerken, viele schlechte Ballkontakte und Fehlpässe schlichen sich ein. Okers sonst so starker Winterzugang Augustine Okolie war bei Vahdets Cem Coskun weitestgehend abgemeldet.

Auch in Abschnitt eins verbuchten die Gäste einen Lattentreffer sowie eine Großchance durch Jeremy-Nnamdi Uche. Allerdings hatte auch Oker Gelegenheiten – das Unentschieden zur Pause ging so vor rund 50 Zuschauern vollkommen in Ordnung. Kurz vor dem Pfiff dazu wandte der Schiedsrichter das Stopp-Konzept an und schickte beide Teams in ihre Strafräume, weil es wegen eines vermeintlichen Fouls am Salzgitteraner Ranko Sankovic Diskussionsbedarf gab.

Tozlus Kabinenansprache zeigte Wirkung, auch wenn es letztlich nur ein Strohfeuer war, was sein Team in den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte abbrannte. Doch auch ein glückliches 1:0 bringt drei Zähler. „Wir haben jetzt 38 Punkte, ich glaube, das reicht“, sagte Tozlu. Dritter Absteiger neben Kissenbrück und Ilsetal ist momentan der MTV Salzdahlum mit 32 Punkten bei für beide noch zwei Partien.

Tore: 1:0 (50.) Tozlu

Bes. Vorkommnis: Gelb-Rot und Rot für zwei Salzgitteraner (90.+5/Meckern)

VfL Oker: Holzberg – Muhammad Ali, Tang, Altekin, D. Akbay, Geldmacher, Tozlu, Okolie, Kamdem Mougnol (88. Mashkaei), El Ghacem (79. Zimmermann), D. Duygun (66. S. Duygun)

Die TSG Bad Harzburg beißt sich durch

Die Vizemeisterschaft rückt immer näher. Nach dem 2:1-Erfolg bei Fortuna Lebenstedt braucht die TSG Bad Harzburg noch einen Sieg, um die Saison auf Platz zwei zu beenden. Nächster Gegner ist in zwei Wochen die 2. Mannschaft des MTV Wolfenbüttel, die mit einem 4:1 gegen den VfL Salder die Meisterschaft unter Dach und Fach brachte. Allerdings reicht diese nach momentanen Stand nicht zum Aufstieg aus: Die MTV-Erste ist seit Sonntag sportlich aus der Oberliga abgestiegen und muss jetzt abwarten, wie sich Vizemeister Germania Egestorf-Langreder in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga schlägt.

Der Goslarer SC 08 wahrte durch ein mühsames 3:2 bei Schlusslicht SV Kissenbrück seine geringen Optionen auf Platz zwei, die FG Vienenburg durchbrach durch den 2:0-Sieg gegen den SV Wendessen die 40-Punkte-Grenze.

Zwei Fußballspieler in Rot und Blau springen zum Kopfball vor einem Tor mit Torwart im Hintergrund

Vienenburgs Julian Laue (r.) und ein Spieler des SV Wendessen hauen sich in dieses Kopfballduell rein. Foto: Drechsler

FG Vienenburg – SV Wendessen 2:0 (1:0). Tore: 1:0 (42.) Höver, 2:0 (90.+3) Markinas/Foulelfmeter

Bis in die Nachspielzeit musste die FG warten, ehe der 13. Saisonsieg durch einen von Lukas Markinas verwandelten Foulelfmeter fix war. „Wir sind mit unseren Aktionen schludrig umgegangen“, sagte Trainer Massimo Soranno. Eine frühere Entscheidung hätte vielleicht auch beim Gegner etwas Schwung rausgenommen, der ordentlich zur Sache ging. Leidtragende waren Pascal Dausch und Justin Rimbach, die verletzt vom Platz mussten. Die FG hielt allerdings diesmal im Gegensatz zum 0:4 unter der Woche gegen Vahdet Salzgitter körperlich dagegen und zeigte eine gute Einstellung.

FG Vienenburg: Berkefeld – Laue (67. Kleinert), Kahl, Höver, Bull (74. Daniel Hildmann), Lüer, Knoop, Wagner, Dausch (36. Damian Hildmann), J. Rimbach (81. Seidel), Markinas

SV Kissenbrück – Goslarer SC 08 2:3 (1:1). Tore: 1:0 (32.), 1:1 (45.+2), 2:1 (78.) Lora-Moreno, 2:2 (79.) Lora-Moreno, 2:3 (89.) Lora-Moreno

GSC-Trainer Ingo Vandreike packte bereitwillig „fünf Euro ins Phrasenschwein. Für solch einen Sieg gibt es auch nur drei Punkte.“ Sein Team tat sich beim Schlusslicht schwer, hatte auch mit den schlechten Platzverhältnissen zu kämpfen. Zweimal war die Hintermannschaft zudem noch nach langen Bällen unsortiert, der GSC aber hatte an diesem Tag Raul Lora-Moreno. Der Stürmer markierte alle drei Treffer und verhinderte die mögliche Blamage. „Wozu das gut ist, wird sich zeigen“, so Vandreike.

Kurios: Bei den Gastgebern verletzte sich noch vor der Pause der Stammkeeper, sein Ersatzmann musste kurz nach dem Wechsel ebenfalls abgeschlagen runter. So rückte ein Feldspieler zwischen die Pfosten.

Goslarer SC 08: Jandik – Trommer, Gülsen, Kirchner, Weiske (90.+2 Weiske), Ben-Guedria, Möker, Bahlo, Doci (60. Kurtz), Zink (68. Frank), Lora-Moreno (90.+1 Martinato)

Fortuna Lebenstedt – TSG Bad Harzburg 1:2 (0:1). Tore: 0:1 (11.) Almeida, 0:2 (59.) Lindemann, 1:2 (71.)

Mit einer absoluten Willensleistung brachte die TSG drei Punkte in den Sportpark mit. „Für uns war es das siebte Spiel innerhalb von 21 Tagen“, erinnerte Trainer Kenneth Schuller. Seine Elf hätte es sich einfacher machen können, wenn sie in der ersten Hälfte mehr aus ihren guten Gelegenheiten gemacht hätte. Zwar erhöhte die TSG nach einem von Co-Trainer Maxi Schneider angesagten Eckentrick auf 2:0, spätestens mit dem Anschlusstreffer aber begann die Zeit des Leidens. „Lebenstedt wollte unbedingt den Ausgleich, es wurde uns nichts geschenkt“, sagte Schuller. Sein Team aber schleppte sich mit letzter Kraft über die Ziellinie.

TSG Bad Harzburg: Henkel – Bothe, Schwanecke, Ahrens, Kastern, Jansen, Lindemann, Uzunov (75. Washausen), Martinato, Schubert (75. Ahmatovic), Almeida

Die Redaktion empfiehlt
Diskutieren Sie mit!